Klassenerhalt so gut wie sicher

Besser als Bielefeld und Leverkusen: 1860 München ist das formstärkste Team im deutschen Profifußball

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19 Punkte aus den letzten acht Ligaspielen: 1860 München ist aktuell die heißeste Aktie im deutschen Profifußball – der Klassenerhalt nur noch Formsache.

München – Das Sportliche ist beim TSV 1860 München mal wieder in den Hintergrund gerückt. Am vergangenen Wochenende schafften die Löwen durch den 3:0-Sieg bei Waldhof Mannheim mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit den Klassenerhalt in der 3. Liga. Die mediale Berichterstattung dominieren aber seit Tagen die Aussagen von Investor Hasan Ismaik, seine Anteile am Münchner Traditionsverein verkaufen zu wollen. Dabei hätte es die sportliche Leistung der letzten Wochen verdient, ins Scheinwerferlicht gerückt zu werden: Der TSV 1860 München ist das formstärkste Team im deutschen Profifußball (gemessen an den letzten acht Ligaspielen).

Hat mit vier Toren in den letzten drei Spielen gehörigen Anteil am Höhenflug des TSV 1860 München: Mittelstürmer Patrick Hobsch.

TSV 1860 München kann den Klassenerhalt am Wochenende klarmachen

48 Punkte hat der TSV 1860 München nach 33 Spieltagen auf dem Konto. Rein rechnerisch ist der Abstieg zwar noch möglich, die Wahrscheinlichkeit grenzt aber an null. Gerade, wenn man die aktuelle Form des Drittliga-Dinos betrachtet. Mit Siegen gegen Cottbus (5:1), Sandhausen (2:0) und Mannheim (3:0) feierte das Team von Patrick Glöckner zuletzt die perfekte englische Woche. In den letzten acht Spielen kassierten die Löwen lediglich eine Niederlage (0:1 in Osnabrück) und holten 19 Punkte.

Die wertvollsten Ex-Spieler des TSV 1860: Volland nicht Top 10 – Platz 1 ausgerechnet beim FC Bayern

Christian Gytkjaer (Venezia FC).
Christian Gytkjaer, 700.000 Euro – Den Anfang der Top 25 macht Christian Gytkjaer. Der Däne kam im Winter 2017 für satte 2,25 Millionen Euro von Rosenborg Trondheim zum abstiegsbedrohten TSV. Seinen Torriecher konnte der heute 34-Jährige bei Sechzig nicht unter Beweis stellen. Deshalb blieb er den Löwen-Fans mit mageren zwei Treffern in 18 Einsätzen als Sündenbock für den Abstieg in Erinnerung. Gytkjaer geht aktuell beim Venezia FC in der Serie A auf Torejagd.  © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Stefan Bell (1. FSV Mainz 05).
Stefan Bell, 800.000 Euro – Stefan Bell verbrachte die Saison 2010/11 leihweise bei 1860 München. Kurz vorher lehnte er sogar einen Wechsel zu Inter Mailand und José Mourinho ab – entschied sich stattdessen für die Grünwalder Straße. Dort sammelte Bell Erfahrung in der 2. Bundesliga und etablierte sich dann zurück in Mainz über die letzten Jahre als Führungsspieler. Mit 33 Jahren zählt Bell noch heute zum Stammaufgebot der 05er. © IMAGO/Harry Langer/DeFodi Images
Frank Boya (Amiens SC).
Frank Boya, 900.000 Euro – Ebenfalls zur Rückrunde der Abstiegssaison 2017 kam Frank Boya als talentierter Mittelfeldspieler nach Giesing. Kurioserweise bestritt der Kameruner für die Löwen allerdings kein einziges Pflichtspiel – er stand lediglich einmal im Kader. Seit 2025 läuft Boya für den Club Tijuana in Mexikos erster Liga auf. Vorher verbrachte er etliche Jahre in Belgien und zuletzt in Frankreich.  © IMAGO/FEP
Nahuel Noll (SpVgg Greuther Fürth).
Nahuel Noll, 1.000.000 Euro – Fünf Jahre als Junglöwe stehen in der Vita von Nahuel Noll. Der 21-jährige Torwart ist aktuell die Nummer eins bei der SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga. Noll ist ausgeliehen von der TSG Hoffenheim, bei der er bereits seit 2020 dem Profi-Kader angehört. Dort kam der deutsche U-20 Nationalspieler jedoch nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. © IMAGO/Sportfoto Zink / Melanie Zink
Steven Benda (FC Fulham).
Steven Benda, 1.000.000 Euro – Steven Benda dürfte den wenigsten Löwen-Fans ein Begriff sein. Der Torwart spielte lediglich ein Jahr für die U19 des TSV 1860 München, ehe es ihn zu Swansea City verschlug. Seit Sommer 2023 steht der Deutsche in der Premier League beim FC Fulham unter Vertrag. Dort gibt er seither den Vertreter für den ehemaligen deutschen Nationaltorwart Bernd Leno. © IMAGO
Marnon Busch (1. FC Heidenheim).
Marnon Busch, 1.200.000 Euro – Platz 20 auf der Liste belegt Marnon Busch. Zur Abstiegssaison kam er aus Bremen an die Grünwalder Straße. Im Folgejahr nahm der 1. FC Heidenheim den Außenverteidiger unter Vertrag. Dort spielt der heute 30-Jährige in der Bundesliga sowie Conference League. © IMAGO/Harry Langer/DeFodi Images
Efkan Bekiroglu (Alanyaspor).
Efkan Bekiroglu, 1.500.000 Euro – Sowohl in der Jugend als auch im Herrenbereich trug Efkan Bekiroglu das Trikot des TSV 1860 München. Der 29-Jährige lief von 2018 bis 2020 in der 3. Liga für die Löwen auf und verließ den Verein Richtung Türkei. Dort spielt der gebürtige Dachauer aktuell leihweise für Sivasspor – er steht bei Ankaragücü unter Vertrag. © IMAGO/Seskimphoto
Alexander Hack (1. FSV Mainz 05).
Alexander Hack, 1.500.000 Euro – Alexander Hack war ausschließlich als Junglöwe aktiv. Dem gebürtigen Memminger gelang der Durchbruch dann bei Mainz 05. Nach neun Jahren bei den Rhein-Hessen füllte Hack sein Konto für ein Jahr in Saudi-Arabien bei Al-Quadsiah. Im Winter 2025 unterschrieb der 31-Jährige bei RB New York und Ex-Mainz-Coach Sandro Schwarz. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Hahne
Philipp Max (Panathinaikos Athen).
Philipp Max, 1.500.000 Euro – Die wahren Löwen-Anhänger werden sich eher an seinen Vater erinnern. Philipp Max, Sohn der 60-Legende Martin Max, spielte vier Jahre in der Jugend der Blauen. Der Durchbruch gelangt dem Außenverteidiger beim FC Augsburg, welcher ihm einen zwischenzeitlichen Marktwert von 20 Millionen Euro bescherte. Heute steht der 31-Jährige, nach den Stationen Eindhoven und Frankfurt, beim griechischen Erstligisten Panathinaikos Athen unter Vertrag. © IMAGO/One Inch Productions
Julian Justvan (1. FC Nürnberg).
Julian Justvan, 1.800.000 Euro – Julian Justvan lief in der Jugend und in der U21 der Löwen auf. Der gebürtige Landshuter stellte seine Fähigkeiten anschließend bei Wolfsburg II, Paderborn, Hoffenheim und Darmstadt unter Beweis, bevor er im Sommer 2024 beim 1. FC Nürnberg landete. Unter Miroslav Klose ist der 26-Jährige absoluter Stamm- sowie Führungsspieler beim Club. © IMAGO/Schreyer
Maximilian Wittek (VfL Bochum).
Maximilian Wittek, 2.000.000 Euro – Ein wahrer Löwe – 14 Jahre in Weiß und Blau – ist Maximilian Wittek. Auch ihm kostete der Abstieg in die Regionalliga die Zukunft im Trikot des TSV 1860 München. Nach drei Profi-Saisons in Giesing wechselte der gebürtige Freisinger zu Fürth und von dort zu Vitesse Arnheim in die Niederlande. Heute zählt der 29-Jährige beim VfL Bochum zu den absoluten Leistungsträgern. © IMAGO/Ralf Treese/DeFodi Images
Prince Osei Owusu (Toronto FC).
Prince Osei Owusu, 2.000.000 Euro – Prince Osei Owusu verbrachte insgesamt anderthalb Jahre in Giesing. Nach weiteren Stationen in der 2. und 3. Liga wechselte er im Sommer 2023 zum Toronto FC in die MLS. Dort blühte der 28-Jährige kürzlich auf und schloss sich daraufhin dem CF Montreal an. © IMAGO/John E. Sokolowski
Mert Kömür (FC Augsburg).
Mert Kömür, 2.000.000 Euro – Mert Kömür verbrachte drei Jahre in der Löwen-Akademie. Aktuell spielt sich der 19-Jährige in der Bundesliga beim FC Augsburg in den Fokus und steht kurz vor dem großen Durchbruch. Der gebürtige Dachauer ist außerdem deutscher U20-Nationalspieler. © IMAGO/nordphoto GmbH / Hafner
Leandro Morgalla (RB Salzburg).
Leandro Morgalla, 2.000.000 Euro – Den zwölften Platz belegt ein weiterer Junglöwe, der es bis in Sechzigs Profi-Kader geschafft hat. Leandro Morgalla spielte neun Jahre beim TSV, davon anderthalb als Profi. Im Sommer 2023 wechselte er zu RB Salzburg. Dort stieg Morgalla zum U21-Nationalspieler auf und feierte sein Champions-League-Debüt. Zwischenzeitlich warfen den 20-Jährigen allerdings ein Bänderriss sowie eine Herzmuskelentzündung zurück. © IMAGO/Heiko Mandl - FC Red Bull Salzburg
Kevin Volland (1. FC Union Berlin).
Kevin Volland, 2.500.000 Euro – Kevin Volland ist wohl einer der bekanntesten Ex-Löwen. Bereits mit 18 Jahren mischte der gebürtige Marktoberdorfer die 2. Bundesliga auf. Damit weckte er das Interesse der TSG Hoffenheim. Von dort ging es über Leverkusen und Monaco letztendlich zu Union Berlin. In dieser Phase spielte der 32-Jährige in der Champions League, stieg zum deutschen A-Nationalspieler auf und war zwischenzeitlich 35 Millionen Euro wert. © IMAGO/Ralf Treese
Kevin Volland (TSV 1860 München).
Kevin Volland in der Saison 2011/12 im Trikot des TSV 1860 München. © imago sportfotodienst
Robert Glatzel (Hamburger SV).
Robert Glatzel, 3.000.000 Euro – Robert Glatzel beginnt die Top-10. Er spielte zwei Jahre für den TSV 1860, in der U19 und in der 2. Mannschaft (2012/13 und 2014/15). Der gebürtige Münchner machte anschließend bei Kaiserslautern und Heidenheim in der 2. Bundesliga auf sich aufmerksam. Auch den Schritt ins Ausland ließ Glatzel nicht aus und wechselte für stolze sechs Millionen Euro Ablöse nach Cardiff in die zweite englische Liga. Seit 2021 ist der 31-Jährige beim Hamburger SV und zeigt sehr gute Leistungen. © IMAGO/Wolfgang Denkinger/DeFodi Images
Marius Wolf (FC Augsburg).
Marius Wolf, 3.000.000 Euro – Ein weiterer Bundesliga-Profi: Marius Wolf spielte dreieinhalb Jahre für die Löwen, sowohl in der Jugend als auch in der ersten und zweiten Mannschaft. Über die Stationen Hannover, Frankfurt, Hertha BSC und Köln entwickelte sich der gebürtige Coburger zu einer festen Größe bei Borussia Dortmund und spielte in der A-Nationalmannschaft vor. Seit Sommer 2024 läuft Wolf im Trikot des FC Augsburg auf. © IMAGO/Jürgen Kessler
Marius Wolf (TSV 1860 München).
Marius Wolf in der Saison 2015/16 im Trikot des TSV 1860 München. © imago sportfotodienst
Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach).
Florian Neuhaus, 3.500.000 Euro – Zehn Jahre als Sechzger kann Florian Neuhaus vorweisen. Der gebürtige Landsberger wechselte nach dem Abstieg in die Regionalliga zu Borussia Mönchengladbach. Seither blühte er auf: Zweitligameister mit Düsseldorf (Leihe), Stammspieler in Gladbach, A-Nationalspieler und einen Marktwert von 38 Millionen Euro. Doch nach und nach blieben Neuhaus Top-Leistungen aus. Unter Trainer Gerardo Seoane hat der 27-Jährige aktuell einen schweren Stand bei der Borussia. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Florian Neuhaus (TSV 1860 München).
Florian Neuhaus in der Saison 2016/17 im Trikot des TSV 1860 München. © imago sportfotodienst
Kilian Fischer (VfL Wolfsburg).
Kilian Fischer, 4.000.000 Euro – Kilian Fischer verbrachte zwölf Jahre als Junglöwe – der Durchbruch zum Profi bei 1860 blieb ihm verwehrt. Der ehemalige U19-Kapitän wechselte zu Türkgücü und zum 1. FC Nürnberg. Daraufhin sicherte sich der VfL Wolfsburg die Dienste des 24-Jährigen. Dort ist Fischer seit dieser Saison Stammspieler. © IMAGO/Grant Hubbs
Benedict Hollerbach (1. FC Union Berlin).
Benedict Hollerbach, 6.000.000 Euro – Vier Jahre als Junglöwe – anschließend zum FC Bayern. Benedict Hollerbach (23) durchlief die Jugendakademien beider Münchner Vereine. Der gebürtige Starnberger schaffte in Wiesbaden den Sprung zum Profi und geht heute für Union Berlin auf Torejagd. © IMAGO/Michael Taeger
Julian Weigl (Borussia Mönchengladbach).
Julian Weigl, 6.000.000 Euro – Den fünften Platz belegt Julian Weigl. Er war in der Jugend und als Profi bei 1860 aktiv und trug bereits mit 18 Jahren die Kapitänsbinde in der 2. Bundesliga. Anschließend wechselte Weigl zum BVB, blühte enorm auf und wurde zum Nationalspieler. Nach viereinhalb Jahren in Dortmund zog es den Mittelfeldspieler ins Ausland zu Benfica Lissabon. Mittlerweile spielt der 29-Jährige wieder in der Bundesliga, als Kapitän von Borussia Mönchengladbach. © IMAGO/Stefan Brauer / Brauer-Fotoagent
Julian Weigl (TSV 1860 München).
Julian Weigl in der Saison 2014/15 im Trikot des TSV 1860 München. © imago sportfotodienst
Felix Uduokhai (Besiktas Istanbul).
Felix Uduokhai, 8.000.000 Euro – Neun Jahre lang lief Felix Uduokhai im Trikot des TSV 1860 München auf, sowohl in der Jugend als auch im Herrenbereich. Nach dem Zweitliga-Abstieg suchte auch der Innenverteidiger nach einer neuen Herausforderung. Über den VfL Wolfsburg zog es Uduokhai zum FC Augsburg, wo er sich letztendlich als Stammspieler bewies. Nun spielt der 27-Jährige beim türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul. © IMAGO/Alex Gottschalk/DeFodi Images
Stefan Ortega (Manchester City).
Stefan Ortega, 9.000.000 Euro – Die Top-3 beginnt Stefan Ortega. Er stand drei Jahre bei den Löwen zwischen den Pfosten, bekam jedoch nie das volle Vertrauen als feste Nummer eins. In der Abstiegssaison wurde der Keeper zum Sündenbock auserkoren und hütete folglich erneut das Tor seines Jugendclubs Arminia Bielefeld. Ortega weckte nach guten Leistungen das Interesse von Pep Guardiola und Manchester City, wo er unter anderem die Champions League und die Englische Meisterschaft gewann. © IMAGO/Mark Cosgrove/News Images
Stefan Ortega (TSV 1860 München).
Stefan Ortega in der Saison 2016/17 im Trikot des TSV 1860 München. © IMAGO/Sven Leifer
Marin Pongracic (AC Florenz).
Marin Pongracic, 10.000.000 Euro – Nur ein Jahr in Weiß-Blau und sieben Spiele bei den Profis kann Marin Pongracic verbuchen. Auch er verließ nach dem Abstieg in die Regionalliga den Verein. Für den gebürtigen Landshuter ging es zu RB Salzburg. Daraufhin konnte sich der kroatische Nationalspieler weder bei Wolfsburg, noch bei Dortmund durchsetzen und landete bei Lecce in der Serie A. Für die Dienste des 27-Jährigen zahlte der AC Florenz im Sommer 2024 stolze 15 Millionen Euro. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Josip Stanisic (FC Bayern München).
Josip Stanisic, 28.000.000 Euro – Auf Platz eins steht der einzige deutsche Meister dieser Liste, welcher kurioserweise ein Bayern-Spieler ist. Josip Stanisic spielte sechs Jahre in der Jugendakademie der Löwen, bevor er für körperlich zu schwach befunden und aussortiert wurde. Der gebürtige Münchner schloss sich schließlich über einen Umweg dem FC Bayern an, wo ihm 2021 der Sprung zum Profi gelang. Seinen Durchbruch feierte der kroatische Nationalspieler vergangene Saison, als er leihweise in Leverkusen spielte und dem FC Bayern die Meisterschaft kostete.  © IMAGO/Markus Ulmer

Mit einem Sieg im Heimspiel gegen Alemannia Aachen (Samstag, 14 Uhr) kann der Tabellenneunte auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen – und gleichzeitig seine Spitzenposition in der Rangliste der formstärksten Teams festigen. Dort verweisen die Löwen aktuell DFB-Pokal-Finalist Arminia Bielefeld (ebenfalls 19 Punkte, aber schlechteres Torverhältnis) und Meister Bayer Leverkusen (17 Punkte) auf die Plätze.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Oliver Zimmermann

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