Ärgerliches Verhalten

Handtuch-Streit am Pool: Wie wehre ich mich gegen Liegenblockierer?

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Immer wieder dasselbe Spielchen im Urlaub: Die besten Liegen am Pool sind schon frühmorgens mit Handtüchern reserviert. So verhalten Sie sich in der Situation.

Sommerzeit ist Badezeit: Nirgendwo können wir im Urlaub besser entspannen als am Strand oder Pool. Eine Sache vermiest jedoch vielen Hotelgästen den Ferienspaß: Oft sind sämtliche Sonnenliegen bereits besetzt – und zwar mit fein säuberlich drapierten Handtüchern. Immer wieder hört man davon, dass Urlauber bereits frühmorgens aufstehen, um sich die besten Plätze mit einem Handtuch zu reservieren. Das Nachsehen haben alle anderen Gäste, die erst im Laufe des Tages an den Pool kommen. Doch ist diese Unsitte überhaupt erlaubt und was kann man dagegen tun?

Phänomen Liegenreservierung: Das steckt dahinter

Viele Hotelgäste reservieren sich mit Handtüchern eine Liege am Pool.

Noch vor dem Frühstück stürmen manche Gäste an den Pool, um dort ihr Revier mit einem Handtuch zu markieren. Anschließend lassen sie sich stundenlang nicht sehen und die Liege bleibt ungenutzt. Das ist sehr ärgerlich für andere Urlauber, die sich ebenfalls gerne am Pool sonnen würden. Manche Gäste ziehen daraufhin enttäuscht wieder ab, während andere aggressiver vorgehen und die Handtücher einfach auf den Boden werfen. Der Kampf um die besten Liegeplätze wird auch als „Handtuchkrieg“ bezeichnet. Besonders oft tritt das Phänomen in beliebten Touristendestinationen wie Mallorca oder Teneriffa auf. Hier machen vor allem deutsche und englische Urlauber mit der Unsitte auf sich aufmerksam.

Doch warum haben eigentlich so viele Gäste das Bedürfnis, ihr Territorium zu kennzeichnen? „Das ist ein bisschen wie mit dem Klopapier-Hamstern zu Beginn der Corona-Pandemie“, sagt Tourismus-Experte Alexis Papathanassis laut dpa. Der Forscher hat zu dem Thema 2019 mit Kollegen einen wissenschaftlichen Sammelband veröffentlicht. „Leute hören, dass angeblich etwas knapp ist, und verhalten sich dann so, dass es wirklich knapp wird.“ Dahinter stecke ein Bedürfnis nach Sicherheit und Routine.

Nicht Rhodos, Kreta oder Korfu: Zehn griechische Inseln, die von Touristen noch nicht überrannt sind

Strand auf der Insel Kato Koufinisi
Koufonisia ist die kleinste der bewohnten Kykladen-Inseln. Genau genommen besteht sie auch aus mehreren Eilanden: Die wichtigsten sind Paro (Ober-) Koufonisia und Kato (Unter-) Koufonisia. Erstere Insel ist der bevölkerungsreichste Teil von Koufonisia, aber im Gegensatz zum geschäftigen Mykonos oder Santorin immer noch ruhig und ursprünglich. Zweitere Insel bietet alles, was man sich unter einem traumhaften Strandurlaub vorstellt: kristallklares Wasser, feine Sandstrände und unberührte Natur.  © Dreamstime/Imago
Heiligtum der Großen Götter auf Samothraki
Ein Geheimtipp unter den griechischen Urlaubszielen zählt auch Samothraki. Die Insel gehört zum nordägäischen Archipel, dem auch Lesbos, Chios oder Samos zugehörig sind. Die unberührte Natur zeichnet sich durch Wasserfälle und daraus gebildete Naturpools, den sogenannten Vathres, aus. Ein Highlight der Insel ist außerdem das Heiligtum der Großen Götter nördlich der Siedlung Palaiopolis. Es ist unklar, welche Götter dort in der Vergangenheit verehrt wurden. Dafür lassen sich die Überreste einige Denkmäler auch heute noch besuchen. Eine direkte Flugverbindung nach Samothraki gibt es nicht: Am besten fliegen Urlauber nach Thessaloniki und fahren von dort zur Hafenstadt Alexandroupolis. Von dort gibt es eine Fährverbindung zur Insel.  © Depositphotos/Imago
Strand Agios Dimitrios auf der Insel Alonissos
Vor der griechischen Ostküste befindet sich die Sporaden-Insel Alonissos. Sowohl Strandurlauber als auch Aktivreisende kommen hier auf ihre Kosten: Neben azurblauem Wasser und idyllischen Stränden ist das Eiland mit einer wilden Natur gesegnet, die sich wunderbar zum Wandern eignet. Die üppige Vegetation ist von Zedern, Stechpalmen, Olivenhainen und Pinienwäldern geprägt. Auch in der Tiefe von Alonissos sind Schätze verborgen: Das antike Schiffswrack „Peristera” ist im 5. Jahrhundert v. Chr. vor der Insel auf Grund gegangen, und noch weitere antike und mittelalterliche Schiffe wurden am Meeresgrund entdeckt.  © Pond5 Images/Kmago
Dorf Evdilos auf der Insel Ikaria
Ikaria ist die „Insel der Hundertjährigen”. Diesen Titel hat sie der Langlebigkeit seiner Einwohner zu verdanken. Der griechischen Mythologie zufolge ist sie auch die Insel, auf der Ikarus landete, nachdem seine Wachsflügel geschmolzen waren. Touristen finden die meisten Dörfer des Eilandes entlang der Küste. Abgesehen davon hat sie auch landschaftlich vieles zu bieten: Felsige Klippen, von Bäumen umgebene Schluchten und versteckten Buchten zeichnen die Umgebung aus. Der bekannteste Strand auf der Insel nennt sich „Seychellen” – das liegt an dem durchdringenden Blau seines Wassers.  © Nicolas Economou/Imago
Kirche im Dorf Pyrgi auf der Insel Chios
Nur wenige Kilometer von der Türkei entfernt befindet sich Chios: Die Insel ist vor allem für ihr Mastixharz bekannt, hat aber viel mehr zu bieten. Im Süden treffen Urlauber auf Pinienwälder und Zitrushaine, während im Norden raue Felsen das Landschaftsbild prägen. Ein tolles Ausflugsziel auf Chios ist das Dorf Pyrgi, welches auch als das „bemalte Dorf” bekannt ist. Die Fassaden der Häuser zeigen prachtvolle Motive. Sie werden von den Einheimischen auch als „Xistà” bezeichnet. Da Chios bisher noch nicht von Touristen überlaufen ist, können Urlauber die Insel zudem entspannt und ohne Eile erkunden. © Cavan Images/Imago
Hauptstadt Pigadia auf der Insel Karpathos
Schon einmal von der zweitgrößten der Dodekanes-Inseln, Karpathos, gehört? Dann wird es höchste Zeit! Sie liegt zwischen den beliebten Touristenzielen Rhodos und Kreta, ist bei Urlaubern bisher aber noch relativ unbekannt. Dabei befinden sich auf der Insel einige wunderschöne Strände, wie der Kyra Panagia Beach an der Ostküste oder der Apella Beach unweit der Inselhauptstadt Pigadia (s. Bild). Ein weiteres Highlight von Karpathos ist das Bergdorf Olympos, das sich mit seinem pastellfarbenen Häusern in den Hügel hineinschmiegt. Dank seiner Abgeschiedenheit haben sich in Olympos auch einige alte Traditionen erhalten, so wie die Tracht der Bewohner und leckere Speisen, wie die Makarounes. © Depositphotos/Imago
Windmühle und Kirche auf Antiparos
Antiparos pflegt das Bild, das viele von Griechenland haben: weiße Häuser mit blauen Fensterläden, schmale Gassen, die mit Eukalyptus und Bougainvillea geschmückt sind und eine große Portion Geselligkeit. Anders als viele andere griechischen Inseln ist diese hier kaum touristisch erschlossen. Daher genießen Besucher ihre Ruhe und können die paradiesischen Strände ohne Menschenmassen in sich aufsaugen. Bekannt ist das Eiland auch für die Höhle von Antiparos, in der archäologische Funde aus der Steinzeit und Schnitzereien gefunden wurden.  © Nicolas Economou/Imago
Schiffswrack Olympia auf der Insel Amorgos
Die Kykladen-Insel Amorgos ist von einer zerklüfteten und bergigen Landschaft geprägt, die von Touristen noch weitgehend unberührt ist. Alte Maultierpfade auf dem Eiland können heute zum Wandern genutzt werden. Aber auch außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten, wie die Ruine einer venezianischen Burg im Hauptort Chora oder das hoch vor einer Felswand aufragende Kloster der Panagia Hozoviotissa, welches das Zweitälteste in ganz Griechenland ist, gibt es zu sehen. Sogar ein Schiffswrack – die Olympia (s. Bild) – kann in einer kleinen Bucht in der Nähe des Strandes Kalotaritissa im Westen von Amorgos besichtigt werden. Zu erreichen ist die Insel nur per Fähre über die Hauptstadt Athen oder benachbarte Inseln.  © Moritz Wolf/Imago
Dorf Limni auf Euböa
Obwohl Euböa – oder Evia – die zweitgrößte Insel Griechenlands ist, gehört sie im Vergleich zu Kreta, Rhodos oder Korfu eher zu den unbekannteren. Dabei hat sie für jeden Geschmack etwas zu bieten: Im Süden dominieren Strände und Berge, sodass sowohl Sonnenhungrige als auch Wanderfans etwas zu tun haben. Im Norden erwarten Reisende dafür sanfte Hügel und Thermalquellen. Bekanntester Ort auf Euböa ist die Hauptstadt Chalkida – dort kann nicht nur Sightseeing betrieben werden, sondern auch das Nachtleben erkundet werden. © Janek Laanemae/Imago
Lemonakia-Strand auf Samos
Direkt vor der Westküste der Türkei liegt die griechische Insel Samos. Urlauber dürfen sich über kilometerlange Sandstrände wie Votsalakia und geschichtsträchtige Kleinstädte freuen. Ein Beispiel dafür ist die Vathy direkt bei Samos-Stadt: Bei ihr handelt es sich um die älteste Siedlung der Insel, die mit schmalen Gassen und bezaubernden Kirchen aufwartet. Die Anreise ist auch einfacher als zu anderen Inseln: Von den großen Flughäfen in Deutschland gibt es Direktflüge, ansonsten lässt sich auch ein Zwischenstopp in Athen einlegen.  © Depositphotos/Imago

Liege mit Handtuch reservieren: Darf man das überhaupt?

So nervig das Liegenblockieren auch ist: Ein spezielles Gesetz dagegen gibt es nicht. Wie die Juristin Nadja Hettich vom Hotelverband Deutschland gegenüber reisereporter erklärt, gilt hier das Hausrecht des jeweiligen Hotels. Letztendlich liegt es also an den Hotels, entsprechende Regeln zu beschließen. Tatsächlich wird in manchen Anlagen mit einem Schild darauf hingewiesen, dass das Reservieren von Liegen nicht erlaubt ist.

In der Praxis halten sich allerdings viele Urlauber nicht daran. Auch Konsequenzen gibt es praktisch nie, da den Hotels daran gelegen ist, ihre Gäste zufriedenzustellen. Manche Betriebe sind jedoch einen Schritt weitergegangen. Ein Hotel auf Teneriffa verbietet beispielsweise Reservierungen vor zehn Uhr und hat einen „Pool-Sheriff“ eingestellt, der die Liegen morgens leer räumt.

Ende 2023 entschied das Amtsgericht Hannover laut ADAC, dass reservierte Poolliegen ein Reisemangel sein können. Die Klage kam von einem Griechenland-Urlauber, der für sich und seine Familie eine Pauschalreise nach Rhodos gebucht hatte. Obwohl es eigentlich untersagt war, Liegen für länger als 30 Minuten zu reservieren, unternahm das Hotel nichts gegen Regelverstöße. Das Gericht urteilte, dass das Hotel ausreichend Liegen zur Verfügung stellen beziehungsweise einschreiten müsse, wenn andere Gäste Liegen mit Handtüchern reservieren, ohne sie aktiv zu nutzen.

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Keine Sonnenliege frei: Wie gehe ich gegen Handtuchreservierer vor?

Auch wenn es im Hotel keine entsprechende Vorschrift gibt: Allein aus Anstand sollte man Sonnenliegen nicht stundenlang blockieren, wenn man gar nicht vor Ort ist. Schließlich handelt es sich dabei um Ausstattung, die von allen Gästen gleichermaßen genutzt werden darf. Wer zwischendurch im Pool plantscht, muss seinen Platz nicht aufgeben. Bei einer längeren Abwesenheit grenzt es jedoch an Rücksichtslosigkeit, die Liege weiter zu besetzen.

Viele Hotelgäste reagieren frustriert und verärgert, wenn sie die belegten Liegen sehen. Doch darf man die Handtücher beziehungsweise Gegenstände von anderen Urlaubern einfach so von der Liege entfernen? Die Stil- und Etikette-Trainerin Maria Theresia Radinger rät davon ab. Besser sei es, die Hotelmitarbeiter zu informieren. „Diese müssen dann die Gäste an die Etikette am Pool erinnern“, erklärt sie gegenüber holidaycheck.de.

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