Bergtouren

Wanderung auf die Zugspitze: Mit diesen drei Tipps sind Sie perfekt vorbereitet

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Eine Wanderung auf Deutschlands höchsten Berg ist anspruchsvoll. Wetter, Ausrüstung und die eigene Fitness sollten bedacht werden.

In Sneakern und Jogginghose machten sich zwei Urlauber aus den Niederlanden am Dienstag auf den Weg zum Gipfel der Zugspitze. Kaum verwunderlich, dass sie diesen nicht erreichten: „Auf 2.051 Metern Höhe, bei der Knorrhütte, war Schluss für die Flachland-Touristen“, berichtet die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen auf Facebook. Neben der fehlenden Ausrüstung setzte ein plötzlicher Wetterumschwung der Wanderung ein Ende. Niedrige Temperaturen und Schnee sowie „turbulente Windverhältnisse“ haben die Urlauber demnach dazu bewogen, die Retter zu alarmieren. Kein seltener Fall, wie der Deutsche Alpenverein betont: Viele Bergsteiger überschätzen die Anforderungen, die das Erklimmen der Zugspitze mit sich bringt.

Wanderung auf die Zugspitze benötigt ausreichend Vorbereitung

Die Zugspitze liegt elf Kilometer südwestlich von Garmisch-Partenkirchen und knapp sechs Kilometer östlich von Ehrwald und befindet sich damit genau an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Mit einer Höhe von 2.962 Metern ist die Zugspitze der höchste Berg Deutschlands. Mehrere Wanderrouten, die sich in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade einteilen lassen, führen auf den Gipfel. Die Strecken haben eines gemeinsam: Sie sind „lang, technisch mittelschwer bis schwer und hochalpinem Wetter und Gefahren ausgesetzt“, erläutert der Deutsche Alpenverein.

Wanderer, die auf die Zuspitze steigen wollen, bringen am besten bereits Outdoor-Erfahrungen mit.

Nur wer trainiert, richtig ausgerüstet und erfahren ist, sollte sich auf den Weg machen. Dabei ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Die anspruchsvollen Touren sollten laut Deutschem Alpenverein „lückenlos und gewissenhaft“ geplant werden. Beachten Sie bei der Vorbereitung auf Ihre Wanderung unbedingt die drei folgenden Punkte.

1. Die richtige Ausrüstung

Am wichtigsten ist das Schuhwerk, betont die Wanderzentrale. Seit den 1970er-Jahren werden Outdoor-Schuhe nach einem System eingeteilt, das die Treter von A bis D klassifiziert. Wer die Zugspitze besteigen will, sollte Schuhe der Kategorie B (Trekkingstiefel) oder C (Bergstiefel) wählen, empfiehlt die Wanderzentrale. Damit haben Sie auch im leichten Klettersteig einen sicheren Tritt und sind gegen Umknicken oder Wegrutschen gesichert. Der 20-30-Liter Tagesrucksack sollte nur das Nötigste enthalten, rät der Deutsche Alpenverein. Denn Gewicht kostet Kondition.

Wanderwege in Deutschland: Zehn Routen voller wunderschöner Ausblicke

Loreley Felsen am Rheinsteig
Von Bonn über Koblenz bis nach Wiesbaden verläuft der 320 Kilometer lange Rheinsteig – einer der beliebtesten und schönsten Wanderwege Deutschlands. Wanderer erleben unterwegs die vielfältige Kulturlandschaft des Mittelrheintals und des Rheingaus, darunter Spuren der Römer, aber auch mittelalterliche Schlösser und Burgen. Der Weg führt auf überwiegend schmalen und anspruchsvollen Steigen durch Wälder, Weinberge oder Täler. © Alice Dias Didszoleit/Imago
Sonnenuntergang über die Schwäbische Alb
In Baden-Württemberg erwartet Wanderfans der Albsteig. Er führt entlang der nördlichen Steilstufe der Schwäbischen Alb von Tuttlingen bis nach Donauwörth und ist von unzähligen Aussichtspunkten mit einzigartigen Ausblicken auf die umliegende Natur gesäumt. Zudem befinden sich zahlreiche Burgen und Schlösser ganz in der Nähe des Weges, zu denen sich ein Abstecher lohnt. © Franziskus von Lucke/Imago
Ausblick vom Rennsteig auf die Wartburg
Der Rennsteig ist einer der ältesten und bekanntesten Höhenwanderwege Deutschlands. Er schlängelt sich über 169,3 Kilometer über den Kamm des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges sowie in Teilen durch den nördlichen Frankenwald. Unterwegs gibt es blühende Bergwiesen, aber auch tolle Misch- und Nadelwälder zu sehen, die Sie wunderbar vom Alltag abschalten lassen. © Andreas Vitting/Imago
Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide.
Wer in Norddeutschland wandern möchte, darf sich den Heidschnuckenweg nicht entgehen lassen. Auf 223 Kilometern führt er durch mehr als 30 große und kleine Heideflächen. Die Strecke lässt sich in 13 Hauptetappen teilen, die einzeln auch als Tagesausflüge geeignet sind. © Irina Heß/Imago
Lotenbachklamm im Schwarzwald
Geübte Wanderer werden am Schluchtensteig im Schwarzwald ihren Spaß haben: Die Strecke führt an Schluchten, Tunneln und Wasserfällen vorbei – Outdoorfans sollten also trittsicher und schwindelfrei sein. Die Anstrengung wird dafür mit wunderschönen naturnahen Felspfaden und Wurzelwegen sowie spektakulären Tiefblicken entlang von Felsklammen belohnt.  © Susanne Fritzsche/Imago
Aussichtspunkt Mönchskanzel am Oberlausitzer Bergweg in Sachsen.
In Sachsen führt Sie der Oberlausitzer Bergweg über 107 Kilometer durch die Berge der Oberlausitz und des Zittauer Gebirges. Zu den Höhepunkten auf der Route zählen die Umgebindehäuser in den Dörfern, die Burg- und Klosterruine auf dem Oybin oder die Zittauer Schmalspurbahn. Unterwegs haben Sie eine wunderbare Aussicht auf die benachbarte böhmische Bergwelt. © Volker Preusser/Imago
Der wilde Fluss Bode im Nationalpark Harz.
Durch grüne Misch- und Nadelwälder sowie Hochmoore, Schluchten und Klippen führt der Harzer-Hexen-Stieg in Niedersachsen. Die Gesamtlänge des Wanderweges beläuft sich auf 94 Kilometer und führt über den sagenumwobenen Brocken.  © Heiko Küverling/Imago
Schalkenmehrener Maar in der Vulkaneifel.
Auf ihre Kosten kommen Wanderer auch auf dem Eifelsteig: Die Strecke verläuft zunächst durch das größte noch intakte Hochmoor, das hohe Venn, und führt dann durch den Nationalpark Eifel, der durch seine vulkanische Vergangenheit geprägt ist. Start- und Endpunkt des 313 Kilometer langen Fernwanderwegs sind die Städte Aachen und Trier.  © Jochen Tack/Imago
Beschilderung des Goldsteig Wanderweges am Oberfrauenwald.
Der längste zertifizierte Qualitätswanderweg in Deutschland führt mit einer beeindruckenden Länge von 660 Kilometern von Marktredwitz bis Passau – der Goldsteig. Anfänger sind auf den 286 Kilometern der Südroute gut aufgehoben, doch wer es etwas anspruchsvoller mag, kann sich auf die Nordroute – über Hohenbogen, Großer Arber oder Falkenstein – wagen.  © Dominik Kindermann/Imago
Willibaldsburg in Eichstätt
Der Altmühltal-Panoramaweg führt auf 200 Kilometern durch den Nationalpark Altmühltal. Blühende Wacholderheiden, dichte Buchenwälder und schroffe Felsen zeichnen die Landschaft auf der Strecke von Gunzenhausen nach Kelheim aus. Außerdem gibt es unterwegs zahlreiche Zeugnisse aus römischer und keltischer Zeit, darunter Überreste des Limes, zu sehen. © Panthermedia/Imago

Unverzichtbar für die Touren, die mit acht bis zehn Stunden den ganzen Tag in Anspruch nehmen, sind ausreichend Wasser und Essen. Neben belegten Broten eigenen sich als Snacks vor allem Obst, Dörrobst, Nüsse und Energie-Riegel. Die Kleidung sollte genau auf das angesagte Wetter passen. Packen Sie lieber mehr Schichten ein, die Sie bei Bedarf ausziehen können. Je nach Jahreszeit sollten auch ein Schutz gegen Kälte (Mütze, Handschuhe) oder Sonne (Schildkappe, Sonnenbrille, Sonnencreme) im Gepäck vorhanden sein. Ebenfalls einpacken sollten Sie laut Berginstinct:

  • Feuerzeug
  • Geldbeutel mit Ausweis und Krankenversicherungskarte
  • Handy und Power-Bank
  • Taschentücher
  • Taschenmesser
  • Toilettenpapier
  • Kleiner Müllsack
  • Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke für Notfälle

2. Das Wetter prüfen

Plötzliche Wetterumschwünge zählen zu den unberechenbarsten und gefährlichsten Situationen bei Bergtouren. In höheren Lagen können sich die Wetterbedingungen innerhalb kürzester Zeit drastisch ändern, was zu extremen Temperaturstürzen, heftigen Winden, Starkregen, Schneefall oder Nebel führen kann, betont das Portal Faszination Berge. Achten Sie vorab auf den Wetterbericht. Die Prognose für den Gipfeltag muss gut und stabil sein, schreibt der Deutsche Alpenverein. Es empfiehlt sich zudem, einheimische Bergführer nach deren Einschätzung zu fragen. Auch ein Anruf bei den Hüttenwirten oder der alpinen Auskunft kann Detailfragen klären.

Weil die Morgenstunden wettertechnisch meist stabiler sind, empfehlen die einheimischen Bergsteiger einen möglichst frühen Aufstieg. Gegen elf Uhr schlägt das Wetter häufig um, erklärt Berginstinct. Im Sommer sind die Morgenstunden außerdem kühler und weniger kraftraubend für den Aufstieg bei Hitze. Achten Sie während der Tour auf die Wolkenentwicklung, um ein herannahendes Unwetter frühzeitig zu erkennen. Beachten Sie zudem die Zeiten für den Sonnenuntergang, besonders im Herbst.

3. Sich nicht überschätzen

Der einfachste, aber weiteste Weg auf die Zugspitze führt durch das Reintal, das Tal der Partnach zwischen Zugspitzplatt und Partnachklamm, erklärt der Deutsche Alpenverein. Bis auf den Schlussanstieg bietet die Route kaum technische Schwierigkeiten. Dennoch darf die Strecke nicht unterschätzt werden, denn sie ist sehr lang und abgeschieden: Mehr als 20 Kilometer und 2.200 Höhenmeter müssen Wanderer dabei zurücklegen. Der Aufstieg ist nur bei guter Kondition zu bewältigen, schreibt die Wanderzentrale.

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Die Menschen, mit denen man die Tour bestreitet, sollten alle „vergleichbar stark und den aktuell geforderten Schwierigkeiten überlegen sein, Erfahrung in vergleichbarem Gelände haben – und derzeit auch gut in Form sein“, fasst der Deutsche Alpenverein zusammen. Die Gruppe sollte nicht zu groß sein. Noch wichtiger ist jedoch, dass man sich nicht allein auf den Weg macht. Um die Wanderung leichter zu gestalten, lässt sich die Strecke durch Übernachtungen auf zwei oder drei Tage aufteilen. In diesem Fall sollten Sie rechtzeitig einen Schlafplatz in der entsprechenden Berghütte reservieren, rät die Wanderzentrale.

Rubriklistenbild: © Action Pictures/Imago

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