Regierung plant neue Ferienhaus-Steuer: Spanien-Urlaub könnte kostspieliger werden
VonFranziska Kaindl
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Mit der Einführung von Steuern auf Kurzzeitmieten möchte die spanische Regierung die Wohnungsnot bekämpfen.
Im vergangenen Jahr sind viele Spanier auf die Straßen gegangen, um gegen den Massentourismus in ihrem Land zu protestieren – darunter vor allem Einheimische auf den beliebten Urlaubsinseln Mallorca und Teneriffa. Die Flut an Urlaubern würde nicht nur für verstopfte Straßen und einen Wassernotstand sorgen, wie beklagt wurde, sondern auch die Wohnungsnot verschärfen. So sind die Kosten für Wohnraum für viele Bürger unbezahlbar geworden. Die Schuld daran ist ihrer Meinung nach die wachsende Zahl an Ferienwohnungen, die für viele Eigentümer lukrativer zu sein scheinen.
Airbnb und andere Anbieter: Ferienunterkünfte in Spanien könnten für Urlauber teurer werden
Um diesem Problem entgegenzuwirken, plant die spanische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez nun, eine neue Steuer auf die Vermietung von Ferienunterkünften einzuführen. Bisher ist es nämlich so, dass viele Kurzzeitvermietende als Einzelpersonen oder kleine Unternehmen keine Mehrwertsteuer zahlen müssen – anders als Hotels, bei denen zehn Prozent Mehrwertsteuer anfallen.
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„Es ist nicht fair, dass diejenigen, die drei, vier oder fünf Ferienunterkünfte haben, weniger Steuern zahlen als Hotels oder Arbeitnehmer“, betonte Sánchez am Montag (13. Januar) laut der spanischen Tageszeitung El Diario auf einem Forum zum Thema Wohnen. Er plädiert dafür, „sie als das zu besteuern, was sie sind: ein Unternehmen.“ Für Spanien-Urlauber könnte dies eine Verteuerung der Ferienunterkünfte, wie sie bei Airbnb und anderen Plattformen angeboten werden, bedeuten. Die Mehrwertsteuer wird nämlich üblicherweise – wie auch bei Hotels – an die Touristen weitergegeben.
Der spanische Hotel- und Gaststättenverband CEHAT begrüßt in einer Mitteilung die Pläne des Regierungspräsidenten. Allerdings kritisiert er auch, dass eine Regulierung von touristischen Kurzzeitvermietungen schon viel früher hätte stattfinden sollen. Bereits vor mehr als zehn Jahren habe der Verband vor den negativen Folgen gewarnt. Jetzt bedauert er die Wohnungskrise in Spanien, die seiner Ansicht nach „auf mangelndes Zuhören und Untätigkeit zurückzuführen ist“.
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Erwerb von Immobilien soll für Personen außerhalb der EU deutlich kostspieliger werden
Neben der Steuer für Kurzzeitvermietungen will Sánchez außerdem eine Steuer von bis zu 100 Prozent auf den Kauf von Immobilien durch Käufer aus dem Nicht-EU-Ausland einführen. Allein 2023 seien rund 27.000 Häuser und Wohnungen gekauft worden, wie Spaniens Regierungschef laut El Diario erklärt. Aber nicht, um darin zu wohnen, oder damit Verwandte dort einziehen können: „Sie taten dies hauptsächlich, um zu spekulieren, um damit Geld zu verdienen.“ Angesichts des Wohnungsmangels könnte man sich das in Spanien nicht leisten.