VonAnnika Ketzlerschließen
Die Menschen zieht es während der warmen Tage nach draußen. Darunter auch in Gebiete, in denen Zecken verbreitet sind. Gefahren, übertragbare Krankheiten und Prävention im Überblick.
Hamm - Sommer-Zeit bedeutet Zecken-Zeit. Die kleinen Krabbeltierchen treiben zwar von Februar bis Oktober ihr Unwesen, doch die Menschen zieht es vermehrt während der warmen Jahreszeit nach draußen. Daher besteht dann eine große Gefahr, von einer Zecke gebissen (auch wenn sie laut Experten eher stechen als beißen) zu werden. Besonders tückisch wird es für Menschen, wenn die Parasiten Krankheiten übertragen. Doch welche Gefahren lauern durch einen Zeckenbiss? Und wo ist die Gefahr, gebissen zu werden am größten?
Da Zecken das Grüne mögen und sich hier vorwiegend aufhalten, ist die Gefahr eines Bisses hier besonders hoch:
- Wald
- Garten
- Parks
- Unterholz
- Laub
- Wiesen
Es ist zu beachten, dass sich die Spinnentierchen auch in der städtischen Natur aufhalten. Ideal sind regnerische Sommertage für Zecken – denn die Tierchen mögen es nicht nur grün, sondern auch feucht. Obwohl sich die Parasiten überall in Deutschland aufhalten, gelten einige Gebiete als Risikogebiete für übertragbare Zecken-Krankheiten.
Zecken-Zeit: Was zieht die Parasiten an?
Zecken haben keine Augen und nehmen laut Experten besonders Gerüche wahr. Dabei finden sie besonders diese Gerüche anziehend: Ammoniak, Buttersäure, Kohlenmonoxid.
Durch Zecken übertragbare Krankheiten: FSME
Obwohl sich die Parasiten überall in Deutschland aufhalten, gelten einige Gebiete als Risikogebiete für übertragbare Zecken-Krankheiten. Neben Borreliose ist die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) eine der gefährlichsten und häufigsten Krankheiten, die von Zecken durch einen Biss übertragen werden kann. Laut RKI zählen 180 Landkreise bundesweit als FSME-Risikogebiete. In diesen Bundesländern herrscht die größte Gefahr:
- Bayern
- Baden-Württemberg
- Südhessen
- Thüringen (besonders im Süd-Osten)
- Sachsen
- Brandenburg (besonders im Süd-Osten)
Auch eine Stadt aus NRW wurde vom RKI zum FSME-Risikogebiet gemacht. Das RKI weist aber auch darauf hin, dass selbst in den ausgewiesenen FSME-Risikogebieten nur wenige Zecken mit dem Virus infiziert sind. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist daher sehr gering. Das Gute: Gegen FSME kann man sich zum eigenen Schutz auch impfen lassen. Personen aus FSME-Risikogebieten wird dies von der STIKO empfohlen. Doch: Durch den Klimawandel breiten sich immer mehr tropische Zeckenarten bei uns in Deutschland auf – darunter zum Beispiel die Hyalomma-Zecke.
Andere übertragbare Krankheiten durch Zecken
Auch die bakterielle Infektionskrankheit Borreliose kann von Zecken übertragen werden. Sie befällt das Nervensystem, Gelenke und Organe. Deshalb ist eine rasche Entfernung wichtig. Einen Impfstoff gibt es hierfür nicht, behandelt werden Betroffene mit Antibiotika. Eine mögliche Borreliose-Infektion kann man durch ein sehr auffälliges Symptom erkennen – es bilden sich rote Flecken, die sich nicht unbedingt an der Einstichstelle befinden müssen. Ein Arzt sollte in jedem Fall bei Symptomen nach einem Zeckenbiss aufgesucht werden – darunter zum Beispiel Fieber, Kopf-, Gliederschmerzen und ringförmige Rötungen an der Einstichstelle.
Zecken richtig entfernen: Das ist zu beachten
Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden. Besonders gerne beißen Zecken in die Kniekehlen, Ellenbeugen, Achselhöhlen, Hals, Ohren und in den Haaransatz. Zecken sollen im besten Fall sofort entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Denn: Die FSME-Viren gelangen bereits zu Beginn des Saugvorgangs in die Blutbahn.
Am besten entfernt man Zecken mit einer speziellen Zeckenpinzette mit gebogenen, spitzen Enden. Wer eine solche Zeckenpinzette nicht dabei hat, kann auch eine normale Pinzette mit nach innen gebogenen Spitzen benutzen. Es empfiehlt sich, die Zecke langsam, kontrolliert und dicht an der Haut herauszuziehen.
Die Zecke wird knapp über der Haut gepackt und langsam mit gleichmäßigen Bewegungen herausgezogen. Anschließend sollte die Einstichstelle mit einem Wunddesinfektionsmittel gereinigt werden. Auch die Hände sollten danach gründlich gewaschen werden. Sollte ein kleiner schwarzer Punkt in der Haut zurückbleiben, ist das in der Regel harmlos. Der sogenannte Zeckenrüssel wird oft von der Haut selbst abgestoßen.
Zecken-Zeit: Wie schützt man sich vor Zeckenstichen?
Wer sich in hohen Gräsern, Wäldern oder Gebüschen aufhält, sollte im besten Fall helle, lange Kleidung tragen. Kurze Hosen oder Röcke sollten vermieden werden. Man kann sich außerdem mit sogenannten Repellentien schützen. Das sind abwehrende Mittel gegen Zecken, die auf die Haut aufgetragen werden.
Befindet die Zecke sich an schwer zugänglichen Hautstellen, sollte ein Arzt zur richtigen Entfernung aufgesucht werden.
Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa
