Auszeit vom Alltag

Die Toskana-Sehnsucht – und was wirklich dahinter steckt

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Die Toskana ist kein Reiseziel. Sie ist ein Gefühl. Eine Sehnsucht, die zuverlässig aufflackert, sobald jemand das Wort ausspricht – begleitet von einem zustimmenden Nicken und einem kurzen Tagtraum.

Die Toskana ist ein Landstrich, der so oft romantisiert wurde, dass man meinen könnte, der Zauber sei längst aufgebraucht. Und doch – er funktioniert jedes Jahr aufs Neue. Fast 50 Millionen Übernachtungen zählte die Region 2023. Woran liegt das? Vielleicht am Licht, das abends die Hügel in weiches Orange taucht und selbst schnöde Handyfotos wie Kinostills wirken lässt. Vielleicht am Essen, das man nicht rechtfertigen muss. Oder an der Selbstverständlichkeit, mit der Kultur und Alltag hier ineinander gleiten – wenn man vormittags durch Renaissance-Gemälde schlendert und nachmittags ein Pistazieneis auf den Treppenstufen an der Piazza isst, berichtet la-bella-vita.club.

Die Piazza Grande in Arrezzo in der Abendsonne: Buona Sera!

Das Ungeplante ist das Perfekte

Pinienalleen im Sonnenuntergang: Die Toskana in der Nähe von Sienna.

Die Toskana ist kein Ort, an dem man sich verliert – sondern einer, an dem man sich wiederfindet. Auch, wenn das Navigationssystem regelmäßig ausfällt und einen über holprige Schotterwege zu Weingütern führt, von denen man noch nie gehört hat. Aber genau das ist ja Teil des Charmes: Das Ungeplante, das Unperfekte. Dass man hier statt in einer „Ferienwohnung“ in einem „Agriturismo“ wohnt, klingt nicht nur besser – es fühlt sich auch besser an. Man wird morgens vom Duft nach frischem Ricotta geweckt, isst Brot mit Olivenöl, das keine Supermarktflasche je imitieren könnte, und schaut beim Frühstück nicht auf den Parkplatz, sondern auf einen Olivenhain. Wer Ideen für einen Urlaub in der Toskana sucht, findet im Überblick Inspiration.

Sonnenuntergang im Rudeln gucken an der Piazzale Michelangelo in Florenz.

Auszeit von dem Leistungs-Abo

Die Toskana erlaubt es, für ein paar Tage jemand zu sein, der nicht ständig funktionieren muss. Hier fragt niemand, was man beruflich macht. Man sitzt einfach da, blickt in die Landschaft und schenkt den Wein nach – weil es gerade passt. Und dann ist da natürlich das Essen. Kein Chichi, kein Showkochen, keine Mikroportionen. Sondern Pasta, Fleisch, Brot, Käse, alles auf einmal, alles ohne schlechtes Gewissen. Essen ist hier keine Aktivität, sondern ein Teil des Tages – wie Atmen oder Schlafen.

Ein paar Tage dazugehören

Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum so viele von uns zurückkehren: Weil die Toskana vorgibt, das Leben könne ganz einfach sein. Und weil wir bereitwillig an diese Illusion glauben. Weil sie gut tut. Weil sie funktioniert. Und weil man sich – zumindest für ein paar Tage – vorstellen kann, einfach dazuzugehören.

In Italien warten viele schöne Regionen darauf, entdeckt zu werden. Von den charmanten Orten am Gardasee über die Natur in Apulien hin zu den kulinarischen Spezialitäten, die das ganze Land zu bieten hat – er einen Urlaub in Italien plant, hat viele schöne Ziele zur Auswahl.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Maria Maar

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