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Hühner im Winter: Was Halter nicht tun sollten – zehn Fehler besser vermeiden

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Hühner sollten auch im Winter die Möglichkeit haben, sich draußen die Beine zu vertreten.
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Von Stallhygiene bis Futter: Damit ihre Hühner gesund und glücklich durch den Winter kommen, sollten Hühnerhalter diese zehn Dinge berücksichtigen.

Damit sich die Hühner im Winter rundum wohlfühlen und gesund bleiben, gibt es von Hygiene bis Futter einiges zu beachten. Wir haben Tipps und Tricks, wie Huhn und auch Halter gut durch den Winter kommen.

Hühner im Winter: Zehn Dinge, die Hühnerhalter nicht tun sollten

Hühner keinesfalls den ganzen Winter im Stall einsperren! Auch wenn Hühner ursprünglich aus südlicheren Gefilden stammen, können sie trotzdem auch extremen Temperaturen standhalten. Sie haben unter dem sichtbaren Gefieder eine Schicht Daunenfedern, die sie aufplustern können, und so eine zusätzliche wärmende Isolierschicht bilden. Eingesperrte Hühner langweilen sich schnell und nehmen deshalb gerne die Möglichkeit in Anspruch, sich auch im Winter mal draußen die Beine zu vertreten.

Am besten sorgt man dafür, dass sie einen trockenen und geschützten Platz in einem sicheren Gehege oder im Garten haben, wo sie Zeit im Freien verbringen können. Um Schlamm zu vermeiden, empfiehlt sich eine Schicht Stroh auf dem Boden zu verteilen. Außerdem empfiehlt sich als Schutz eine Abdeckung gegen Zugluft.

Hühner im Winter: Warum eine zu dichte Isolierung schadet

Für den Winter muss ein Hühnerstall gut isoliert sein. Ist der Stall allerdings zu dicht isoliert, kann die verdunstende Feuchtigkeit vom Atem und Kot der Hühner, nicht entweichen. Das und die mögliche Anhäufung von Ammoniak ist für Hühner sehr schädlich und kann zu unangenehmen Atemwegserkrankungen führen. Daher sollte man immer darauf achten, dass der Hühnerstall gut belüftet ist. Am besten eignen sich kleine Belüftungsschlitze, sodass die Hühner keine Zugluft abbekommen. Zugluft und Feuchtigkeit sind die größten Feinde im Winter, da sie verhindern, dass die Hühner warm bleiben.

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Hühner im Winter: Der Stall sollte nicht beheizt werden

Eine Heizung im Stall stellt nicht nur eine potenzielle Brandgefahr dar, sie sorgt mit Sicherheit auch dafür, dass die Hühner nicht mehr rauswollen, wenn es draußen richtig kalt ist. Hühner brauchen aber Bewegung, frische Luft und die Abwechslung im Freien, um gesund und glücklich zu bleiben. Außerdem können die Hühner einen Kälteschock erleiden, sollte der Strom und somit auch die Heizung im Stall eventuell unerwartet ausfallen. Es ist hingegen besser, die Hühner an einen kühleren Stall zu gewöhnen und ihnen dafür die Nester mit viel Stroh kuschelig warm zu gestalten. Auch Wärmelampen über den Nestern sind für sehr kalte Nächte zu empfehlen.

Zutraulich und pflegeleicht: Die zehn beliebtesten Hühnerrassen für Anfänger

Ein Huhn läuft durch einen Garten.
Plymouth Rock-Hühner sind besonders freundliche und robuste Vögel und für Hobbyzüchter und Anfänger gut geeignet. Zudem stellen sie ihre Legetätigkeit im Winter nicht ein und kommen auf rund 200 Eier im Jahr. © SuperStock/Imago
Ein Huhn läuft frei auf einer Wiese herum.
Hühner der Rasse New Hampshire gelten als sehr friedlich und ruhig. Sie werden schnell zahm und legen auch im Winter Eier. Rechnen kann man mit rund 230 Eier pro Jahr. Allerdings sind sie etwas kälteempfindlich. Bei winterlichen Temperaturen sollten sie im warmen Hühnerstall bleiben.  © Depositphotos/Imago
Ein Seidenhuhn steht auf der Wiese.
Seidenhühner gelten als besonders anfängerfreundlich, weil sie kälteunempfindlich sind, nicht fliegen und relativ pflegeleicht sind. Allerdings legen sie nur rund 130 Eier pro Jahr.  © Zoonar/Imago
Schwarzes Cochin Huhn läuft über eine Wiese.
Cochin-Hühner werden relativ groß und gelten als sehr freundlich. Es kann passieren, dass sie auch mal auf Ihrem Schoß landen. Zudem kümmern sie sich gerne um ihre Küken oder umsorgen fremden Nachwuchs. Sie legen rund 130 Eier im Jahr.  © Design Pics/Imago
Silberspitz-Wyandotte stehend im Käfig in England.
Wyandotten sind besonders freundliche Hühner und werden leicht zahm. Kälteres Wetter können sie ganz gut vertragen. Fühlen sie sich in ihrer Umgebung sicher, können sie bis zu 250 Eier pro Jahr legen. © imagebroker/Imago
Huhn der Rasse Sussex wird gefüttert.
Hühner der Rasse Sussex werden relativ schnell zahm und verhalten sich auch gegenüber Kindern relativ ruhig, sind robust und pflegeleicht und machen auch sonst eine gute Figur. Ihre Legeleistung beläuft sich auf rund 180 Eier pro Jahr. © Karina Hessland/Imago
Huhn auf einer Wiese in Bayern
Die Vorwerkhühner gelten als robust, gutmütig und friedlich. Mit ihrer einzigartigen Färbung, sind sie zudem hübsch anzusehen. Aufgrund des dichten Untergefieders trotzen sie auch winterlicheren Temperaturen. Pro Jahr kann man mit rund 180 cremefarbenen Eiern rechnen.  © imagebroker/Imago
Hühner der Rasse Deutscher Sperber in einem Gehege.
Der Deutsche Sperber gilt als sehr zutraulich und guter Futtersucher. Es ist ein typisches Landhuhn und ein echter Allrounder und legt rund 200 Eier im Jahr. Die Hühner sind robust und niedrige Temperaturen machen ihnen nicht allzu viel aus. Allerdings wird die Rasse als stark gefährdet eingestuft.  © Funke Foto Services/Imago
Barnevelder Huhn sucht nacht Futter.
Das Barnevelder Huhn eignet sich gut für Familien, Selbstversorger und Anfänger. Es ist robust und gilt als gutmütig. Im großen Auslauf suchen sich die Hühner ihr Futter auch gerne mal selbst. Als Nichtflieger reicht eine niedrige Umzäunung aus. Sie legen rund 180 Eier im Jahr, die sehr groß sind und mit einer dunkelbraunen Farbe und dicker Schale überzeugen. © Depositphotos/Imago
Ein Haushuhn der Rasse Sundheimer in einem Freigehege.
Das Sundheimer gilt als sanft, zutraulich und gutmütig. Es eignet sich als Familienhuhn und überzeugt durch eine sehr gute Legeleistung. Mit rund 200 gelbbraunen Eiern im Jahr kann man rechnen. © Kickner/Imago

Hühner im Winter: Eier können einfrieren

Im Winter legen die Hühner weniger Eier, aber dennoch produzieren sie welche. Eier, die nicht im Nest, sondern zum Beispiel im Gehege oder Freilauf gelegt werden, können im Winter einfrieren. Zwar ist es nicht bedenklich, gefrorene und wieder aufgetaute Eier zu essen. Wenn aber der Inhalt im Ei gefriert und sich ausdehnt, kann es zu Rissen in der Schale kommen, durch die wiederum Bakterien eindringen können. Daher sollte man den Stall und das Gehege regelmäßig auf Eier kontrollieren und diese rechtzeitig einsammeln.

Hühner im Winter: Trinkwasser nicht vergessen

Wie alle Tier benötigen auch Hühner einen ständigen Zugang zu frischem Trinkwasser. Sie trinken zwar im Winter nicht so viel, aber genau deswegen, kann das Trinkwasser in der Tränke leicht einfrieren. Um das zu vermeiden, kann man sich entweder einen Tränkenwärmer – gibt es strom- oder batteriebetrieben im Fachhandel – besorgen. Oder aber, wenn die Temperatur um die Null Grad bleibt, einfach ein Objekt, wie zum Beispiel ein Tennisball, im Wasser schwimmen lassen. Das verhindert bzw. verlangsamt den Gefrierprozess des Wassers.

Hühner im Winter: Stallhygiene nicht vernachlässigen

Auch wenn es im Winter nicht besonders verlockend ist, sich länger draußen aufzuhalten, und den Stall sauberzumachen, darf man die Hygiene nicht vernachlässigen. Denn die Hühner verbringen im Winter wesentlich mehr Zeit im Stall als sonst und verunreinigen diesen dadurch auch mehr. Um den Hühnerstall immer sauber zu halten, sollten man den Stall öfters kontrollieren und auch mehr Zeit zum Reinigen einplanen, damit sich Parasiten und Krankheiten nicht ausbreiten können.

Hühner im Winter: Unterhaltungsprogramm nicht verringern

Im Sommer sind Hühner den ganzen Tag damit beschäftigt Insekten, Kräuter oder andere Leckereien in der Wiese zu suchen. Im Winter sind die Beschäftigungsmöglichkeiten eher begrenzt. Das kann zur Folge haben, dass sie sich langweilen und es zu aggressivem Verhalten wie Federpicken oder auch zum Eierfressen kommt. Abhilfe kann man mit verschiedenen Beschäftigungsideen schaffen: für Abwechslung sorgen Futterspiele, Scharrspielzeug, Picksteine, ein Kletterparcours aus Ästen oder spezielle Hühnerschaukeln.

Hühner im Winter: Ernährungsplan muss angepasst werden

Hühner benötigen im Winter extra Energie, um sich warmzuhalten. Sie fressen nicht nur mehr, sondern benötigen auch extra Nährstoffe, Vitamine und Proteine, die sie im Sommer mit Insekten und Grünzeug im Garten aufnehmen. Deswegen sollten Hühnerhalter den Futterplan im Winter an diese besonderen Bedürfnisse anpassen. Als extra Mahlzeit kann man den Hühnern nachmittags etwas Mais auf den Boden im Gehege streuen. So bekommen die Hühner nicht nur extra Kalorien, sondern haben auch gleichzeitig Spaß bei der Futtersuche.

Hühner im Winter: Kämme und Kehllappen nicht ignorieren

Zu den empfindlichsten Körperteilen der Hühner zählen im Winter vor allem die Kämme und Kehllappen. Insbesondere bei Hühner-Rassen, bei denen die Kämme und Kehllappen größer sind, können im Winter Frostbeulen an den Spitzen entstehen. Es ist zwar nicht gefährlich für die Hühner, kann aber sehr unangenehm sein. Um das zu verhindern, kann man bei starker Kälte, Vaseline oder Melkfett auf diese empfindlichen Stellen auftragen.

Hühner im Winter: Schützende Gehegeabdeckung nicht entfernen

Damit die Hühner im Winter in ihrem Auslauf keine eisigen Winde abbekommen, empfiehlt sich eine schützende Abdeckung aus durchsichtiger Folie. Diese sollte man, auch an sonnigen Wintertagen, unbedingt immer dranlassen. Mit dem Sonnenschein und der durchsichtigen Folie entsteht ein angenehmes Wintergarten-Ambiente im Auslauf. So sind die Hühner bestens vor Wind geschützt, können ungestört dem Picken und Scharren im Auslauf nachgehen und bleiben gesund und munter.

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