Ohne Massentourismus: Entdecken Sie fünf charmante Alternativen für Venedig
VonFranziska Kaindl
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Venedig ist in den Sommermonaten heiß und völlig von Touristen überfüllt. Erfreulicherweise gibt es reizende Alternativen, die noch weniger bekannt sind.
Mit seinen romantischen Lagunen, malerischen Gassen und eindrucksvollen Bauwerken zählt Venedig zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen Europas. In der Hochsaison tummeln sich oft mehr als 100.000 Besucher pro Tag in der Stadt – und das bei kaum mehr als 50.000 Einwohnern. Schon mehrmals spielte die Unesco daher mit dem Gedanken, den Touristenmagneten als bedrohtes Kulturerbe einzustufen. Und mittlerweile geht auch die Stadt immer vehementer gegen die Besuchermassen vor. 2021 erfolgte das Durchfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe, in diesem Sommer müssen Tagestouristen mit einer Eintrittsgebühr rechnen und auch größere Reisegruppen sind nicht mehr erlaubt.
Wer angesichts dieser Maßnahmen lieber auf einen Venedig-Besuch verzichtet, muss sich aber nicht grämen: Es gibt viele Städtchen, die einen ähnlichen Charme wie die Lagunenstadt verströmen.
Nur etwa eine Autostunde von Venedig entfernt, befindet sich die „kleine Schwester“ Chioggia. Das malerische Fischerdorf mit seinen bunten Häusern und engen Gassen ist authentisch italienisch – was auch an den zahlreichen Restaurants zu sehen ist, die mit frischem Fisch, Pasta und regionalen Spezialitäten aufwarten.
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Am meisten sieht man die Ähnlichkeit zu Venedig an den insgesamt neun Brücken, die über den Canal Vena führen. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählen die Porta Garibaldi, die Basilika San Giacomo und der Torre dell‘orologio – die weltweit älteste Turmuhr.
Märchenhafte Wasserstraßen gibt es aber nicht nur in Italien. Kennen Sie zum Beispiel schon Annecy im Südosten Frankreichs? Der Stadtkern ist von zahlreichen malerischen Kanälen und Brücken durchzogen, welche ihr den Beinamen „Venedig der Alpen“ eingebracht haben. Das historische Zentrum begeistert mit kopfsteingepflasterten Gassen und denkmalgeschützten Bauwerken, darunter der Palais de l’Isle oder das Château d‘Annecy. Dank ihrer Lage an der Spitze des Sees Lac d‘Annecy und inmitten einer alpinen Bergkulisse ist sie auch noch perfekt für Aktivurlauber, die sich sowohl bei sportlichen Aktivitäten auf dem Wasser als auch beim Wandern verausgaben können.
Klein-Venedig, Bamberg – italienischer Flair in Deutschland
Auch ganz in der Nähe finden Venedig-Fans eine Alternative, die sich sehen lassen kann: Gemeint ist eine ehemalige Fischersiedlung in der fränkischen Stadt Bamberg, die auch liebevoll als „Klein-Venedig“ bezeichnet wird. Direkt am Ufer stehen süße, mittelalterliche Fachwerkbauten, die von der gegenüberliegenden Seite der Regnitz betrachtet werden können. An ihren Vorgärten finden sich die Anlegestellen für kleine Boote, die im Wasser dümpeln. Wer die beschauliche Häuserreihe ansehen möchte, kann dazu auch eines der Ausflugsschiffe nutzen, die zwischen Mitte März und Ende Oktober in der Innenstadt ablegen.
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Wer auf der spanischen Insel Gran Canaria unterwegs ist, sollte sich das charmante Dorf Puerto de Mogán nicht entgehen lassen. Es ist nicht nur unter Urlauber, sondern auch unter den Einheimischen einer der schönsten Orte der Insel – ob das an einer kleinen Ähnlichkeit zu Venedig liegt? Zumindest erinnern zahlreiche Wasserkanäle, die vom Hafen in den Ort führen, sowie hübsche Brücken, die darüber führen, an die berühmte Touristenmetropole in Italien. Neben süßen, alten Fischerhäusern, die Ausflügler bei einem Spaziergang entdecken können, gibt es auch die Möglichkeit im goldenen Sand der Playa de Mogán etwas Sonne zu tanken.
Giethoorn, Niederlande – kühlere Alternative zu Venedig
Um einen Hauch von Venedig zu bekommen, müssen Urlauber nicht einmal in den Süden reisen. In den Niederlanden wartet nämlich mit Giethoorn das „Venedig des Nordens“. Von der deutschen Grenze aus fahren Reisende mit dem Auto knapp zwei Stunden zu dem idyllischen Ort. Im Zentrum selbst kommt man aber nur mit dem Boot vorwärts – der Kanal schlängelt sich etwa acht Kilometer durch das Dorf und mehr als 176 Brücken verbindet die kleinen Inseln mit dem Festland. Die reetgedeckten Häuser, an denen Besucher vorbei schippern, sind im 18. und 19. Jahrhundert entstanden und befinden sich zusammen mit den Gärten im Privatbesitz der Bewohner.
Und wer lieber zwischen Bücherseiten von Venedig schwelgt, kann auch in die Kriminalromane von Donna Leon eintauchen.