VonJohanna Werningschließen
Einmal mehr kommt die Zeitumstellung auf uns zu. Aber wird die Uhr im Herbst vor - oder zurückgestellt? Und an welchem Datum?
Hamm - Schon im Kindergarten wird sie zum Thema gemacht. Die Rede ist von der Zeitumstellung. Und trotzdem: Fragt man im Büro oder am heimischen Küchentisch, wann und wie die Uhr denn nun umgestellt wird, gibt es in den meisten Fällen wohl nur ein Achselzucken und ratlose Gesichter. Dabei gibt es gleich mehrere Eselsbrücken.
Zeitumstellung 2024: In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober werden die Uhren zurückgestellt
Die Umstellung auf die Winterzeit ist in diesem Jahr in der Nacht von Samstag, 26. Oktober, auf Sonntag, 27. Oktober. Dabei handelt es sich nicht um ein festes Datum wie beispielsweise der Tag-und-Nacht-Gleiche, sondern immer um den letzten Sonntag im Oktober. Bei der Winterzeit werden die Uhren dabei zurückgestellt – und zwar von 3 auf zwei Uhr. Konkret: Nach 2.59 Uhr kommt also 2.00 Uhr. Wir bekommen also quasi eine Stunde geschenkt.
Zeitumstellung: Wann und wie die Uhr umgestellt wird
► Es gibt die Sommerzeit und die Winterzeit. Die Winterzeit ist dabei die normale Zeit. Die Sommerzeit hingegen geht eine Stunde vor. Dass wir uns den ganzen Sommer lang eine Stunde früher aus dem Bett schälen, wurde dabei behördlich verordnet.
► Die Zeitumstellung findet zweimal im Jahr statt. Die Sommerzeit geht von letztem Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober. Somit geht die Winterzeit von Oktober bis März – und ist somit deutlich kürzer als die siebenmonatige Sommerzeit.
► Bei der Umstellung zur Sommerzeit wird uns eine Stunde „geklaut“. Auf 1:59 Uhr folgt 3.00 Uhr.
Obwohl es die Zeitumstellung schon seit über 40 Jahren gibt, sorgt sie bei den Menschen immer wieder für Verwirrung und Missverständnisse bei Verabredungen. Dabei gibt es gleich mehrere einfache Eselsbrücken:
- Sommerzeit ist Fußballzeit – das Motto darum: Sommer vor, noch ein Tor
- Im Sommer stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Winter zurück in den Schuppen.
- Im S-O-mmer nach v-O-rne, im W-I-nter nach h-I-nten.
- Die Zeitumstellung funktioniert wie ein Thermometer: Im Sommer sind die Temperaturen im Plus, im Winter im Minus.
- Im FRÜHling muss man FRÜHer aufstehen.
- Man stellt die Uhr immer Richtung Sommer: im Frühjahr also nach vorn, im Herbst zurück.
- Zur Erntezeit, das merk dir bloß, fällt dir ‘ne Stunde in den Schoß.
- Im Englischen lautet die Regel: „spring forward, fall back“. Das heißt sowohl „Frühling vorwärts, Herbst zurück“ als auch „spring nach vorn, falle zurück“.
- Im Winter hinter
- Zahlenfreaks merken sich 2-3-2. Im Frühjahr wird die Zeit von 2 auf 3 Uhr gestellt, im Herbst von 3 auf 2 Uhr.
Zeitumstellung im Hebst 2024 – doch es gibt Kritik
Was viele nicht wissen: Die Idee der Zeitumstellung war ursprünglich wirtschaftlich. Konkret wollte man Energie sparen. 1980 wurde in Deutschland die Sommerzeit eingeführt. Grund war unter anderem die vorangegangene Ölkrise. Der Gedanke: Während der Sommerzeit, die von der normalen Zonenzeit abweicht, bleibt es abends länger hell, die Menschen schalten das Licht später ein und sparen damit Energie.
Ob das allerdings wirklich der Fall ist, ist mehr als strittig. Denn laut Bundesumweltamt steigt aber der Energieverbrauch, weil in den kalten Monaten (März, April und Oktober) morgens mehr geheizt wird. „Wie viel Energie durch die Umstellung auf Sommerzeit tatsächlich eingespart wird, lässt sich nicht genau beziffern, denn: Die Umstellung führt an der einen Stelle zu einem geringeren und an der anderen zu einem höheren Verbrauch“, heißt es unter anderem. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Studien, dass viele Menschen durch die Zeitumstellung gesundheitliche Probleme erleiden und es zu deutlich mehr Wildunfällen kommt.
Doch da nicht nur Deutschland die Uhren umstellt, sondern in der gesamten Europäischen Union die Sommerzeit herrscht, ist die Abschaffung mehr als kompliziert. Das Europäische Parlament stimmte zwar dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben. Damit die Änderung in Kraft treten kann, müssten aber auch die EU-Staaten mehrheitlich zustimmen. Bei den zuständigen Verkehrsministern gab es dazu bislang allerdings keine Einigung.
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