VonMarco Blanco Uclesschließen
Gleich vier frühere Spieler des TSV 1860 München könnten mit Bielefeld die Krise verschärfen. Für Argirios Giannikis könnte es das Endspiel als Trainer sein.
Zumindest das Wetter zeigte sich am Mittwochmorgen in Giesing wieder von seiner freundlicheren Seite. Ansonsten ist die Grünwalder Straße 114 derzeit von Tristesse umgeben. Platz 19 in der 3. Liga, vier Pleiten in fünf Spielen, fehlender Finanz-Geschäftsführer. Hinter den Kulissen brodelt es. Einhergehend mit der sportlichen Misslage steht Löwen-Coach Argirios Giannikis massiv unter Druck. Noch genießt der 44-Jährige öffentlich das Vertrauen von Sport-Geschäftsführer Christian Werner, leitete die Trainingseinheiten am Dienstag und Mittwoch in seiner sachlichen, ruhigen Art. In der Pressekonferenz am Donnerstag wird sich Giannikis den Fragen der Pressevertreter stellen.
Bei einer Niederlage in Bielefeld wäre 1860-Coach Giannikis vermutlich seinen Job los
Das viel zitierte „Endspiel“ für in die Kritik geratene Trainer – am Samstag in Bielefeld (16.30 Uhr) ist es für Giannikis wohl so weit. Nach Informationen unserer Zeitung droht dem Deutsch-Griechen bei einer weiteren Niederlage auf der Alm der Rausschmiss. Unabhängig von der Trainer-Personalie erwartet 1860 München am Samstag eine Mammutaufgabe. Die Bielefelder sind noch ungeschlagen, gewannen zuletzt beim bis dato verlustpunktfreien Spitzenreiter Erzgebirge Aue mit 3:1.
Den Treffer zum Endstand markierte dabei Marius Wörl, Löwen-Eigengewächs und im Sommer 2023 zum Nulltarif nach Ostwestfalen gewechselt. Dass ein ehemaliger 1860-Spieler beim Gegner aufläuft in der 3. Liga, ist nichts Außergewöhnliches. Dass allerdings gleich vier Akteure, die vor Kurzem noch in München-Giesing spielten, beim Kontrahenten unter Vertrag stehen, hat Seltenheitswert.
Denn neben dem angesprochenen Wörl, schnüren auch Christopher Lannert, Semi Belkahia und Merveille Biankadi für Bielefeld die Schuhe. Wobei Belkahias Name bei dieser Aufzählung in Klammern gesetzt werden muss. Seit Januar stand der 25-Jährige nicht mehr auf dem Platz, Knieprobleme machten ihm lange zu schaffen, eine Operation im Sommer war unumgänglich – Rückkehr ungewiss.
Ex-Löwe Biankadi traf vergangene Saison zweimal gegen 1860
Die drei anderen Ex-Löwen jedoch sind fit und brennen auf das Duell mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber. Während Wörl in den letzten Wochen meist der starken Konkurrenz im Mittelfeld den Vortritt lassen musste, sind Biankadi und Lannert gesetzt. Und der offensiv variabel einsetzbare Biankadi bewies bereits in der Vorsaison, dass er keine Hemmungen hat, seiner alten Liebe wehzutun – je ein Tor bei den beiden 2:0-Siegen der Arminia.
Bleibt abzuwarten, ob Giannikis es mit einem Erfolgserlebnis schafft, die erhitzten Gemüter bei 1860 wieder zu beruhigen. Ansonsten könnten ausgerechnet ehemalige Löwen bei ihrem Ex-Club zu Brandbeschleunigern werden.

