Wissenschaftler erklären es

Warum sich manche Katzen eine zweite Familie suchen – und trotzdem wieder nach Hause kommen

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Manche Katzenhalter fragen sich zu Recht, wo ihre Katze gerade unterwegs ist. Es könnte sein, dass sie woanders gefüttert wird oder Nachbarn sie in die Wohnung lassen.

Immer wieder hört man von Katzenhaltern, die ihre Samtpfote – mehr oder weniger – mit anderen Menschen teilen. Denn sobald die Katzen draußen herumstromern, können sie auf Nachbarn oder auch entferntere Bewohner treffen, die der Katze vielleicht ein Leckerli geben oder die Tiere streicheln. Dabei ist es unter verantwortungsbewussten Katzenhaltern eigentlich die Regel, dass man eine fremde Katze nicht ohne Not und ungefragt füttert.

Warum sich manche Katzen eine Zweitfamilie suchen

Doch genau das mag der ein oder anderen Fellnase womöglich gefallen. Und so kann es sogar vorkommen, dass einige Katzen sich – während ihrer Abwesenheit – quasi ein zweites Zuhause suchen, wo sie zumindest einige Zeit verbringen. Spätestens, wenn die eigene Katze ein bis zwei Tage oder sogar länger nicht nach Hause kommt, fragen sich viele Katzenhalter allerdings zu Recht, wo ihr geliebtes Haustier sich aufhält.

Wo hält sich die Katze auf, wenn sie nicht daheim ist? Diese Frage stellen sich nicht wenige Halter.

Biologe: Katzen binden sich „weniger fest an ihre Menschen“

Experten liefern für das „Fremdgehen“ von Katzen eine nüchterne Erklärung. Es hängt mit der im Vergleich zu Hunden weniger komplexen Sozialbindung von Katzen zusammen. „Katzen sind sehr individuell und binden sich nicht sehr fest an ihre Menschen“, erklärt der renommierte Verhaltensforscher und Biologe Kurt Kotrschal in einem Beitrag auf Stern.de. Dass Katzen wesentlich eigenständiger sind als Hunde, ist hinlänglich bekannt. Die Tiere seien auch gern mal für sich, so Kotrschal, und entscheiden selbst, wann sie Kontakt haben wollen. „Es ist eine Sozialbeziehung mit eingebauter Distanz.“

Gerade die Selbständigkeit der Tiere kann laut Wissenschaftlern dazu führen, dass die Katzen, sollten sie draußen frei herumstromern, auch mal woanders haltmachen. Sei es, weil sie in der Gegend wirklich von jemandem gefüttert werden. Oder weil sie woanders eine kuschelige Ecke gefunden haben, und sei es auch nur beim Nachbarn im Hof unter einem Vordach.

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Katzensprache verstehen: Zehn Signale, die zeigen, dass Ihre Katze Sie liebt

1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein.
1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Im Allgemeinen gelten Katzen als sehr intelligent.
2. Zeichen: Schnurrt eine Katze beim Schmusen, ist das ein eindeutiger „Liebesbeweis“. (Symbolfoto) © Westend61/Imago
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied.
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied. (Symbolbild) © Ardea/Imago
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert.
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert. (Symbolbild) © Westend61/Imago
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher.
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild)
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild)
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild) © Imaginechina-Tuchong/Imago
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste.
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste. (Symbolbild) © Westend61/Imago
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad.
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad. (Symbolbild) © Westend61/Imago
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht.
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Mögliche Gründe, warum Katzen abwandern

In den meisten Fällen passiert es allerdings nicht plötzlich, dass Katzen abwandern. Auch Veränderungen im eigenen Zuhause können dafür ursächlich sein, oder dass andere Katzen ihnen ihr Revier streitig gemacht haben. Wichtig ist es, die Gründe für das geänderte Verhalten der Katze herauszufinden. Sollten die Nachbarn der Grund sein, die die Katze füttern oder in die Wohnung lassen, sollten Sie zuerst mit ihnen sprechen. Kann es dagegen sein, dass sich die Katze bei Ihnen daheim zum Beispiel vernachlässigt gefühlt hat oder sie eifersüchtig auf jemand Neues in der Familie ist, beschäftigen Sie sich umso intensiver mit ihr und versuchen Sie sich dem Tier durch Spielen, Streicheln und indem Sie Zeit mit ihm verbringen, wieder anzunähern. Sorgen Sie in jedem Fall dafür, dass sich die Katze bei Ihnen daheim wohlfühlt. Dann können Sie sie auch wieder leichter für sich gewinnen.

Biologe nennt Gründe, warum Katzen „zurückkommen“

„Katzen sind im Grunde Opportunisten, auch bei ihren Kontakten“, erklärt der Biologe Dennis C. Turner laut Stern.de. Katzen reagieren empfindlich auf Veränderungen im Haushalt und bleiben dann oftmals zunächst länger draußen, hat der Wissenschaftler demnach festgestellt. „Später werden sie dann aber zurückkommen.“ Das gelte zumindest für gut sozialisierte Tiere, also solche, die von klein auf gern mit Menschen interagieren. „Man sollte nie fremde Katzen füttern“, betont er außerdem. „Wenn die Katze zum Nachbarn geht, dann sollte man nett mit den Nachbarn reden.“

Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

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