- VonStephanie Kayserschließen
Die italienische Küche ohne Olivenöl, die italienische Landschaft ohne Olivenbäume – nicht vorstellbar. Die Pflanze, die Italien geprägt hat.
Das grüne Gold aus Italien. Zusammen mit Spanien und Griechenland ist Italien einer der führenden Olivenöl-Erzeuger der EU. Italien nutzt etwa 3 Prozent seiner Gesamtfläche für den Anbau von Oliven. Aus Apulien kommen etwa zwei Drittel der italienischen Olivenernte. Der größter Importeur sind die USA, gefolgt von Deutschland auf Platz 2., wie la-bella-vita.club berichtet.
Ein Baum gibt bis zu 10 Liter Öl
Der Olivenbaum braucht nicht viel: Ein bisschen Erde, ein bisschen Wasser, viel Sonne, Hitze macht ihm nicht viel aus. Diese Eigenschaften haben den Olivenbaum zur prägenden Pflanze ganzer Landschaften in Italien gemacht, von den Terrassenbauten in Ligurien bis zu den scheinbar endlosen Hainen in Apulien.
Oliven sind grün und werden mit zunehmender Reife violett-blau bis schwarz. Im Alter von sechs bis acht Jahren kann ein Olivenbaum das erste Mal geerntet werden. Ein Baum kann abhängig von Größe, Wetter, Wasser und Alter bis zu 30 bis 60 Kilo Oliven pro Jahr geerntet werden. Für einen Liter Olivenöl braucht man etwa sechs bis sieben Kilo Oliven. Ein Olivenbaum hat nach etwa 20 Jahren die höchsten Erträge. In Italien gibt es mehr als 500 Olivensorten.
Fast 4.000 Jahre alte Olivenbäume
In Apulien, in der „Piana degli Ulivi Millenari“ steht der wahrscheinlich älteste Olivenbaum Italiens. Sein Alter liegt zwischen 3000 und 4000 Jahren. Olivenöl aus dieser Region, aus dem italienischen Stiefelabsatz wird unter der geschützten Ursprungsbezeichnung „Terra D’Otranto“ angeboten.
So läuft die Ernte
Die Erntezeit beginnt, wenn die Oliven ihre Farben von grün zu rot-violett wechseln, in der Regel ab Mitte Oktober Zu diesem Zeitpunkt haben die Oliven das maximale Aroma, im vollreifen Zustand sind sie allerdings 50 Prozent ergiebiger. Deswegen ist Öl aus früher gereiften, aromatischeren Oliven deutlich teurer als Öl aus reifen oder sogar überreifen Oliven.
Oliven werden in Italien entweder per Hand oder mechanisiert geerntet. Kleine Betrieben pflücken oft komplett per Hand, um die Oliven zu selektieren und am Ende extrem hochwertige Öle zu erzeugen. Eine andere manuelle Methode ist das Ausbreiten von Netzen unter den Olivenbäumen. Die Oliven werden dann mit leichten Stockschlägen oder Einsatz von Kämmen oder Ähnlichen von den Zweigen geholt. Die mechanisierte Ernte mit Rüttelmaschinen funktioniert nur in Anbaugebieten mit geeignetem Untergrund und genügend Platz zwischen den Baumreihen.
Die Geschichte des grünen Golds in Italien
Die Geschichte des grünen Golds ist in Italien mehrere tausend Jahre alt. Seit mehr als 8.000 Jahren wird Olivenöl im östlichen Mittelmeerraum hergestellt, seit mindestens 1.800 Jahren auch in Italien. Mit wissenschaftlichen Untersuchungen konnten Olivenöl-Rückstände an ausgegrabenen Gefäß-Scherben in Apulien nachgewiesen werden.
Als Rom zum Weltimperium wird, ist Olivenöl unerlässlich im Alltag geworden. Olivenöl wird als Brennstoff für die Beleuchtung, zur Hautpflege, als Sonnenschutzmittel, zu medizinischen Zwischen wie Wundheilung und Behandlung von Geschwüren verwendet. Außerdem wird Olivenöl bei religiösen Riten und Opfergaben und zur Duft-Herstellung eingesetzt.
Mehr as 50 Millionen Amphoren
Der „Monte Testaccio“ ist ein etwa 1 Kilometer Hügel aus Amphoren-Scherben, die 45 Meter tief in die Erde reichen. Mehr als 50 Millionen Amphoren wurden hier in der Antike entsorgt. In 80 Prozent der gefundenen Amphoren wurde Olivenöl aus Andalusien importiert. Die Amphoren fassten etwa 70 Liter Olivenöl und wogen etwa 30 Kilo.
Inspiration für eine Italien-Reise gesucht? Im Überblick stellen wir schöne Ziele für eine Städtereise nach Italien vor.

