Andere Seite der Baleareninsel

Nicht nur Ballermann: Fünf malerische Orte und Aussichten, die Mallorca zu bieten hat

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Mallorca ist für viele Deutsche noch die Partyhochburg schlechthin. Dabei hat die Baleareninsel sehr viel mehr für Touristen zu bieten.

Betrunkene am Strand, Müllberge am Straßenrand und lautes Gegröle zu Schlagermusik in den Gassen: Das ist das Bild, das viele Urlauber von Mallorca haben. Der Ballermann – aber auch andere Partyhochburgen wie Magaluf – bringen der Baleareninsel ein zweifelhaftes Image ein. Die Regierung hat schon lange die Nase voll von den Sauftouristen und hat in den vergangenen Jahren einige Verbote bezüglich des Alkoholausschanks und dem Balconing eingeführt. Erst kürzlich wurden die Regeln noch einmal verschärft: Jetzt ist in den Partyzonen auch das Trinken von Alkohol am Strand oder in den Straßen nicht mehr erlaubt.

Was bei all dem Trubel um die Exzesse rund um die Schinkenstraße vergessen wird: Mallorca hat als Urlaubsziel viel mehr zu bieten als nur Party. Die Insel verfügt über eine abwechslungsreiche Landschaft voller malerischer Buchten, traumhaften Gebirgslandschaften und Wanderwegen, die mit Olivenhainen gesäumt sind. Lassen Sie sich folgende fünf Ausflugstipps für Mallorca nicht entgehen – und entdecken Sie eine ganze neue Seite an der Insel.

Spektakulärer Strand bei Sa Calobra

Zwei riesige Felsenwände ragen über dem Strand bei Sa Calobra auf.

Mallorca ist voll von traumhaften Buchten und Küstenabschnitten – besonders einzigartig ist aber der Strand von Torrent de Pareis in der Nähe des kleinen Örtchens Sa Calobra. Er befindet sich am Ende einer spektakulären Schlucht, die von einem Sturzbach geformt worden ist. Sein besonderes Merkmal sind die zwei imposanten Klippen, die ihn einrahmen, und das türkisfarbene Wasser, das zum Baden einlädt. Wer den Strand besuchen möchte, kann Sa Calobra mit dem Auto über eine kurvenreiche Landstraße erreichen, die gleichzeitig tolle Ausblicke auf die malerische Umgebung bietet. Von dort aus führt ein circa ein Kilometer langer Fußweg durch einen Tunnel zu dem Küstenabschnitt. Wer möchte, kann die Bucht aber auch mit einem Ausflugsboot vom Puerto de Sóller besuchen.

Das Bergdorf Banyalbufar an den Ausläufern der Serra de Tramuntana

Banyalbufar liegt an der Westküste Mallorcas.

An der zerklüfteten Westküste Mallorcas liegt das Dorf Banyalbufar. Seine Steinhäuser schmiegen sich in die Hänge des Tramuntana-Gebirges und die gepflegten Terrassen machen aus ihm ein spektakuläres Ausflugsziel. Vor Jahrhunderten war das Gebiet berühmt für seinen Weinbau, insbesondere der Sorte Malvasía. Auch heute noch gibt es einige Weingüter, die eine Führung anbieten oder ihre Weine verkosten. In Banyalbufar befindet sich auch einer der schönsten Strände an der Küste der Serra de Tramuntana – die Cala Banyalbufar. Der Küstenabschnitt ist sehr ruhig gelegen und durch Klippen geschützt, was ihn zu einem perfekten Ausflugsziel für Erholungssuchende macht.

Mallorca entdecken: 10 Top-Sehenswürdigkeiten abseits vom Ballermann

Die Kathedrale der Heiligen Maria – oder Le Seu – in Palma auf Mallorca.
Auf einer Mallorca-Reise sollte ein Besuch der Kathedrale Santa Maria, die von den Einwohnern La Seu genannt wird, unbedingt auf seine To-do-Liste setzen. Der Sakralbau gehört zu den eindrucksvollsten gotischen Kathedralen überhaupt – er wurde vom spanischen Architekten Antoni Gaudí, der auch für die Sagrada Familia in Barcelona bekannt ist, nach einem Erdbeben wiederaufgebaut und in seine heutige Form gegossen. Besonders beeindruckend ist das Lichtspiel innerhalb der Kathedrale, das durch die farbigen Glasstücke der Fensterrosette entsteht. © agefotostock/Imago
Cap de Formentor auf Mallorca
Eine wunderschöne Aussicht auf schroffe Felsen und blaues Meer bietet der berühmte Aussichtspunkt am Cap de Formentor im Nordosten der Insel. Mittlerweile ist die Zufahrt zur Landzunge im Sommer für private Autofahrer beschränkt – dafür kann die Küstenstrecke mit ihren Serpentinen hinauf zum Leuchtturm mit einem Shuttlebus von Puerta Pollença aus zurückgelegt werden. Wer bei der Besichtigung etwas seine Ruhe haben will, sollte für seine Reise die Nebensaison von Oktober bis April wählen.  © Panthermedia/Imago
Die Cuevas del Drach oder Drachenhöhlen auf Mallorca
Die Coves del Drac (auf Kastilisch “Cuevas del Drach”) sind ein 1,7 Kilometer langes Höhlensystem bei Porto Cristo an der Ostküste von Mallorca. Einer Sage zufolge sollen hier Tempelritter einen Schatz versteckt haben, der von einem Drachen bewacht wird – daher der Name, der im Deutschen so viel wie „Drachenhöhle” bedeutet. Wer sich hineinwagt, wird mit dem Anblick beeindruckender Stalaktiten und Stalagmiten belohnt, die sich im Wasser der unterirdischen Seen spiegeln. Auf dem Höhlensee Lago Martel lässt sich sogar eine Bootstour machen.  © Ulrich Stamm/Imago
Straßen und Gebäude der Gemeinde Valldemossa auf Mallorca
Der kleine Ort Valldemossa gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen für Mallorca-Urlauber. Es befindet sich in den Bergen an der Nordwestküste und begeistert mit seinen schmalen Gassen, die an vergangene Zeiten erinnern. Bekanntheit hat das Dorf auch durch prominente Gäste wie den Komponist Frédéric Chopin und die Schriftstellerin George Sand erlangt, die hier einst einen Liebesurlaub im ehemaligen Kartäuserkloster verbracht haben. Außerdem erbauten sich die früheren Könige Mallorcas eine Sommerresidenz in Valldemossa.  © Panthermedia/Imago
Bergpass mit Serpentinen nach Sa Colobra in der Serra de Tramuntana auf Mallorca
Der Nordwesten Mallorcas ist von der Serra de Tramuntana, einer Gebirgskette von Calvia bis Pollença, geprägt. Hier kommen Wanderfans voll auf ihre Kosten – zerklüftete Felsen, versteckte Buchten und ursprünglich Dörfer säumen den Weg. Besonders beliebt ist die Panoramastraße MA-10, die auch für entspanntere Wanderungen geeignet ist. Seit 2011 gehört die Serra de Tramuntana außerdem zum UNESCO-Welterbe. © Moritz Wolf/Imago
Sandiger Strand von Es Trenc auf Mallorca
Neben der kulturellen Highlights ist Mallorca natürlich auch eine beliebte Insel für einen Strandurlaub. Dabei sollten Sie sich den 2,6 Kilometer langen Naturstrand Es Trenc im Süden der Insel nicht entgehen lassen. Da er flach ins Meer hinein verläuft, gilt er als äußerst familienfreundlich. Zudem ist das Wasser so klar, dass Sie Ihr Schnorchel-Equipment nicht vergessen sollten. In der Hochsaison kann hier zwar einiges los sein, aber dennoch lohnt sich ein Ausflug meistens.  © Artesia Wells/Imago
Castell de Bellver auf Mallorca
Das Castell de Bellver macht seinem Namen alle Ehre. „Bellver” bedeutet nämlich so viel wie „schöne Aussicht”. Von der Festung aus haben Besucher vor allem in den Abendstunden einen tollen Ausblick auf die Bucht von Palma, den Hafen sowie auf die Gipfel des Tramuntana-Gebirges. Die Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist aufgrund seiner runden Bauform einzigartig in Europa.  © blickwinkel/Imago
Eingang in die arabische Gartenanlage Alfàbia auf Mallorca
In den Gärten von Alfàbia, oder Jardines de Alfàbia, können Sie einen Blick auf die arabischen Einflüsse auf Mallorca werfen – die Anlage zählt sogar zu den schönsten historischen Gärten Spaniens, in der die Mauren ihre Gartenkunst unter Beweis gestellt haben. Selbst im Hochsommer herrschen hier dank hoher Palmen und dem vielen Wasser, das aus allen Ecken heraussprudelt, angenehme Temperaturen. Die Gärten sind zwischen Palma und dem Städtchen Sóller gelegen. © imagebroker/Imago
Kloster Santuari de Lluc auf Mallorca
Das Kloster Lluc, oder auch vollständig „Santuari de Santa Maria de Lluc” ist der wichtigste Wallfahrtsort für Pilger auf der Insel. Es befindet sich inmitten der beeindruckenden Gebirgswelt der Serra de Tramuntana, etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel. Besonders verehrt wird hier die Schwarze Madonna, die erhöht hinter dem Altar steht. Laut einer Sage soll diese von einem Hirtenjungen namens Lluc am Bachufer gefunden worden sein. Heute zieht es auch viele Touristen zu dem Kloster – zur Besichtigung eignen sich auch das Klostermuseum, der Kalvarienberg oder der botanische Garten.  © Schöning/Imago
Cala Agulla auf Mallorca
Erholung pur bietet die Cala Agulla im Osten der Insel: Sie liegt am Rande eines Naturschutzgebietes, inmitten von Bergen, Dünen und Wäldern. Die Landschaft in der Umgebung ist kaum bebaut, sodass Sie die Natur in vollen Zügen genießen können. Action ist aber dennoch geboten, denn vor Ort lassen sich Tretboote, Surfbretter oder Wasserski ausleihen. © agefotostock/Imago

Berühmteste Aussicht Mallorcas am Mirador es Colomer

Eine der spektakulärsten Aussichten auf Mallorca gibt es am Mirador Es Colomer.

Wer eine atemberaubende Aussicht genießen möchte, sollte sich den Mirador Es Colomer nicht entgehen lassen. Er befindet sich an einer der bekanntesten Küstenstraßen Mallorcas, der Ma-2210. Von der Aussichtsplattform aus haben Urlauber beste Sicht auf das Meer und das Cap de Formentor, eines der beliebtesten Ausflugsziele der Insel. Im Sommer ist es dort so voll, dass die Zufahrt zum Leuchtturm, der sich auf der Anhöhe befindet, für private Pkw gesperrt ist. Am Mirador Es Colomer gibt es aber keine Beschränkungen. Wer den Aussichtspunkt besuchen möchte, sollte aber früh dran sein, denn Parkplätze sind rar.

Wandern auf Mallorcas Gran Recorrido

Normalerweise verschlägt es Reisende nicht wegen des Wanderns nach Mallorca. Dabei hat die Insel auch in dieser Hinsicht etwas zu bieten.

Mallorca bringt man nicht unbedingt mit Wandern in Verbindung. Es existiert aber tatsächlich ein Fernwanderweg auf der Insel, der Grand Recorrido 221 (kurz: GR 221). Er führt von Port d’Andratx über 145 Kilometer durch die Serra de Tramuntana bis nach
Pollença. An vielen Stellen der Strecke geht es an Trockensteinmauern vorbei, die dem Weg auch seinen Beinamen „Ruta de pedra en sec“ gegeben haben. Wer den GR 221 entlangwandern möchte, sollte jedoch schon etwas geübter sein – der Schwierigkeitsgrad ist mittel und an einigen Stellen ist er noch nicht so gut beschildert. Ein Reiseführer (werblicher Link) kann helfen, auf der richtigen Route zu bleiben. Belohnt wird die Mühe dafür mit wunderschönen Ausblicken auf das Gebirgspanorama, das Meer und zahlreiche charmante Bergdörfer.

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Das beschauliche Dorf Capdepera

Das Castell de Capdepera bietet einen einzigartigen Ausblick auf das Dorf und die umliegende Landschaft.

Das Dorf und die Gemeinde Capdepera im Osten der Insel ist ein wunderbares Ausflugsziel für Reisende, die das ursprüngliche Mallorca kennenlernen wollen – mit schmalen Gassen, beschaulichen Natursteinhäusern und einer geschichtsträchtigen Burg, die über allem thront. Das Castell de Capdepera stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von König Jaume II. für den Schutz der Bewohner vor Plünderungen errichtet. Heute kann die Burg und ein Teil der Festungsmauern besichtigt werden. Es bietet einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegende Landschaft, die auch auf verschiedenen Wanderwegen erkundet werden kann.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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