Leichtere Unfallrekonstruktion

Blackbox in Neuwagen ab 2024 Pflicht: Welche Daten speichert der Event Data Recorder? 

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In Flugzeugen ist eine Blackbox schon seit vielen Jahrzehnten verbaut – in Neuwagen wird sie ab Juli 2024 ebenfalls Pflicht. Was hat es mit dem sogenannten Event Data Recorder auf sich?

Wenn sich ein größeres Flugzeugunglück ereignet, dann kann dieses in vielen Fällen nur durch den Flugdatenschreiber – auch Blackbox genannt – aufgeklärt werden. Sofern man ihn denn nach einem Absturz findet. Die Blackbox zeichnet während des Fluges zahlreiche Daten auf, die es im Nachhinein ermöglichen, Probleme zu erkennen beziehungsweise Ursachen für den Absturz zu finden. Ab Juli 2024 wird auch in Neuwagen ein sogenannter „Event Data Recorder“ (EDR) Pflicht. Doch welche Daten speichert die „Auto-Blackbox“?

Event Data Recorder (EDR): Blackbox ab Juli 2024 in Neuwagen Pflicht

Dass in Fahrzeugen immer wieder neue Systeme Pflicht werden, ist nichts Ungewöhnliches. Seit 2018 wird beispielsweise der sogenannte eCall in der EU in Neufahrzeugen verbaut, der eigentlich Leben retten soll – aber auch schon mal eine Unfallflucht aufdeckt. Ab 7. Juli 2024 müssen nun alle neu zugelassenen Fahrzeuge der Klassen M1 (Pkw) und N1 (Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen) mit dem EDR ausgestattet sein. Die Blackbox soll helfen, Unfälle zu rekonstruieren.

Blackbox in Neuwagen ab Juli 2024 Pflicht: Wie lange werden Daten aufgezeichnet?

Doch wie funktioniert der EDR? Laut ADAC zeichnet das System permanent die Fahrzeugdaten auf – speichert diese aber erst, wenn eine bestimmte Auslöseschwelle überschritten wird. Bemerken die Sensoren einen Unfall, beziehungsweise ein Szenario, in dem ein Crash kurz bevorsteht, wird die Speicherung gestartet. Aufgezeichnet wird aber nur über einen sehr kurzen Zeitraum: fünf Sekunden vor und 300 Millisekunden nach dem Unfall. Mehrere Faktoren können die Speicherung auslösen. Unter anderem:

  • eine Geschwindigkeitsänderung in Quer- oder Längsrichtung von mehr als 8 km/h innerhalb von 150 Millisekunden
  • das Auslösen der Gurtstraffer
  • das Auslösen der Airbags
  • das Auslösen einer aktiven Motorhaube (etwa bei einer Fußgänger-Kollision)
Ab Juli 2024 ist ein Neuwagen ein Event Data Recorder Pflicht – die Blackbox speichert Daten bei einem Unfall. (Symbolbild)

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Event Data Recorder (EDR): Welche Daten werden gespeichert?

In der Regel ist der EDR dem ADAC zufolge Teil des Airbag-Steuergeräts, denn darin laufen ohnehin die Informationen der Beschleunigungssensoren zusammen. Die Daten werden laut dem Automobilklub nur lokal im Fahrzeug gespeichert – per Online-Verbindung (Over-the-air) sollen sie nicht abrufbar sein. Auslesen lassen sie sich über die On-Board-Diagnose-Schnittstelle (OBD) – oder alternativ über das Airbag-Steuergerät, wenn die OBD bei einem Unfall zerstört worden sein sollte.

Gespeichert werden beispielsweise verschiedene Daten vor dem Unfall: etwa Geschwindigkeit, Gaspedalstellung, Motordrehzahl, Aktivität von ABS und Stabilitätskontrolle sowie der Lenkwinkel. Beim Crash wird dann unter anderem die Geschwindigkeitsänderung in Längs- und Querrichtung aufgezeichnet, der Anschnallstatus von Fahrer und Beifahrer, die Airbag-Warnleuchte sowie der Auslösezeitpunkt der Airbags. Videoaufnahmen sind mit der Blackbox nicht möglich, darauf weist echo24.de hin.

Konzeptautos der Extreme: Zehn spektakuläre Einzelstücke, die nie in Serie gingen

Das Renault Trezor Renault concept
Platz 10 – Renault Trezor Concept (2016): Auf dem Pariser Autosalon im Jahr 2016 präsentierte Renault einen echten Hingucker: Die futuristische Flunder Trezor Concept gab einen Ausblick, wie ein rein elektrischer Gran Turismo der Franzosen aussehen könnte. Highlight des Konzeptfahrzeugs waren fehlenden Türen – stattdessen öffnete sich zum Einstieg das Dach samt Motorhaube. Schon bei der Vorstellung war allerdings klar: Dieses Gefährt ist einfach zu außergewöhnlich, um jemals in Serie zu gehen. Schön anzuschauen ist es trotzdem. © CTK Photo/Imago
Ein Peugeot e-legend 2019
Platz 9 – Peugeot e-Legend (2018): Es muss nicht immer alles neu sein: Auf dem Pariser Autosalon 2018 zeigte Peugeot die Retro-Studie e-Legend. Beim Design ließen sich die Franzosen dabei vom 504 inspirieren – einem Modell, das Ende der 1960er-Jahre Premiere feierte. Während man bei der Gestaltung in die Vergangenheit schaute, warf man technisch einen Blick in die Zukunft: Das Fahrzeug war mit einem reinen Elektroantrieb ausgestattet und sollte zeigen, wie man sich autonome Fahrmodi vorstellt. So ließ sich beispielsweise das Lenkrad unter der Soundbar versenken. Dennoch: In Serie ging der e-Legend nicht. © Xinhua/Imago
VW Futura
Platz 8 – VW Futura (1989): Wenn es um ein Messe-Showcar geht, dann greifen Autodesigner gerne zu Flügeltüren – so wirkt auch ein verhältnismäßig unspektakuläres Fahrzeug zumindest einigermaßen aufregend. Auch der VW Futura wurde im Jahr 1989 für seinen Auftritt auf der IAA in Frankfurt damit ausstaffiert – wohl wissend, dass es diese aufwendige Technik höchstwahrscheinlich nicht in ein Serienmodell schafft. Sowohl die Flügeltüren als auch die gläserne Heckklappe ließen sich zudem abnehmen, wodurch der Wolfsburger zu einer Art T-Top-Cabrio wurde. Der Futura blieb ein Einzelstück, allerdings gab er schon mal einen kleinen Ausblick auf das Design des späteren VW Sharan. © VW
Der Audi urban concept
Platz 7 – Audi Urban Concept (2011): Bei Showcars hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie – im Falle von Audi sind die Fahrzeuge zumeist schon ein relativ konkreter Ausblick auf ein Serienauto. Nicht so beim Audi Urban Concept: Auf der IAA 2011 in Frankfurt zeigten die Ingolstädter das Schmalspurfahrzeug, in dem zwei Personen hintereinander Platz nehmen. Der dynamische Rennwagen-Look täuschte etwas über die bescheidene Motorisierung hinweg: Zwei Elektromotoren sollten 20 PS leisten. Dafür wog das Gefährt nur 480 Kilogramm – die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100 km/h, die Reichweite gab Audi mit rund 60 Kilometern an. Später wurde die Studie, die als reines Stadtmobil konzipiert war, auch noch als Spyder-Version gezeigt – in Serie gingen beide nicht. © Audi
Der BMW M1 Hommage
Platz 6 – BMW M1 Hommage (2008): Im Herbst 1978 begann BMW mit der Produktion des legendären Supersportwagens M1 – bis Ende 1981 wurden 460 Exemplare gebaut. Die 277 PS aus einem Reihensechszylinder klingen heute allerdings nicht mehr wirklich gewaltig. Umso mehr erinnert man sich noch immer an des keilförmige Design des Mittelmotorsportlers. BMW ließ die Legende im Jahr 2008 wieder aufleben: Auf dem Concorso d‘Eleganza am Comer See zeigten die Münchner den BMW M1 Hommage. Die extrem designte Studie in oranger Metallic-Lackierung ist ein echter Hingucker. In Serie ging die Retro-Flunder nicht – allerdings nahm das Design schon etwas von einem anderen Fahrzeug voraus: dem BMW i8, der ab dem Jahr 2013 gebaut wurde. © BMW
Das Opel Monza Concept
Platz 5 – Opel Monza Concept (2013): In Serienfahrzeug sind Flügeltüren eine echte Rarität – zumeist sieht man sie nur in Supersportwagen, denn die Technik ist aufwändig und anfällig. Ein Hingucker sind sie aber immer, weshalb sie sich perfekt für Messestudien eignen. Auch Opel entschied sich beim Monza Concept auf der IAA in Frankfurt 2013 dafür. Die Serien-Chancen für ein schickes Luxus-Coupé dieser Art aus dem Hause Opel waren aber von vorneherein gering. Es blieb bei dem einen Showcar. Wer heute einen Monza fahren will, muss sich deshalb auf die Suche nach einem Original machen, das ab Ende der 1970er-Jahre gebaut wurde. © YAY Images/Imago
Das Bugatti 16C Galibier Concept
Platz 4 – Bugatti 16C Galibier Concept (2009): Die Marke Bugatti kennt man heutzutage vor allem durch zwei Modelle: die Supersportwagen Veyron und Chiron – beide mit einem 16-Zylindermotor und einer Leistung von weit mehr als 1.000 PS ausgestattet. 2009 zeigte die Marke mit dem Bugatti 16C Galibier Concept jedoch ausgewählten Gästen, wie man sich eine Luxuslimousine der Franzosen vorstellen könnte. Die Öffentlichkeit bekam das Showcar dann auf dem Genfer Autosalon 2010 zu sehen. Wie der Zusatz „16C“ verrät, wäre auch die sportliche Limousine mit einem gewaltigen 16-Zylindermotor ausgestattet gewesen. Den Weg in die Serienfertigung – wenn man bei den geringen Stückzahlen der Marke überhaupt davon sprechen kann – fand der Galibier nicht. Umso exklusiver bleibt damit die Besonderheit des Konzeptautos: Auf dem Armaturenbrett des Wagens ist eine Tourbillon-Uhr von Parmigiani Fleurier verbaut – diese lässt sich aus der Halterung herausnehmen und als Armbanduhr tragen. © Uli Deck/dpa
Der Citroën Tubik
Platz 3 – Citroën Tubik (2011): Vans sind optisch eher unspannende Fahrzeuge, was mit ihrer naturgemäß meist kastenartigen Form zu tun hat. Dass man ein solches Fahrzeug aber auch durchaus außergewöhnlich gestalten kann, zeigte Citroën im Jahr 2011 auf der IAA in Frankfurt mit dem Tubik. Ob einem das Design – speziell der Front – gefällt, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Eine riesige Flügeltüre öffnet den Zugang zum loungeartigen Innenraum des Turik. Die Sitzgelegenheiten bieten maximale Variabilät – und lassen sich beispielsweise auch zu einem Bett umbauen. Ein Fahrzeug der Extreme, das ebenfalls ein Einzelstück blieb. © Sebastian Geisler/Imago
Ein BMW E1
Platz 2 – BMW E1 (1991): Es gibt immer wieder Konzeptfahrzeuge, die ihrer Zeit einfach zu weit voraus sind. Zu diesen gehört wohl auch der BMW E1, den die Münchner im Jahr 1991 auf der IAA in Frankfurt vorstellten. Ein kompaktes Elektrofahrzeug mit einer Länge von knapp 3,50 Metern, in dem vier Personen Platz finden sollen. Die Natrium-Schwefel-Batterie bot eine Kapazität von 20 kW und hätte unter günstigen Umständen für eine Reichweite von rund 200 Kilometern reichen sollen. Der 32 kW starke Elektromotor trieb BMW-typisch nur die Hinterräder an, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 120 km/h. 1993 stellte BMW eine zweite Version des E1 vor – diesmal mit einem Verbrennungsmotor. Doch weder die eine noch die andere Variante schafften es in die Serie – dennoch gilt der E1 so manchem als früher Vorläufer des i3, der ab 2013 produziert wurde. © BMW
Mercedes NAFA
Platz 1 – Mercedes Nafa (1982): Beim Anblick dieses Gefährts mag man an viele Hersteller denken – aber sicher nicht an Mercedes. Allerdings präsentierten die Schwaben im Jahr 1982 tatsächlich die Studie Nafa – eine Abkürzung für „Nahverkehrsfahrzeug“. Die kantige Kiste war gerade einmal 2,5 Meter lang und 1,5 Meter breit und hoch. Sie bot Platz für zwei Personen und war als minimalistisches Stadt-Mobil konzipiert. Das kuriose Gefährt blieb ein Einzelstück – und gilt dennoch als Ur-Vater von späteren City-Flitzern wie dem Smart oder der A-Klasse.  © Mercedes-Benz

Blackbox im Auto: Wer darf die Daten auslesen?

Weil die Datenschutzgesetze eingehalten werden müssen, dürfen laut dem Automobilklub keine personenbezogenen Daten gespeichert werden. Grundsätzlich gehören die Daten dem Fahrer beziehungsweise dem Halter. Ausgelesen werden die EDR-Daten normalerweise auf Anordnung eines Richters oder der Staatsanwaltschaft. Mit der Klärung des Unfallhergangs wird ein Sachverständiger beauftragt, für den die EDR-Daten aber nur eine von vielen möglichen Quellen bei der Rekonstruktion darstellen. Ebenfalls eine Rolle spielen etwa die Deformationen der Unfallfahrzeuge, deren Lage sowie das Spurenbild am Unfallort.

Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

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