Im Fahrzeug eingesperrt

Hund im überhitzten Auto: Darf ich die Scheibe einschlagen?

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Im Sommer kann sich ein Auto-Innenraum auf bis zu 70 Grad erhitzen. Für Hunde eine Todesfalle. Was ist nun erlaubt, um das Tier zu retten – und was nicht?

Es ist buchstäblich ein heißes Thema im Sommer: Hunde im Auto. Obwohl mittlerweile bekannt sein sollte, dass ein Auto für den besten Freund des Menschen bei Hitze schnell zur Todesfalle wird, lassen zahlreiche „Besitzer“ ihre Vierbeiner noch immer einfach dort warten – um nicht zu sagen: schmoren. Besorgungen machen oder der Einkaufsbummel zwischendurch, geht ja alles ganz schnell. Ein solches Verhalten ist nicht nur verantwortungslos, es gefährdet das Leben von Hund oder auch Katze. Denn die können nicht schwitzen und sind daher sehr empfindlich gegenüber Hitze.

Hund aus Auto befreit, Polizei und Besitzer aufgebracht 

Bleibt ein Hund fahrlässig im heißen Auto zurück, droht ein saftiges Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. (Symbolbild)

Vor ein einigen Jahren sorgte das Bild eines im Auto eingesperrten Hundes sogar für Belustigung im Netz. Ein unbekannter Hunde-Halter hatte das Tier sitzen lassen und an der Fensterscheibe gleichzeitig ein vielsagendes Hinweisschild für mögliche Retter hinterlassen. Man möge die Scheibe bitte nicht einschlagen, die Klimaanlage laufe schließlich und der Hund bekomme außerdem seine Lieblingsmusik zu hören.

Und in Hessen ereignete sich 2017 ein Fall, in dem Passanten einen offensichtlich leidenden Hund in einem überhitzten Fahrzeug entdeckten und anschließend befreiten. Wie die Welt berichtete, habe eine 25-Jährige zunächst – wie es richtig ist – die Polizei informiert. Bevor diese eingetroffen sei, habe jedoch eine weitere Passantin kurzentschlossen ihren kleinen Sohn durch das geöffnete Schiebedach des Autos greifen und eine Tür öffnen lassen. Der Hund war befreit, hatte Wasser, doch dann hätten sich sowohl die Polizei als auch die Besitzer ordentlich beschwert. Letztere über den angeblichen „Einbruch“, die Beamten über den unnötigen Notruf.

Hund im Auto eingesperrt: Darf im Notfall die Scheibe eingeschlagen werden? 

Angesichts solcher Ereignisse stellt sich unweigerlich die Frage, wie man sich als potenzieller Retter denn nun zu verhalten hat? Wie die Polizei im Anschluss an diesen empörenden Fall mitteilte, müsse in Notfällen tatsächlich die 110 angerufen werden. Allerdings nur dann, wenn der Fahrzeughalter nicht ausfindig gemacht werden könne.

Zehn Hunderassen mit dem stärksten Biss

Malinois werden auch als belgische Schäferhunde bezeichnet. Durch ihre hohe Aufmerksamkeit eignen sie sich als Wachhunde und werden auch als Diensthunde bei Polizei und Militär eingesetzt. Weil sie viel Energie besitzen, müssen sie entsprechend ausgelastet werden. (Symbolbild)
Platz 10: Der Malinois oder auch belgische Schäferhund hat eine Beißkraft von 200 PSI. Die Rasse ist sehr aufmerksam und eignet sich deswegen auch als Wachhund. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Wegen ihres üppigen Fells, werden Chow-Chows auch als „Löwenhunde“ bezeichnet. Sie sind zwar sehr ausgeglichene Tiere, aber auch etwas eigensinnig. In der Regel werden sie bis zu 56 Zentimeter groß. (Symbolbild)
Platz 9: Die flauschigen und ausgeglichenen Chow-Chows können mit bis zu 220 PSI zubeißen. Die Rasse kommt aus China und wird dort auch „Löwenhund“ genannt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Weil Holländische Schäferhunde so athletisch und lernwillig sind, werden sie häufig als Diensthunde bei Polizei, Militär und Zoll eingesetzt. Ihre Vorfahren sind die gleichen, wie die der Mallinois, den belgischen Schäferhunden. (Symbolbild)
Platz 8: Holländische Schäferhunde beißen mit 225 PSI zu. Sie sind sehr lernwillig und sportlich. Mit den Mallinois sind sie verwandt. (Symbolbild) © imagebroker/Imago
Mit einer Beißkraft von 235 PSI sind American Pit Bull Terrier früher oft in Hundekämpfen zum Einsatz gekommen. Die Rasse ist dadurch als äußerst aggressiv in Verruf geraten. Bei guter Erziehung aber, sind auch sie sehr freundliche Hunde. (Symbolbild)
Platz 7: American Pit Bull Terrier haben eine Beißkraft von 235 PSI. Durch Hundekämpfe sind sie in Verruf geraten. Doch bei guter Erziehung sind sie sehr menschenfreundlich. Deswegen werden sie heute auch, trotz ihres Stigmas, als Assistenz- und Therapiehunde eingesetzt. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Deutsche Schäferhunde wurden zwar zum Hüten gezüchtet, haben aber auch einen starken Jagdtrieb. Zubeißen können sie mit 240 PSI. Ihr Gebiss ist in erster Linie auf das Fangen, Festhalten, Zerreißen und das Zerkleinern der Beute spezialisiert. (Symbolbild)
Platz 6: Deutsche Schäferhunde wurden zwar zum Hüten gezüchtet, haben aber auch einen starken Jagdtrieb. Zubeißen können sie mit 240 PSI. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Hunde der Rasse American Bulldog sind loyal und freundlich. Ihre Statue ist klein, aber kräftig. So auch ihr Kiefer, mit dem sie eine Beißkraft von 300 PSI erreichen können. (Symbolbild)
Platz 5: Der American Bulldog ist klein und muskulös. Sein breiter, kräftiger Kiefer kommt auf eine Beißkraft von 300 PSI. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Rottweiler sind sehr aufmerksam und können auch ein ausgeprägtes Schutzverhalten an den Tag legen. Mit ihrem kräftigen Gebiss erreichen sie Kräfte von bis zu 330 PSI. (Symbolbild)
Platz 4: Rottweiler können mit 330 PSI zubeißen. Sie sind bekannt für ihr freundliches und tapferes Wesen. Doch auch für ihre Körperkraft und ihren starken Kiefer. (Symbolbild) © teamwork/Imago
Der English Mastiff gilt als ruhig und würdevoll, aber auch tapfer und beschützend. Rüden können bis zu 100 Kilogramm schwer werden. Mit einer Beißkraft von 560 PSI ist auch ihr Kiefer besonders kräftig. (Symbolbild)
Platz 3: Den drittstärksten Hundekiefer besitzt der English Mastiff. Mit 560 PSI kann er zupacken. Sein Wesen ist ruhig und beschützend, weswegen er sich auch sehr gut als Wachhund eignet. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Der Dobermann gilt als sensibel und oft wird ihm ein aggressiver Charakter nachgesagt. Auch wenn sie nicht so schwer werden, haben sie dennoch eine Beißkraft von bis zu 600 PSI. (Symbolbild)
Platz 2: Auch wenn der Dobermann gerade mal bis zu 45 Kilogramm schwer wird, hat er dennoch eine sehr große Beißkraft von 600 PSI. (Symbolbild) © Zoonar/Imago
Der Kangal-Hirtenhund kann mit 740 PSI kräftiger als ein Löwe zubeißen. Der Kangal ist ein Herdenschutzhund und wird zur Überwachung von Nutztieren eingesetzt. (Symbolbild)
Platz 1: Den stärksten Kiefer unter den Hunderassen hat der Kangal-Hirtenhund. Mit ganzen 740 PSI kann er zubeißen und ist damit sogar kräftiger als ein Löwe, der auf 691 PSI kommt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Wie das zu bewerkstelligen sei und wann ein Notfall vorliege und wann nicht, ließ die Polizei anscheinend offen. Fakt ist: Türen eines fremden Autos dürfen nicht einfach so geöffnet werden. Und wer aus lauter Mitleid mit einem Tier auf die Idee kommen sollte, die Scheibe einzuschlagen, sollte sich das lieber zweimal überlegen. Schließlich handelt es sich um das Eigentum einer anderen Person - und dann drohen eine Anzeige und Strafe wegen Sachbeschädigung.   

Im Gespräch mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung bestätigte dies 2017 schon die Juristin Antje Greschak: "Vor einem eigenmächtigen Rettungsversuch sollte man absehen und stattdessen Polizei oder Rettungskräfte unverzüglich alarmieren. Nur, wenn ein Notruf abgesetzt wurde und Gefahr in Verzug ist, sollte in letzter Konsequenz der Hund gewaltsam befreit werden."

Obwohl also zunächst der Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt ist, wird aber das Leben eines Tieres gerettet. Dann greift Paragraph 34 StGB, der es gestattet, „Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut“ von sich oder anderen abzuwenden.

Zum Halter, der den Einsatz von Rettungskräften und Polizei zu zahlen hat, meint Greschek: „Spätestens, wenn er die Rechnung gesehen hat, wird er sein Tier beim nächsten Mal doch lieber in die Eisdiele mitnehmen oder zu Hause lassen.“

Anzeichen für Hitzeschlag erkennen

Wie der Tierschutzbund auf seiner Webseite mitteilt, lassen sich gewisse Warnsignale bei Hunden oder Katzen feststellen, die sehr an der Hitze leiden. Dazu zählen:

  • Glasiger Blick
  • Tiefrote Zunge
  • Hecheln mit gestrecktem Hals
  • Erbrechen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Bewusstlosigkeit

Bei Katzen erkenne man einen Hitzschlag daran, dass sie aufgeregt auf und ab gehen oder stark hechelnd auf dem Bauch liegen.

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Rubriklistenbild: © SWernerNey/Imago

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