VonMarco Blanco Uclesschließen
Der TSV 1860 steht nach zwei Niederlagen aus zwei Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz in der Dritten Liga. Ein Kommentar:
Das Positive gleich einmal vorneweg: Noch sind 108 Punkte in der Drittliga-Saison 2024/2025 zu vergeben. Wer den TSV 1860 München allerdings an den ersten zwei Spieltagen beobachtet hat und es mit den Weiß-Blauen hält, dem dürfte schon ganz früh in der Spielzeit Angst und Bange werden. 0:1 gegen Saarbrücken, 1:3 bei Aufsteiger Stuttgart II. Null Punkte, 1:4-Tore. Nur der späte Ehrentreffer von Fabian Schubert verhinderte, dass der Löwe als Tabellenletzter in die DFB-Pokal-Pause geht.
TSV 1860 will im Totopokal Selbstvertrauen tanken
Auch der prestigeträchtige Cup-Wettbewerb macht das Dilemma der Sechzger deutlich. Während Liga-Konkurrenten wie Essen, Ingolstadt oder Wiesbaden von Überraschungs-Erfolgen gegen große Bundesligisten und den damit verbundenen Finanzspritzen träumen, darf 1860 nicht teilnehmen – genauso wie letzte Saison übrigens. Die Realität ist eine andere: Am Donnerstagnachmittag steht für die Löwen die zweite Runde im Totopokal an – bei Bezirksligist Thalhofen.
Selbstvertrauen sammeln ist dabei das Motto des Teams von Coach Argirios Giannikis. Selbstvertrauen, dass 1860 seinen Fans bislang nur wenige Minuten beim Auftakt gegen Saarbrücken zeigte. Die restliche Zeit in der bisherigen Saison war geprägt von Unsicherheiten, Ideenlosigkeit und fehlender Durchschlagskraft. Dass die mitgereisten Löwen-Anhänger gegen die VfB-Reserve noch vor der Pause „Wir wollen euch kämpfen sehen“ anstimmten, war bezeichnend.
Intern muss es spätestens jetzt krachen. So darf es nicht weitergehen. Dass es in Interviews klassische Floskeln wie „Wir kommen gut aus der Pause, haben eine Drangphase mit zwei, drei guten Chancen, machen aber das Tor nicht“ oder „Es dauert seine Zeit, bis nach dem Riesenumbruch alles hundertprozentig ineinandergreift“ hagelt, dürfte die Wut der Fans über den Saisonstart nicht gerade kleiner werden lassen.
Auf 1860 warten harte Brocken in der Dritten Liga
Aussagen in der Öffentlichkeit sind das eine. Das andere ist der interne Umgang mit dem Fehlstart. Der Druck ist bei 1860 mit der Fanbase, den Medien und dem berüchtigten „schwierigen Umfeld“ größer als bei anderen Drittligisten. Dieser Druck wird jedoch nicht kleiner, wenn man die Augen davor verschließt, dass Sechzig eine Saison im Abstiegskampf erwartet, wenn sich nichts ändert. Die nächsten Kontrahenten heißen Köln, Ingolstadt und Dresden – keine Aufbaugegner.

