Grachten, Boote, bunte Häuser

Fünf bezaubernde Alternativen für Amsterdam ohne Besuchermassen

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Overtourism ist ein großes Problem in Amsterdam. Wer dem entgehen möchte, findet jedoch zahlreiche schöne Alternativen – manchmal sogar ganz in der Nähe.

Prächtige Häuser, niedliche Gassen, romantische Kanäle: Amsterdam ist seit vielen Jahren ein beliebtes Reiseziel für einen Städtetrip. Der niederländischen Hauptstadt machen die Touristenmassen jedoch immer mehr zu schaffen – und von Jahr zu Jahr kommen neue Regeln hinzu, welche die Besucherströme zunehmend einschränken sollen. So gilt seit 2021 eine Obergrenze von 20 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Urlauber zahlen zudem eine Touristenabgabe von sieben Prozent der Hotelrechnung, die mittlerweile von einer Bettensteuer von drei Euro pro Nacht und Person ergänzt wird. Eine Kampagne rät Partyurlaubern ausdrücklich davon ab, nach Amsterdam zu reisen. Und zu guter Letzt gilt seit 2024 ein Verbot für Touristenbusse im Zentrum: Reisende müssen stattdessen auf den Nahverkehr umsteigen.

Wem vor all den Vorgaben und Zusatzkosten mittlerweile der Kopf schwirrt, kann jedoch auch auf andere Städte für einen schönen Wochendausflug ausweichen. Grachten, Boote und Giebelhäuser gibt es nämlich nicht nur in Amsterdam.

Haarlem, Niederlande – kleine Schwester von Amsterdam

Haarlem befindet sich ganz in der Nähe der niederländischen Hauptstadt.

Eine charmante Alternative für Amsterdam befindet sich gerade mal eine halbe Stunde Autofahrt von der niederländischen Hauptstadt entfernt: Haarlem besticht mit verträumten Grachten, historischen Fassaden und einer bezaubernden Windmühle, genannt De Adriaan, die sich direkt am Ufer des Flusses Spaarne befindet. Ein Highlight sind außerdem die „Gouden Straatjes“, was so viel bedeutet wie „Goldene Straßen“. Bei ihnen handelt es sich um pittoreske Einkaufsstraßen im Herzen der Stadt, voller Vintage-Läden, Boutiquen und Spezialitätenläden, die zum Shoppen und Verweilen einladen.

Utrecht, Niederlande – Grachtenparadies ohne Touristenmassen

An der Oudegracht in Utrecht finden sich viele Werftkeller, in denen heute viele Bars und Restaurants untergekommen sind.

Ebenfalls nur circa eine Stunde Autofahrt von Amsterdam entfernt finden Touristen das malerische Utrecht. Im pulsierenden Zentrum der Stadt finden sich neben historischen Bauwerken, hinreißenden Grachten und schönen Parkanlagen auch viele Werftkeller. Die ehemaligen Lagerräume wurden vielerorts zu lebhaften Bars, Restaurants oder Geschäften umfunktioniert, die Reisende bei einem Besuch unbedingt erkunden sollten. Außerdem finden sich in Utrecht zahlreiche Museen, darunter das Nijntje Museum, welches die Werke des niederländischen Kinderbuchillustratoren Dick Bruna ausstellt. In Deutschland kennt man seine Hauptfigur unter dem Namen Miffy.

Kopenhagen, Dänemark – ein Hauch von Amsterdam

In Kopenhagen kommt der Nyhavn der niederländischen Hauptstadt am nächsten.

Einen ähnlichen Flair wie in Amsterdam finden Touristen auch in einer anderen europäischen Hauptstadt – nämlich Kopenhagen. Allen voran der Nyhavn (dt. „neuer Hafen“) erinnert mit seinen bunten Häusern an die niederländischen Grachten. Früher wohnte sogar der bekannte dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen in verschiedenen Hausnummern am Nyhavn. Heute lockt die belebte Hafengegend vor allem mit Restaurants, Bars und Jazz-Musik. Abgesehen davon können Kopenhagen-Touristen auch den Vergnügungspark Tivoli, das Schloss Amalienborg und das Einkaufsviertel Strøget auf ihre To-Do-Liste schreiben.

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Brügge, Belgien – beschauliche Stadt mit Amsterdam-Ähnlichkeit

Grachten gibt es in Brügge zur Genüge.

Brügge zeichnet sich durch seine zahlreichen Kanäle aus, welche die Stadt wie Adern durchfließen – ein kleines Amsterdam im Nordwesten Belgiens. Am besten lassen sich die Grachten mit ihren märchenhaften Brücken und den mittelalterlichen Häuserfassaden zu beiden Seiten bei einer Bootsfahrt erkunden. Wer dann die Stadt noch weiter erkunden möchte, sollte sich den Burgplatz mit der Heilig-Blut-Basilika und der Stadthalle nicht entgehen lassen.

Fünf Sehnsuchtsorte auf der Welt und fünf ähnliche deutsche Alternativen

Blick vom Bright Angel Trail auf den Grand Canyon.
Beginnen wir unsere Reise in Arizona im Südwesten der USA. Hier liegt der weltbekannte Grand Canyon, der Jahr für Jahr Millionen von Besuchern begeistert. Seit Urzeiten gräbt sich der Colorado River hier in den Stein und hat so das Naturwunder erschaffen. © Steven Love/Imago
Die Breitachklamm bei Oberstdorf im Allgäu.
Ganz so bombastisch wie der Grand Canyon ist die Breitachklamm im Allgäu vielleicht nicht. Trotzdem können Besucher hier die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas erkunden. Auch hier hat sich ein Fluss – die Breitach – über Jahrtausende in den Fels gegraben. Vor allem die Enge der Breitachklamm beeindruckt jährlich rund 300.000 Besucher.  © Norbert Neetz/Imago
Kamele mit bunten Decken lagern vor den Pyramiden von Gizeh.
Jünger als Grand Canyon und Breitachklamm, aber doch älter als alle anderen Einträge dieser Liste: die Pyramiden von Gizeh. Vor über 4.000 Jahren wurden sie zu Ehren verschiedener Pharaonen erbaut. Jahr für Jahr strömen Touristenmassen in die Nachbarstadt von Kairo, um das letzte noch existierende antike Weltwunder mit eigenen Augen zu bestaunen.  © Franz Neumeier/Imago
Das Mausoleum des Grafen Ernst zu Münster im Herbst.
Auch in Deutschland gibt es Mausoleen. Am nächsten an die ägyptischen Pyramiden kommt das Mausoleum des Grafen Ernst zu Münster bei Hildesheim in Niedersachsen. Es wurde 1839 vom Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves errichtet. Mit elf Metern Höhe reicht es zwar nicht ganz an die Pyramiden in Gizeh ran, doch für Pyramidenfans lohnt sich trotzdem ein Besuch.  © Julian Stratenschulte/dpa
Schwere Regenwolken über dem Sydney Opera House.
Das Opernhaus in Sydney steht wie kein anderes Gebäude für Australien. Wem kribbelt es bei diesem Anblick nicht unter der Haut, mal an das andere Ende der Welt zu fliegen und das Traumreiseziel zu erkunden? © Marica van der Meer/Imago
Die Elbphilharmonie in Hamburg.
Wie das Opernhaus in die Bucht von Sydney ragt die Elbphilharmonie in die Elbe hinein und ist der jüngste Eintrag auf dieser Liste. Erst 2016 fertiggestellt, hat sie sich in weniger als 10 Jahren schon zu einem Wahrzeichen Hamburgs etabliert und zieht gemeinsam mit der Speicherstadt viele Touristen an.  © Shotshop/Imago
Blick auf das Kolosseum, durch das die Sonne scheint.
Das Kolosseum in Rom steht an dieser Stelle für die unzähligen antiken Sehenswürdigkeiten der italienischen Hauptstadt. Natürlich gehört Roms Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe. Überhaupt liegen in Italien mit 59 Weltkulturerbestätten mehr als in jedem anderen Land der Erde. © Scott Martin/Imago
Die Porta Nigra in Trier.
Die Altstadt von Trier gehört ebenfalls zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Porta Nigra im Bild sowie das Amphitheater, Thermen, Römerbrücke, Kirchen und Basilika begeistern jährlich zahllose Fans der Antike. Falls Rom etwas weit erscheint, warum nicht mal nach Trier fahren? © Gerald Abele/Imago
Die Skyline von New York von der Freiheitsstatue aus gesehen.
Wir haben diese Liste in den USA begonnen und beenden sie in den USA. Die Wolkenkratzer Manhattans sind vielleicht nicht mehr die höchsten der Welt, trotzdem beeindruckt New York City mit einer einzigartigen Atmosphäre. Von der Freiheitsstatue bis zum Empire State Building sind viele Gebäude weltbekannt und verzaubern seit Generationen Touristen.  © Pond5 Images/Imago
Die Frankfurter Skyline bei Sonnenuntergang.
Wer bei Manhattan noch ein ‚i‘ einfügt, landet bei Mainhattan, dem Spitznamen der Stadt Frankfurt am Main. 18 der 19 höchsten Wolkenkratzer Deutschlands stehen in der hessischen Metropole. Commerzbank, Messeturm, die neue EZB und viele weitere Hochhäuser sorgen in Frankfurt für das ultimative Großstadtdschungel-Gefühl. Und das Beste: Man muss nicht den Atlantik überqueren, um Frankfurt zu besuchen.  © Florian Gaul/Imago

Friedrichstadt, Deutschland – Klein-Amsterdam in Schleswig-Holstein

Ähnlichkeiten zu Amsterdam sind in Friedrichstadt zu finden.

Eine süße Alternative für einen Amsterdam-Trip gibt es übrigens auch in Deutschland: So bezeichnet sich Friedrichstadt an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins als „Klein-Amsterdam“. Und eine Ähnlichkeit ist durchaus vorhanden, wie ein Blick auf die Giebelhäuser in Flussnähe und malerischen Grachten zeigt, die sich durch die Stadt schlängeln. Touristen können den beschaulichen Ort bei einer Bootsfahrt entdecken oder auf dem Wasser eine Kanutour unternehmen.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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