„Eine Welt ist zusammengebrochen“

Schumachers „Mamma“ gibt herzergreifende Einblicke – Gänsehaut-Aussagen über Formel-1-Legende

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Eine frühere Köchin von Formel-1-Ikone Michael Schumacher erzählt emotional von den Begegnungen mit dem damaligen Ferrari-Piloten in Italien.

Fiorano Modenese - Die Süddeutsche Zeitung (SZ) bezeichnete ihn einmal als „einer von ihnen“. Michael Schumacher und die Italiener, das war zu seiner Zeit als Formel-1-Rennfahrer wahrlich „grande amore“, zu Deutsch: Eine große Liebe.

Michael Schumacher: Emotionaler Abschied von der Scuderia Ferrari in Italien

Die Ferrari-Mechaniker sollen ihm 2006 zum Abschied ein Gruppenfoto geschenkt haben, auf dem stand: ,,Sei uno di noi‘‘. Übersetzt: „Du bist einer von uns.“ Mit der Scuderia aus dem norditalienischen Maranello hatte sich der heute 54-jährige Rheinländer zwischen 2000 und 2004 fünfmal in Folge zum Weltmeister der Rennsport-Königsklasse Formel 1 gekrönt. In Fiorano Modenese, der Nachbargemeinde von Maranello, hat eben jene feuerrote Scuderia ihre Heim-Teststrecke.

Reifen, neue Motoren, die Aerodynamik – Schumacher feilte hier gemeinsam mit seinen Teams an den italienischen Boliden. Direkt neben der Rennstrecke liegt wiederum das Restaurant „Montana“, wo sich Schumacher in seinen Pausen nicht selten mit Pasta stärkte. „Mamma“ Rossella Giannini, die Besitzerin und Köchin, erzählte nun erneut emotional von ihren früheren Begegnungen mit dem Formel-1-Superstar.

Siebenmaliger Weltmeister der Formel 1: Michael Schumacher.

Sie denke „jeden Tag“ an die Besuche von Schumacher zurück, hatte Rossella einmal der Bild geschildert. „Ich habe hier auch viele Fotos von ihm, da denke ich natürlich viel an ihn. Er fehlt mir. Mir fehlt mein Freund“, erklärte die Italienerin der Zeitung. Rossella plauderte das eine oder andere Detail aus.

Michael Schumacher: Tagliatelle al ragù schmeckten der Formel-1-Ikone besonders gut

Zum Beispiel, dass das Lieblingsessen Schumachers in ihrem Lokal Tagliatelle al ragù gewesen sei – Bandnudeln mit Kalbsbolognese. Oft habe er mit dem damaligen Ferrari-Teamchef Jean Todt in der Küche gegessen, um den Fan-Massen zu entgehen. Denn: Rossellas Restaurant ist unter Formel-1-Fahrern beliebt und eine Pilgerstätte für Ferrari-Fans. Auch Sebastian Vettel kam während seiner Ferrari-Zeit (2015 bis 2020) zum Mittagessen hier her.

Jetzt, da sich Schumachers verhängnisvoller Skiunfall im französischen Méribel am 29. Dezember zum zehnten Mal jährt, hat sich „Mamma“ Rossella erneut in einem Interview erinnert. Unter anderem an das erste Kennenlernen am „14. Februar 1996. Michael war in Maranello, um als neuer Fahrer vorgestellt zu werden. Das Team führte ihn in drei Restaurants aus. Auch zu mir ins Montana. Wir haben uns sofort verstanden, sodass Michael immer wiederkam“, erzählte die Restaurant-Betreiberin der Sport Bild.

Michael Schumacher
geboren: 3. Januar 1969 in Hürth (Nordrhein-Westfalen)
Beruf:Automobilrennfahrer
Formel-1-Saisons:1991 bis 2006 sowie 2010 bis 2012
Formel-1-Teams:Benetton (1991–1995), Ferrari (1996-2006), Mercedes (2010-2012)
Rennsiege in der Formel 1:91 bei 307 Starts
Formel-1-Weltmeister als Fahrer:1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004

Geradezu herzergreifend blickte sie auf den 29. Dezember 2013 zurück, als die Meldung von Schumachers schweren Sturz in den französischen Alpen weltweit durch die Medien ging. „Ich war damals im Urlaub und habe es aus den Nachrichten gehört. Als klar war, wie schlimm das Ausmaß ist, ist für mich eine Welt zusammengebrochen“, schilderte Giannini von ihren Emotionen.

Schumachers „Mamma“ gibt herzergreifende Einblicke – Gänsehaut-Aussagen über Formel-1-Legende

„Ich vermisse ihn sehr. Jeden Tag schaue ich zur Eingangstür und hoffe, dass er doch noch einmal durchschreitet und ich ihm Tagliatelle al ragù mache“, meinte sie weiter: „Ich kann es kaum glauben, dass der Unfall schon zehn Jahre her ist. In der Zwischenzeit konnte ich meinen Frieden mit der Situation schließen. Ich leide nicht mehr, sondern erinnere mich an die schönen Momente.“

Erst kürzlich hatte sich Todt, sein früherer Vertrauter bei Ferrari, zum einstigen Formel-1-Weltmeister geäußert. Der 77-jährige Franzose sagte der französischen Sporttageszeitung L‘Équipe: „Michael (Schumacher) ist da, insofern vermisse ich ihn nicht. Er ist nicht mehr der Michael von vorher. Er ist anders und wird von seiner Frau und seinen Kindern wunderbar beschützt.“ (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / PanoramiC

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