Von Nord bis Süd

Ohne Massentourismus: Entdecken Sie fünf charmante Alternativen für Venedig

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Venedig ist in den Sommermonaten heiß und völlig von Touristen überfüllt. Erfreulicherweise gibt es reizende Alternativen, die noch weniger bekannt sind.

Mit seinen romantischen Lagunen, malerischen Gassen und eindrucksvollen Bauwerken zählt Venedig zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen Europas. In der Hochsaison tummeln sich oft mehr als 100.000 Besucher pro Tag in der Stadt – und das bei kaum mehr als 50.000 Einwohnern. Schon mehrmals spielte die Unesco daher mit dem Gedanken, den Touristenmagneten als bedrohtes Kulturerbe einzustufen. Und mittlerweile geht auch die Stadt immer vehementer gegen die Besuchermassen vor. 2021 erfolgte das Durchfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe, in diesem Sommer müssen Tagestouristen mit einer Eintrittsgebühr rechnen und auch größere Reisegruppen sind nicht mehr erlaubt.

Wer angesichts dieser Maßnahmen lieber auf einen Venedig-Besuch verzichtet, muss sich aber nicht grämen: Es gibt viele Städtchen, die einen ähnlichen Charme wie die Lagunenstadt verströmen.

Chioggia, Italien – Venedig im Mini-Format

Der Kanal Vena macht aus Chioggia die „kleine Schwester“ Venedigs.

Nur etwa eine Autostunde von Venedig entfernt, befindet sich die „kleine Schwester“ Chioggia. Das malerische Fischerdorf mit seinen bunten Häusern und engen Gassen ist authentisch italienisch – was auch an den zahlreichen Restaurants zu sehen ist, die mit frischem Fisch, Pasta und regionalen Spezialitäten aufwarten.

Unbekannte Städte, Dörfer und Landschaften: Zehn Geheimtipps für den Italien-Urlaub

Stadt Urbino in der italienischen Region Marken
Im Italien-Urlaub verschlägt es viele Reisende zu den Touristenmagneten Rom, Venedig oder Florenz. Aber wie wäre es mit der Stadt Urbino in der italienischen Region Marken? Sie gilt als die “Wiege der Renaissance” und ist der Ort, an dem der berühmte Künstler Raffael das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus kann heute noch besichtigt werden. Aufgrund der imposanten Architektur zählt Urbino zudem zum Unesco-Weltkulturerbe. Das wohl beeindruckendste Bauwerk ist der Palazzo Ducale aus dem 15. Jahrhundert.  © Pond5 Images/Imago
Kanal Vena in der italienischen Stadt Chioggia
Wer keine Lust auf lange Schlangen und Gedränge in der Lagunenstadt Venedig hat, findet nur etwa eine Autostunde entfernt die “kleine Schwester” Chioggia – auch bekannt als “kleines Venedig”. Das malerische Fischerdorf mit seinen engen Gassen und bunten Häuschen zeigt das authentische Italien und lädt zu einem Spaziergang durch die Altstadt ein. Besonders an den insgesamt neun Brücken, die über den Canal Vena führen, fühlt man sich an die große Schwester nur 50 Kilometer entfernt erinnert.  © Pond5 Images/Imago
Civita di Bagnoregio in der italienischen Region Latium
Besonders ursprünglich ist das Dorf Civita di Bagnoregio in der Region Latium geblieben. Es wurde vor rund 2.500 Jahren von den Etruskern gegründet und drohte seither aufgrund von Erdrutschen schon mehrere Male auszusterben. Seine einzigartige Lage an der Spitze eines Gesteins macht den Ort jedoch zu einem perfekten Ausflugsziel: Er ist nur über eine 250 Meter lange Fußgängerbrücke zu erreichen, sodass Touristen und Einheimische schon immer vor Autolärm verschont geblieben sind. Eine wunderbare Gelegenheit für Besucher, entspannt durch die Gassen zu spazieren und sich in vergangene Zeiten entführen zu lassen. © Liubomir Paut/Imago
Panorama der zentralen Apenninen im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga in den Abruzzen
Die Abruzzen zählen ebenfalls zu den eher weniger besuchten Regionen Italiens. Jedoch finden Aktivurlauber genug zu tun, denn mit dem Gebirgsmassiv Gran Sasso befindet sich hier einer der eindrucksvollsten Höhenzüge Italiens. Der Nationalpark verfügt über eine Vielzahl von gut ausgewiesenen Wanderwegen, die tolle Ausblicke auf die imposante Berglandschaft bieten. Da sich das Gebirge nur unweit der Adria-Küste befindet, lässt sich ein Wanderurlaub auch wunderbar mit einer Auszeit am Strand verbinden. © Pond5 Images/Imago
Hafen in Portovenere
Die Cinque Terre mit ihren fünf malerischen Küstendörfern gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen von Italien-Reisenden – daher wird es hier immer Sommer auch mal ganz schön voll. Wer es etwas ruhiger mag, findet nur unweit davon das vergleichsweise unbekannte Portovenere. Auch hier reihen sich bunte Fischerhäuschen aneinander, vor denen sich im Hafen kleine Boote tummeln. Einen Besuch ist außerdem die alte Ortskirche San Pietro wert, die sich vorgelagert auf einem steilen Felsen befindet, sowie die Burg Doria, welche auf einem hohen Felsmassiv thront.  © Pond5 Images/Imago
Sommerabend auf Panarea
Zu den eher unbekannteren Inseln Italiens zählt Panarea im Thyrrenischen Meer vor Sizilien. Beliebt ist sie vor allem bei Prominenten und Wohlhabenden, was sich auch an den Luxusyachten bemerkbar macht, die sich im Hafen befinden. Wer nicht auf dem Eiland übernachten möchte, kann einen Tagesausflug mit der Fähre von Milazzo aus unternehmen. Die Ostküste der Insel ist dicht besiedelt und kann somit wunderbar zu Fuß erkundet werden. Ein Highlight sind die Häuser im Ort San Pietro, die mit ihren weißen Fassaden und blauen Türen an griechische Dörfer erinnern. Wer etwas entspannen möchte, findet sich am Sandstrand Caletta di Zimmari ein.  © Alexander Rochau/Imago
Piazza del Comune Duomo di Santa Maria Assunta mit Torrazzo Baptisterium in Cremona
80 Kilometer südöstlich von Mailand liegt die Stadt Cremona, die für ihre Jahrhunderte alte Tradition des Geigenbaus bekannt ist – bekannte Meister wie Stradivari, Guaneri und Amati waren hier tätig. Einige der schönsten Instrumente werden im Rathaus, dem Palazzo del Comune, ausgestellt. Sehenswert sind zudem der eindrucksvolle Dom von Cremona sowie der benachbarte Glockenturm und das Baptisterium (siehe Bild). © Martin Jung/Imago
Hochebene von Castelluccio im Nationalpark Monti Sibillini
Die Region Marken gehört zu den am wenigsten besuchten Gebieten Italiens – dabei befindet sich hier mit dem Nationalpark Monti Sibillini ein wahres Paradies für Wanderer. Der höchste Gipfel des Gebirgsmassivs ist der Monte Vettore mit 2.476 Metern, an dessen Fuß sich der malerische Lago di Pilato befindet. Zu den beliebtesten Fotomotiven zählt jedoch die Hochebene von Castelluccio, die sich im Mai und Juni in ein buntes Blumenmeer mit Farben von ockergelb bis lila verwandelt.  © Maurizio Sartoretto/Imago
Matera in der italienischen Region Basilikata
Der Ort Matera in der italienischen Region Basilikata wurde 2019 mit dem Titel Kulturhauptstadt ausgezeichnet und im James-Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” zur Kulisse einer rasanten Verfolgungsjagd. Dennoch halten sich die Touristenmassen in den verschlungenen Gassen, die sich an den kargen Hügeln entlang schlängeln, noch in Grenzen. Besonders beeindruckend an Matera sind die in den Fels geschlagenen Höhlenwohnungen, auch genannt Sassi, in denen bis in die 60 Jahre hinein noch Menschen lebten.  © Pond5 Images/Imago
Rocce Rosse in Arbatax auf Sardinien
Auf Sardinien konzentrieren sich viele Touristen auf die Regionen rund um Cagliari und Olbia. Dabei hat auch der Osten der Insel einiges zu bieten. Zu den atemberaubendsten Ausblicken zählt die Bucht Rocce Rosse bei Arbatax, einem Ortsteil der Stadt Tortoli. Die hohen roten Granitfelsen vor dem türkisfarbenen Meer sorgen für ein einzigartiges Schauspiel. Am Strand von Cea, wenige Kilometer entfernt, befinden sich mit “Is Scoglius Arrubius” zwei weitere beeindruckende rote Felsen.  © Vadym Lavra/Imago

Am meisten sieht man die Ähnlichkeit zu Venedig an den insgesamt neun Brücken, die über den Canal Vena führen. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählen die Porta Garibaldi, die Basilika San Giacomo und der Torre dell‘orologio – die weltweit älteste Turmuhr.

Annecy, Frankreich – Venedig im Alpenraum

Venezianischen Flair verströmt in Frankreich die Kleinstadt Annecy.

Märchenhafte Wasserstraßen gibt es aber nicht nur in Italien. Kennen Sie zum Beispiel schon Annecy im Südosten Frankreichs? Der Stadtkern ist von zahlreichen malerischen Kanälen und Brücken durchzogen, welche ihr den Beinamen „Venedig der Alpen“ eingebracht haben. Das historische Zentrum begeistert mit kopfsteingepflasterten Gassen und denkmalgeschützten Bauwerken, darunter der Palais de l’Isle oder das Château d‘Annecy. Dank ihrer Lage an der Spitze des Sees Lac d‘Annecy und inmitten einer alpinen Bergkulisse ist sie auch noch perfekt für Aktivurlauber, die sich sowohl bei sportlichen Aktivitäten auf dem Wasser als auch beim Wandern verausgaben können.

Klein-Venedig, Bamberg – italienischer Flair in Deutschland

Klein-Venedig in Bamberg gehört bei jedem Ausflug in die fränkische Universitätsstadt dazu.

Auch ganz in der Nähe finden Venedig-Fans eine Alternative, die sich sehen lassen kann: Gemeint ist eine ehemalige Fischersiedlung in der fränkischen Stadt Bamberg, die auch liebevoll als „Klein-Venedig“ bezeichnet wird. Direkt am Ufer stehen süße, mittelalterliche Fachwerkbauten, die von der gegenüberliegenden Seite der Regnitz betrachtet werden können. An ihren Vorgärten finden sich die Anlegestellen für kleine Boote, die im Wasser dümpeln. Wer die beschauliche Häuserreihe ansehen möchte, kann dazu auch eines der Ausflugsschiffe nutzen, die zwischen Mitte März und Ende Oktober in der Innenstadt ablegen.

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Puerto de Mogán, Gran Canaria – Venedig-Atmosphäre in Spanien

Das Fischerdorf Puerto de Mogán auf Gran Canaria erinnert ein wenig an Venedig.

Wer auf der spanischen Insel Gran Canaria unterwegs ist, sollte sich das charmante Dorf Puerto de Mogán nicht entgehen lassen. Es ist nicht nur unter Urlauber, sondern auch unter den Einheimischen einer der schönsten Orte der Insel – ob das an einer kleinen Ähnlichkeit zu Venedig liegt? Zumindest erinnern zahlreiche Wasserkanäle, die vom Hafen in den Ort führen, sowie hübsche Brücken, die darüber führen, an die berühmte Touristenmetropole in Italien. Neben süßen, alten Fischerhäusern, die Ausflügler bei einem Spaziergang entdecken können, gibt es auch die Möglichkeit im goldenen Sand der Playa de Mogán etwas Sonne zu tanken.

Giethoorn, Niederlande – kühlere Alternative zu Venedig

Als „Venedig des Nordens“ positioniert sich das Dorf Giethoorn in den Niederlanden.

Um einen Hauch von Venedig zu bekommen, müssen Urlauber nicht einmal in den Süden reisen. In den Niederlanden wartet nämlich mit Giethoorn das „Venedig des Nordens“. Von der deutschen Grenze aus fahren Reisende mit dem Auto knapp zwei Stunden zu dem idyllischen Ort. Im Zentrum selbst kommt man aber nur mit dem Boot vorwärts – der Kanal schlängelt sich etwa acht Kilometer durch das Dorf und mehr als 176 Brücken verbindet die kleinen Inseln mit dem Festland. Die reetgedeckten Häuser, an denen Besucher vorbei schippern, sind im 18. und 19. Jahrhundert entstanden und befinden sich zusammen mit den Gärten im Privatbesitz der Bewohner.

Und wer lieber zwischen Bücherseiten von Venedig schwelgt, kann auch in die Kriminalromane von Donna Leon eintauchen.

Rubriklistenbild: © Jan Wlodarczyk/Imago

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