Bestäuber spielen

Zucchini trägt keine Früchte: Oft liegt es an der fehlenden Bestäubung

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Zucchinipflanzen sind einhäusige Pflanzen, es gibt also sowohl männliche als auch weibliche Blüten an einer Pflanze. Die brauchen jedoch manchmal Hilfe.

Wer einen gut gepflegten Nutzgarten angelegt hat, hat im Sommer alle Hände voll zu tun. Der Erntekorb ist jeden Tag gut gefüllt mit Obst, Gemüse und Kräutern und je nach Pflanze stehen Pflegearbeiten an. Zucchinipflanzen gehören zu den Exemplaren, die sich auch gut für Garten-Neulinge und Einsteiger eignen. Doch in manchen Jahren will es mit der Fruchtbildung einfach nicht klappen. Die Pflanzen bilden dann zwar große Blätter, aber keine Früchte. Das kann unterschiedliche Gründe haben.

Zucchini trägt keine Früchte: Das müssen Sie bei der Gartenpflege ändern

Nur aus den weiblichen Zucchinipflanzen entstehen später Früchte.

Zucchini sind Sonnenliebhaber, deswegen müssen Gartenfans ihnen auf jeden Fall ein sonniges Plätzchen im Beet reservieren. Ist es dort dann noch windstill und haben die Pflanzen sehr nährstoffreichen Boden für ihre Wurzeln, gedeihen sie meist schnell und wuchernd. Da Zucchini zu den Kürbispflanzen zählen, wundert es nicht, dass sich die Ranken der Pflanze über das ganze Beet erstrecken können. Kleine Pflanzen verdrängt die Zucchinipflanze schnell, das müssen Gärtnerinnen und Gärtner bei der Gestaltung ihres Beetes bedenken. Laut dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) sollten Gartenfreunde deswegen einen Bereich von zwei Metern pro Pflanze einplanen.

Während des Sommers brauchen Zucchini regelmäßig Dünger. Gut eignet sich beispielsweise eine Brennnesseljauche, die Gartenfreunde ansetzen und dann ein Mal pro Woche unter das Gießwasser mischen. Daneben ist tägliches Gießen in den Morgenstunden Pflicht, denn Wassermangel führt dazu, dass sich die Früchte bald verformen und bitter schmecken. Stimmen die äußeren Bedingungen, liefert eine Zucchinipflanze in einer guten Saison bis zu fünf Früchte pro Woche. Doch in manchen Fällen bilden sich erst gar keine Früchte und die Ernte bleibt aus. Die Ursachen dafür sind jedoch schnell behoben.

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Zucchini trägt keine Früchte: So funktioniert die Bestäubung

Ursachen für ausbleibende Früchte an der Zucchinipflanze können folgende sein:

  • Fehlende Bestäubung: Um erfolgreich Zucchini zu ernten, müssen Gartenfans wissen, dass eine Zucchinipflanze sowohl männliche als auch weibliche Blüten trägt. Sie ist also eine sogenannte einhäusige Pflanze. Nur aus den weiblichen entstehen später Früchte. Auch niedrige Temperaturen oder viel Regen machen der Bestäubung manchmal einen Strich durch die Rechnung. Denn in weniger warmen Sommern fliegen weniger Insekten wie Bienen durch die Luft und viele weibliche Zucchini-Blüten bleiben unbestäubt.
  • Mangelnde Versorgung mit Nährstoffen: Passen die Bodenbedingungen nicht und sind nicht genügend Nährstoffe vorhanden, hat die Zucchinipflanze nicht genügend Kraft, leckere Früchte zu bilden.
  • Zu wenig Sonnenschein: Im Schatten welken die Blätter der Zucchinipflanzen schnell, zur Fruchtbildung kommt es erst gar nicht. Auch häufige Wetterwechsel verträgt die Pflanze nicht gut, das verzögert die Ernte teilweise um Wochen.

Die Ursachen lassen sich jedoch gut in den Griff bekommen. Mit diesen Tricks wachsen Zucchini-Früchte schnell heran:

  • Bestäubung: Ist mangelnde Bestäubung das Problem, gibt es mehrere Lösungen. Zum einen ist es laut dem WDR sinnvoll, immer mindestens zwei Zucchinipflanzen nebeneinanderzusetzen. Das erhöht die Chance auf eine ausreichende Bestäubung. Gartenfreunde können aber auch selbst nachhelfen, indem sie die Pflanze bestäuben. Dafür suchen sie sich eine männliche Blüte, schneiden sie ab und entfernen die Blütenblätter. Dann streichen sie mit den freigelegten Staubfäden über die Narbe der weiblichen Blüten. Weibliche und männliche Blüten sind gut zu unterscheiden. Zum einen blühen männliche Blüten etwas eher als weibliche und haben längere Stiele. Zum anderen zeigt sich der Fruchtknoten bei weiblichen Blüten unter den Blüten als eine deutliche, längliche Verdickung.
  • Düngung: Wie oben beschrieben ist das Gießen mit Dünger ein Mal pro Woche und das tägliche Gießen am Morgen unabdingbar für die Fruchtbildung.
  • Standort: Auf schattigen Balkonen oder Terrassen wachsen Zucchini nicht, die Pflanze braucht volle Sonne. Dann klappt es auch mit der Ernte.

Kürbis im Herbst: Die besten zehn Sorten

Baby Boo-Kürbisse auf einem weißen Untergrund.
Baby Boo heißt dieser kleine Speisekürbis, der sich sehr gut füllen und im Ofen zubereiten lässt. © Kantaruk Agnieszka/Imago
Reife Turbankürbisse auf einem Haufen.
Der Blütenansatz-Ring verleiht dem Turbankürbis das kuriose Aussehen. Ihn kann man essen oder zur Deko verwenden. © Imago
Zwei reife Ölkürbisse im Beet.
Der steirische Ölkürbis wird mit zunehmendem Reifegrad gelb-orange und wird für das gleichnamige Kürbiskernöl verwendet. © Imago
Viele geerntete Eichelkürbisse nebeneinander.
Im reifen Zustand ist der Eichelkürbis sehr hart und sollte nur noch als Dekoration verwendet werden.  © Olga Gillmeister/Imago
Mehrere Patisson-Kürbisse auf einem Haufen.
Der flache Patisson-Kürbis wird aufgrund seiner Form auch als Ufo-Kürbis bezeichnet. © Jochen/Imago
Orange-grüne Spaghetti-Kürbisse.
Der Spaghetti-Kürbis zeichnet sich durch seine ovale Form und sein mildes Aroma aus. © Cornelia Pithart/Imago
Ein halbierter Hokkaido-Kürbis auf einer Holzunterlage.
Die Schale des Hokkaidos ist besonders dünn und kann problemlos mitgegessen werden. © Stock&people/Imago
Mehrere Butternuss Kürbisse.
Ob als Suppe oder aus dem Ofen: Der Butternuss-Kürbis ist lecker und kann wie der Hokkaido mit Schale zubereitet werden. © Imago
Ein Bauer, der einen langen Kürbis trägt.
Die Sorte Langer von Neapel hat besonders wenig Kerne.  © Mint Images/Imago
Ein dunkelgrüber Muskatkürbis in einem Feld.
Der Muskatkürbis trägt seinen Namen, weil sein Geschmack an das gleichnamige Gewürz erinnert. © Manfred Ruckszio/Imago

Bilden Zucchini also keine Früchte, ist noch nicht alles verloren. Gartenfreunde können während der Blütezeit noch aktiv werden und in den Fruchtbildungsprozess eingreifen. Bei der Ernte sollten Gärtnerinnen und Gärtner dann nicht zu lange warten, denn Zucchini schmecken am intensivsten, wenn sie noch klein sind. Ernten Sie regelmäßig die Früchte ab, regen Sie damit die Pflanze an, noch mehr Früchte zu bilden.

Rubriklistenbild: © Avq/Imago

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