Knochenschwund und Zöliakie

Osteoporose-Risiko: Allergie gegen Gluten kann Knochenschwund auslösen

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Menschen mit Zöliakie sollten ihre Knochendichte messen lassen. Durch die chronische Darmentzündung aufgrund von Gluten kann das Skelett brüchig werden.

Gluten – ein Begriff, der gerade in den letzten Jahrzehnten an Bekanntheit erlangte. Dabei sind es vielmehr die unangenehmen Begleiterscheinungen, die mit dem Verzehr von Gluten – auch „Klebereiweiß“ genannt und Speicherprotein von vielen Getreidearten – assoziiert werden. Häufig ist umgangssprachlich immer von „Glutenunverträglichkeit“ die Rede, wenngleich diese nicht mit der schweren Autoimmunerkrankung Zöliakie – die in gewisser Weise einer Nahrungsmittelallergie ähnelt – gleichgesetzt werden kann.

Die Allergie gegen Gluten kann durch ihren Erkrankungsverlauf langfristig Knochenschwund, sogenannte Osteoporose, zur Folge haben. Es gibt Möglichkeiten, einer Schädigung der Knochen vorzubeugen, wie Studien belegen.

Osteoporose als Folgeerkrankung: Allergie auf Gluten kann Knochenschwund auslösen

Osteoporose kann Folge der Autoimmunerkrankung Zöliakie, der entzündlichen Reaktion auf Gluten, sein. (Symbolbild)

Die Zöliakie ist weder eine Allergie gegen Gluten oder Weizen noch eine Unverträglichkeit, wie es die Deutsche Gesellschaft für Zöliakie e. V. betont. Es handele sich um eine chronische Autoimmunerkrankung, durch die eine lebenslange autoimmune Reaktion gegenüber dem Klebereiweiß Gluten beziehungsweise der Unterfraktion Gliadin besteht. Gluten und Gliadin kommen in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste sowie in den alten Weizensorten Einkorn, Emmer und Khorasan-Weizen vor. Ein Verzicht dieser Getreidesorten kann Symptome der Zöliakie und Glutenunverträglichkeit nahezu verhindern.

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Durch den Verzehr von Gluten kommt es bei Zöliakie-Betroffenen zu einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut ähnlich wie bei Morbus Crohn und damit zu einer veränderten Nährstoffaufnahme, was wiederum einen Vitamin- und Mineralstoffmangel zur Folge hat.

Nährstoffe wie Vitamin D, Calcium und Magnesium sind jedoch für einen gesunden Knochenaufbau wichtig, ebenso wie regelmäßige Bewegung und Sport. Gleichzeitig wirkt sich die Entzündungsreaktion im Körper negativ auf die Knochendichte aus. Das Risiko einer Osteoporose ist für Zöliakie-Betroffene demnach höher.

Zöliakie: Ernährungsumstellung kann Osteoporose vorbeugen

Wissenschaftler unter Dr. William Stenson der Washington University School of Medicine konnten bereits feststellen, dass die Überempfindlichkeit gegenüber Gluten unter Menschen mit Osteoporose viel verbreiteter ist als bei Menschen ohne Osteoporose. Daher ist es wichtig, dass Ärzte bei Patienten mit osteoporotischen Merkmalen ohne erkennbare Ursachen auch eine Diagnostik auf Zöliakie in Betracht ziehen, wie Dr. Stenson und sein Forscherteam in einer Studie untermauern.

Die Wissenschaftler beschlossen, die betroffenen Osteoporose-Patienten auf glutenfreie Lebensmittel zu setzen und stellten fest: Die Knochendichte verbesserte sich – und zwar noch stärker als unter einer medikamentösen Therapie.

Gesunder Darm: Neun Lebensmittel streichen und dadurch leichter abnehmen

Weingläser
Alkohol kann nicht nur Lebererkrankungen auslösen und Krebs begünstigen: Er wirkt sich auch negativ auf das Gleichgewicht im Darm aus und ruft Magen-Darm-Entzündungen hervor. Zudem verstecken sich in alkoholhaltigen Getränken oftmals mehr Kalorien als man annehmen würde. Wer ein paar Kilos verlieren und abnehmen und gleichzeitig seinem Darm etwas Gutes tun möchte, sollte seinen Konsum besser reduzieren oder ganz darauf verzichten.  © Cavan Images/IMAGO
Fleisch und Wurstwaren
Wurstwaren und verarbeitetes Fleisch können Ihrer Darmflora ebenfalls schaden und Sie so beim Abnehmen hindern. Zudem erhöht der übermäßige Konsum von rotem Fleisch das Risiko für Darmkrebs. Deshalb wird empfohlen, nicht mehr als 500 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu verzehren. Stattdessen raten Experten immer wieder zu einer mediterranen und überwiegend vegetarischen Kost. © Zoonar.com/monticello/IMAGO
Zucker in goldener Schale
Industriell hergestellter Zucker ist nicht nur allgemein schädlich für die Gesundheit. Ob braun, weiß oder in Form von Puder: Er schadet der Darmflora, in dem er schnell Entzündungsreaktionen auslöst. Wer abnehmen möchte, sollte ebenfalls auf Zucker verzichten, da er zu den klassischen Dickmachern zählt.  © Stefan Rotter/IMAGO
Pizza
In Fertigprodukten wie etwa Tiefkühlpizzen oder Fast Food stecken mehrere ungesunde Inhaltsstoffe, dafür kaum Ballaststoffe. Zu ersteren zählen neben Fett auch Salz und Zucker. Zudem enthält stark verarbeitetes Essen auch noch Konservierungsmittel, Aromen und häufig Geschmacksverstärker. Alles zusammen kann der Darmflora schaden. © Joerg Beuge/IMAGO
Semmeln aus Weizenmehl
Gluten ist das wichtigste Protein in Getreide. Allerdings greift es direkt die Darmwand an und beschädigt sie. Zudem stellt es einen Risikofaktor für das Reizdarmsyndrom und Autoimmunerkrankungen dar und ist die direkte Ursache für Zöliakie. Wenn Sie Ihrem Darm nicht schaden möchten, dann sollten Sie Getreide nur in Form von Sauerteigprodukten verzehren. Auf Brot, Nudeln, Backwaren und andere Dinge, die Getreide enthalten, sollten Sie besser verzichten. © Andre Bonn/IMAGO
Sonnenblumenöl
Industrielle Speiseöle werden – wie der Name bereits sagt – industriell hergestellt und sind für den menschlichen Verzehr in dieser Menge eigentlich nicht gedacht. Sie enthalten alle zu viele Omega-6-Fettsäuren, die Entzündungen im Körper fördern. Da dies bereits im Darm beginnt, sollten Sie beispielsweise Sonnenblumenöl, Distelöl oder Nussöl vermeiden. © CSP_walenga/IMAGO
Verschiedenes Obst
Nicht nur Zucker kann der Darmflora schaden: Vorsicht ist auch bei Fruktose (Fruchtzucker) angesagt. Denn zu viel Fruchtzucker kann zu Magen- und Darmbeschwerden führen. So kann er im Übermaß und ohne schützende Ballaststoffe (also in allen Süßigkeiten, die nicht Obst sind) im Darm eine Entzündungsreaktion verursachen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb von mehr als fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag ab. © Mark1987/IMAGO
Verschiedene Milchprodukte
Zwar zählen Proteine zu den wichtigen Bestandteilen einer ausgewogenen Ernährung. Dennoch kann tierisches Eiweiß in großen Mengen schädlich für den Darm sein. Achten Sie deshalb zum Beispiel bei Käse, Fleisch, Eiern und Milch immer auf die Menge und die Herkunft. Tierische Proteine können zudem zu Entzündungen führen, die die Bakterien-Flora im Verdauungstrakt negativ beeinflussen. © Alex9500/IMAGO
Mann hält Pille und ein Glas Wasser in seinen Händen
Bei Antibiotika handelt es sich zwar nicht um ein Lebensmittel im klassischen Sinne. Sie können der Darmflora allerdings auch schaden. Wer dennoch einmal ein Antibiotikum als Medikament einnehmen muss, kann mithilfe eines Probiotikum entgegensteuern und so die Milchsäurebakterien im Darm stärken. © Giorgio Fochesato/IMAGO

Eine Ernährungsumstellung kann somit nicht nur gegen chronische Entzündungen bei Diabetes, Rheuma, Arthrose sowie Akne helfen. Auch Knochenveränderungen im Zuge einer Zöliakie und Glutenunverträglichkeit sind bei frühzeitiger Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung reversibel.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Robert Przybysz/Imago

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