Aktuelle Umfrage

Deutsche Urlauber sind sehr wohl für nachhaltiges Reisen offen – an einem Punkt scheitert es aber

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Die Deutschen zählen zu den reisefreudigsten Nationen. Nur wie sieht es dabei mit der Nachhaltigkeit aus? Eine aktuelle Umfrage gibt Aufschluss.

Bis zu elf Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen sind laut World Travel and Tourism Council (WTTC) auf den Tourismus zurückzuführen. Trotzdem ist das Reisen etwas, auf das nur wenige Deutsche verzichten wollen – das prognostiziert auch der Deutsche Reiseverband (DRV) für das angelaufene Jahr. Die Urlaubsnachfrage für die Sommermonate sei hoch und die Branche erwartet ein Umsatzwachstum von vier Prozent. Auch bei den Fernreisen – zum Beispiel in die USA, Thailand oder Indonesien – sieht der Verband nach der Corona-Pandemie wieder einen Aufschwung um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahressommer. Dabei gelten Langstreckenflüge als besonders klimaschädlich.

Deutsche Reisende sind offen für mehr Nachhaltigkeit

Dass den deutschen Urlaubern nachhaltiges Reisen aber nicht egal ist, zeigt eine repräsentative Studie unter 1.002 Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren im Auftrag des Buchungsportals HolidayCheck. Diese ergab, dass 45 Prozent der Befragten jetzt mehr Wert auf die Nachhaltigkeit bei der Wahl des Reiseorts legen, als noch in den letzten Jahren. Im Hinblick auf Reiseplanung in den nächsten zwölf Monaten sind es insgesamt 58 Prozent, die mehr auf Nachhaltigkeit bzw. Klima- und Umweltschutz am Urlaubsort achten möchten. Lediglich 13 Prozent wollen sich überhaupt nicht mit nachhaltigem Reisen beschäftigen.

Die Deutschen lieben das Reisen. Ein Verzicht kommt nicht unbedingt infrage, doch es besteht die Bereitschaft, das Reiseverhalten zu verändern.

Oberste Priorität hat die Nachhaltigkeit bei Reisenden aber immer noch nicht. Wichtiger ist deutschen Urlaubern die Sicherheit vor Naturkatastrophen (90 Prozent) und vor extremen Wetterereignissen (79 Prozent). Die zahlreichen Waldbrände, Erdbeben und Hitze-Alarme in beliebten Urlaubsländern wie Griechenland und Italien in vergangener Zeit scheinen den Reisenden im Gedächtnis geblieben zu sein – mehr als die Hälfte möchte Reisegebiete meiden, die in den letzten Jahren von extremen Wetterereignissen betroffen waren. Auch eine intakte Natur spielt bei der Reiseplanung eine große Rolle (85 Prozent). Das zeigt sich unter anderem daran, dass es immer mehr Urlauber nach Skandinavien zieht.

Das Thema Nachhaltigkeit beim Reisen scheint dafür vor allem bei den Jüngeren angekommen zu sein: Die Hälfte von ihnen wäre sogar bereit, bis zu 20 Prozent mehr des Gesamtreisepreises auszugeben, wenn es darauf einzahlen würde.

Nachhaltiges Reisen: Zu wenig Wissen vorhanden

Knackpunkt scheint zu sein, dass viele Deutsche sich schlecht über nachhaltiges Reisen informiert fühlen. 24 Prozent der Befragten wissen demnach gar nicht, welche nachhaltigen Reisemöglichkeiten es gibt. Nur knapp 20 Prozent haben davon gehört, dass Unterkünfte und Pauschalreiseanbieter nachhaltige Zertifizierungen anbieten. Und bei der Frage, welche Zertifizierungen und Gütesiegel es in der Reisebranche gibt, tappen rund 61 Prozent der Umfrageteilnehmer im Dunkeln.

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Die Bereitschaft, das Reiseverhalten anzupassen, ist aber offenbar vorhanden. Zwei Drittel würden auf Kreuzfahrten verzichten, um ihren Urlaub nachhaltiger zu gestalten. Mehr als die Hälfte ist außerdem bereit, auf Flugreisen oder längere Autofahrten zu verzichten und alternative Transportmittel zu nutzen. Bei den bereits erwähnten Nachhaltigkeitszertifikaten sowie CO₂-Kompensationszahlungen herrscht jedoch Zurückhaltung – die Befragten haben nicht das Gefühl, durch die Buchung einer nachhaltigen Unterkunft etwas bewegen zu können und beim CO₂-Aufpreis wissen sie nicht, wofür er verwendet wird. HolidayCheck zufolge bedarf es hier noch viel Aufklärungsarbeit durch die Reisebranche.

Wanderwege in Deutschland: Zehn Routen voller wunderschöner Ausblicke

Loreley Felsen am Rheinsteig
Von Bonn über Koblenz bis nach Wiesbaden verläuft der 320 Kilometer lange Rheinsteig – einer der beliebtesten und schönsten Wanderwege Deutschlands. Wanderer erleben unterwegs die vielfältige Kulturlandschaft des Mittelrheintals und des Rheingaus, darunter Spuren der Römer, aber auch mittelalterliche Schlösser und Burgen. Der Weg führt auf überwiegend schmalen und anspruchsvollen Steigen durch Wälder, Weinberge oder Täler. © Alice Dias Didszoleit/Imago
Sonnenuntergang über die Schwäbische Alb
In Baden-Württemberg erwartet Wanderfans der Albsteig. Er führt entlang der nördlichen Steilstufe der Schwäbischen Alb von Tuttlingen bis nach Donauwörth und ist von unzähligen Aussichtspunkten mit einzigartigen Ausblicken auf die umliegende Natur gesäumt. Zudem befinden sich zahlreiche Burgen und Schlösser ganz in der Nähe des Weges, zu denen sich ein Abstecher lohnt. © Franziskus von Lucke/Imago
Ausblick vom Rennsteig auf die Wartburg
Der Rennsteig ist einer der ältesten und bekanntesten Höhenwanderwege Deutschlands. Er schlängelt sich über 169,3 Kilometer über den Kamm des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges sowie in Teilen durch den nördlichen Frankenwald. Unterwegs gibt es blühende Bergwiesen, aber auch tolle Misch- und Nadelwälder zu sehen, die Sie wunderbar vom Alltag abschalten lassen. © Andreas Vitting/Imago
Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide.
Wer in Norddeutschland wandern möchte, darf sich den Heidschnuckenweg nicht entgehen lassen. Auf 223 Kilometern führt er durch mehr als 30 große und kleine Heideflächen. Die Strecke lässt sich in 13 Hauptetappen teilen, die einzeln auch als Tagesausflüge geeignet sind. © Irina Heß/Imago
Lotenbachklamm im Schwarzwald
Geübte Wanderer werden am Schluchtensteig im Schwarzwald ihren Spaß haben: Die Strecke führt an Schluchten, Tunneln und Wasserfällen vorbei – Outdoorfans sollten also trittsicher und schwindelfrei sein. Die Anstrengung wird dafür mit wunderschönen naturnahen Felspfaden und Wurzelwegen sowie spektakulären Tiefblicken entlang von Felsklammen belohnt.  © Susanne Fritzsche/Imago
Aussichtspunkt Mönchskanzel am Oberlausitzer Bergweg in Sachsen.
In Sachsen führt Sie der Oberlausitzer Bergweg über 107 Kilometer durch die Berge der Oberlausitz und des Zittauer Gebirges. Zu den Höhepunkten auf der Route zählen die Umgebindehäuser in den Dörfern, die Burg- und Klosterruine auf dem Oybin oder die Zittauer Schmalspurbahn. Unterwegs haben Sie eine wunderbare Aussicht auf die benachbarte böhmische Bergwelt. © Volker Preusser/Imago
Der wilde Fluss Bode im Nationalpark Harz.
Durch grüne Misch- und Nadelwälder sowie Hochmoore, Schluchten und Klippen führt der Harzer-Hexen-Stieg in Niedersachsen. Die Gesamtlänge des Wanderweges beläuft sich auf 94 Kilometer und führt über den sagenumwobenen Brocken.  © Heiko Küverling/Imago
Schalkenmehrener Maar in der Vulkaneifel.
Auf ihre Kosten kommen Wanderer auch auf dem Eifelsteig: Die Strecke verläuft zunächst durch das größte noch intakte Hochmoor, das hohe Venn, und führt dann durch den Nationalpark Eifel, der durch seine vulkanische Vergangenheit geprägt ist. Start- und Endpunkt des 313 Kilometer langen Fernwanderwegs sind die Städte Aachen und Trier.  © Jochen Tack/Imago
Beschilderung des Goldsteig Wanderweges am Oberfrauenwald.
Der längste zertifizierte Qualitätswanderweg in Deutschland führt mit einer beeindruckenden Länge von 660 Kilometern von Marktredwitz bis Passau – der Goldsteig. Anfänger sind auf den 286 Kilometern der Südroute gut aufgehoben, doch wer es etwas anspruchsvoller mag, kann sich auf die Nordroute – über Hohenbogen, Großer Arber oder Falkenstein – wagen.  © Dominik Kindermann/Imago
Willibaldsburg in Eichstätt
Der Altmühltal-Panoramaweg führt auf 200 Kilometern durch den Nationalpark Altmühltal. Blühende Wacholderheiden, dichte Buchenwälder und schroffe Felsen zeichnen die Landschaft auf der Strecke von Gunzenhausen nach Kelheim aus. Außerdem gibt es unterwegs zahlreiche Zeugnisse aus römischer und keltischer Zeit, darunter Überreste des Limes, zu sehen. © Panthermedia/Imago

Welche Möglichkeiten des nachhaltigen Reisens gibt es?

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace gibt fünf Tipps, wie Urlauber ihre Reise nachhaltiger gestalten können:

  • Urlaub in der Heimat: Wer sich eine lange Anfahrt zum Urlaubsort spart, schützt auch die Umwelt. Daher empfiehlt Greenpeace deutschen Touristen, sich in der Bundesrepublik nach Reisemöglichkeiten umzusehen – zum Beispiel an der Ostsee oder in Form einer Radtour. Erfreulicherweise machen Einheimische bereits gerne in Deutschland Urlaub: Das zeigen auch regelmäßige Analysen des Ferienhaus-Anbieters HomeToGo.
  • Eine klimafreundliche Anreise wählen: Kurzstreckenflüge sollten laut Greenpeace komplett vermieden werden, da sie sich meistens ganz einfach mit einer Bahnfahrt ersetzen lassen. Beispielhaft rechnet die Organisation eine Bahnfahrt von Hamburg nach Bordeaux und zurück vor: Pro Kopf würde sie einen CO₂-Ausstoß zwischen 0,01 und 0,11 Tonnen je nach Verbindung erzeugen. Bei einem Flug wären es 0,48 Tonnen und bei einer Autofahrt sogar 0,65 Tonnen – vorausgesetzt es befindet sich nur eine Person im Fahrzeug.
  • Ökologische Unterkunft: Am nachhaltigsten lässt sich zum Beispiel beim Camping, bei Ferien auf einem Biohof oder beim Couchsurfing unterkommen, wie Greenpeace schreibt. Bei klassischen Hotels und Ferienhäusern gibt es ebenfalls umweltschonende Varianten: Urlauber sollten darauf achten, dass vor Ort Plastik vermieden, auf Mülltrennung geachtet und ein bewusster Umgang mit Wasser und Energie praktiziert wird – zum Beispiel in Form von Ökostrom.
  • Nachhaltiges Essen: Wie zu Hause auch können Reisende am Urlaubsort auf regionale Bio- oder Fairtrade-Produkte achten. Die Produkte sollten wenig verarbeitet und saisonal sein.
  • Umweltschutz am Reiseort: Wer am Urlaubsziel auf Nachhaltigkeit achten möchte, kann auf öffentliche Verkehrsmittel statt auf Mietwagen setzen. Radtouren, Kanufahrten und Wandern sind ebenfalls umweltfreundlich. Im Hotel sollte bei Strom und Wasser so gut wie möglich gespart werden.

Rubriklistenbild: © Matthias Ledwinka/Imago

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