2:1-Erfolg in Frankfurt

Internationale Presse feiert Deutschland nach Sieg über „Wachsfigurenkabinett“

  • schließen

Deutschland gewinnt auch seinen zweiten Testspiel-Kracher vor der Heim-EM. Die internationalen Pressestimmen zum Sieg über die Niederlande.

Frankfurt – Das zarte Flämmchen wird langsam zur lodernden Flamme: Deutschland entfacht weiter Euphorie bei seinen Fans, der zweite Sieg innerhalb von vier Tagen gegen eine Fußball-Großmacht ist 80 Tage vor der Europameisterschaft im eigenen Land das erhoffte Signal. Nach dem 2:0 am Samstag über Frankreich folgte am Dienstagabend ein 2:1 der DFB-Elf gegen die Niederlande.

Deutschland rutscht in Frankfurt zum Sieg über die Niederlande

Auch wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann über den Rasen in Frankfurt schimpfte und noch viel Verbesserungs-Potenzial aufdeckte – die Länderspielpause in diesem März dürfte ganz nach seinem Geschmack gewesen sein.

Denn sowohl gegen die Équipe Tricolore als auch gegen die Elftal gab es phasenweise Fußball zu sehen, den die deutsche Nationalmannschaft lange nicht gezeigt hatte. Immer wieder wurde flüssig kombiniert, Taktgeber Toni Kroos beschleunigte das Spiel in Richtung der „Zauberer“ im offensiven Mittelfeld.

Niclas Füllkrug traf spät zum 2:1 für Deutschland.

Füllkrugs Millimeter-Tor beschert Deutschland späten Sieg gegen die Niederlande

Jamal Musiala hatte gegen die Niederlande zwar fürchterliche Standprobleme, war aber wie Florian Wirtz einmal mehr der große Aktivposten. Nagelsmann hatte nach der Partie außerdem ein Sonderlob für DFB-Neuling Maximilian Mittelstädt übrig, der zwar große Aktien am frühen Rückstand gegen die Holländer hatte (Veerman, 4.), aber nur wenige Minuten später per Traumtor ausglich (11.).

In der zweiten Halbzeit gab es auf beiden Seiten gute Chancen: Der eingewechselte Niclas Füllkrug bugsierte dann einen Eckball nach 85 Minuten mit der Schulter in den niederländischen Kasten – die Torlinientechnik gab schließlich den Hinweis, dass das Leder mit vollem Umfang hinter der Linie gewesen sein muss. Mit bloßem Auge konnte man den Treffer nicht erkennen. Auch die internationale Presse attestierte der DFB-Elf erneut einen starken Auftritt. Wir haben die Reaktionen hier zusammengefasst.

Internationale Pressestimmen zum DFB-Sieg über die Niederlande: Niederlande

De Telegraaf: „Oranje verliert nach frühem Vorsprung in der Schlussphase noch gegen Deutschland“

De Volkskrant: „Deutschland spielt viel besseren Fußball als die Niederlande. Manchmal schien es, als ob das Wachsfigurenkabinett in Frankfurt zu Besuch war, so wenig Bewegung war in der Mannschaft. Der Unterschied zwischen den Spielen der Nachbarländer war ungefähr so groß wie der Unterschied zwischen Leben und Tod (...). Der Fußball der Mannschaft, die zum ersten Mal die Farben Rosa und Lila trug, war wie das Leben selbst. Kreativ, nach vorn gerichtet, mit klugen Pässen zwischen den Linien, mit Positionswechseln. (...) Auch bei den Deutschen lief vieles schief, aber die Absichten waren klar. Sie wollten gewinnen. Oranje wollte nicht verlieren“

NOS: „Der überragende Verbruggen und die niederländische Mannschaft beugen sich in der Schlussphase dem deutschen Ersatzmann Füllkrug“

AD.nl: „Oranje schluckt wegen Millimeterarbeit eine bittere Testspielspiel-Pleite in Deutschland. Die Elftal glaubte kurzzeitig, mit einem akzeptablen Unentschieden auf die Europameisterschaft hinarbeiten zu können, doch ein Kopfball des eingewechselten Niclas Füllkrug bescherte den Deutschen knapp einen Zentimeter hinter der Torlinie doch noch den Sieg“

Voetbal international: „Verbruggen kommt zu spät: Niederlande verlieren gegen Deutschland“

Internationale Pressestimmen zum DFB-Sieg über die Niederlande: Frankreich

L‘Équipe: „Deutschland dominiert die Niederlande und holt sich Selbstvertrauen für seine Heim-EM“

Internationale Pressestimmen zum DFB-Sieg über die Niederlande: Spanien

Marca: „Deutschland gewinnt auch dank Kroos, der 90 Minuten lang spielte“

As: „Kroos bringt Deutschland ins Spiel. Die Niederlande waren kein Gegner für Kroos und Deutschland, das sich mit seinem Comeback komplett regeneriert hat und zum Titel-Kandidaten aus eigener Kraft geworden ist.“

Mundo Deportivo: „Kroos‘ Deutschland setzt seinen Aufschwung fort: Deutschland besiegte die Niederlande an diesem Dienstag mit 2:1 und erreichte damit nach der Rückkehr von Toni Kroos seinen zweiten Sieg in Folge. Zumindest vorerst scheint es so, als ob man die Krise aus dem November mit zwei enttäuschenden Niederlagen überwunden hat“

Alle EM-Trikots des DFB seit 1972 in der Übersicht

Gerd Müller erzielte im klassischen Schwarz und Weiß gehalten im Finale der EM 1972 in Belgien einen Doppelpack – die BR Deutschland gewann mit 3:0 gegen die Sowjetunion. Uli Hoeneß trägt hier das Auswärtsdress, grün mit weißem Kragen, weißer Hose und grünen Stutzen.
Gerd Müller erzielte im klassischen Schwarz und Weiß im Finale der EM 1972 in Belgien einen Doppelpack – die BR Deutschland gewann mit 3:0 gegen die Sowjetunion. Uli Hoeneß trägt hier das Auswärtsdress, grün mit weißem Kragen, weißer Hose und grünen Stutzen. © Bildmontage IMAGO / Colorsport + IMAGO / Colorsport
Die EM 1976 im ehemaligen Jugoslawien hatte die DFB-Stars wieder im schlichten Schwarz-Weiß empfangen. Gegen die Tschechoslowakei verlor man im Final-Elfmeterschießen 3:5.
Die EM 1976 im ehemaligen Jugoslawien hatte die DFB-Stars wieder im schlichten Weiß-Schwarz empfangen. Gegen die Tschechoslowakei verlor man im Final-Elfmeterschießen 3:5. © imago sportfotodienst
Farblich blieben die Akzente weiterhin aus: Bei der EM 1980 in Italien sorgte aber immerhin der Kragen für Aufsehen. Sportliches Resümee: Europameister.
Farblich blieben die Akzente weiterhin aus: Bei der EM 1980 in Italien sorgte aber immerhin der Kragen für Aufsehen. Sportliches Resümee: Europameister. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Jetzt aber: Auf dem DFB-Trikot zeichneten sich leichte Querstreifen ab, die modische Revolution hat begonnen. Tatort: EM 1984 in Frankreich.
Jetzt aber: Auf dem DFB-Trikot zeichneten sich leichte Querstreifen ab, die modische Revolution hat begonnen. Tatort: EM 1984 in Frankreich. Sportlich lief es überhaupt nicht, Aus bereits in der Gruppenphase. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Deutschland erstrahlte bei der EM 1988 im eigenen Land erstmals in Schwarz-Rot-Gold. Aus im Halbfinale gegen die Niederlande.
Deutschland erstrahlte bei der EM 1988 im eigenen Land erstmals in Schwarz-Rot-Gold. Brachte fast den ganz großen Erfolg, Aus im Halbfinale gegen die Niederlande. © imago sportfotodienst
EM 1992 in Schweden: Schwarz-Rot-Gold auf den Schultern und ansatzweise im Kragen. Finalniederlage gegen Dänemark.
EM 1992 in Schweden: Schwarz-Rot-Gold auf den Schultern und ansatzweise im Kragen. Finalniederlage gegen Dänemark. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel
Mehmet Scholl und Co. trugen bei der EM 1996 in England wieder eher schlicht, aber mit landesfarblichem Touch am Ärmelende sowie im Kragen. Finalsieg über Tschechien durch Golden Goal.
Mehmet Scholl und Co. trugen bei der EM 1996 in England wieder eher schlicht, aber mit landesfarblichem Touch am Ärmelende sowie im Kragen. Finalsieg über Tschechien durch Golden Goal. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Aus bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlagen als Letzter der Gruppenphase – und auch die Trikots waren eher weniger der Hingucker. Das Heimtrikot war schlicht gehalten, auswärts lief das DFB-Team wieder mal in Grün auf.
Aus bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlagen als Letzter der Gruppenphase. Das Heimtrikot war schlicht gehalten, auswärts lief das DFB-Team wieder mal in Grün auf. © Bildmontage Rolf Kosecki/Imago + IMAGO / Horstmüller
Sportlich glich auch die EM 2004 in Portugal einem Horrorszenario – Aus in der Gruppenphase zum zweiten Mal in Folge. Das Auswärtsgrün wich einem Auswärtsschwarz, das Heimtrikot war dem zur vorherigen Europameisterschaft ziemlich ähnlich.
Sportlich glich auch die EM 2004 in Portugal einem Horrorszenario – Aus in der Gruppenphase zum zweiten Mal in Folge. Das Auswärtsgrün wich einem Auswärtsschwarz, das Heimtrikot war dem der vorherigen Europameisterschaft ziemlich ähnlich. © Bildmontage IMAGO / Camera 4 + IMAGO / Pixsell
Schwarz-Rot-Gold war in Österreich und der Schweiz bei der EM 2008 wieder mitten auf der Brust zu sehen – erst dick in Schwarz, dann in Rot und Gold schmal darunter. Beim Auswärtstrikot setzte der DFB auf ein ungewohnt schrilles Rot, garniert mit einem schwarzen Balken in der Mitte. Finalniederlage gegen Spanien.
Schwarz-Rot-Gold war in Österreich und der Schweiz bei der EM 2008 wieder mitten auf der Brust zu sehen – erst dick in Schwarz, dann in Rot und Gold schmal darunter. Beim Auswärtstrikot setzte der DFB auf ein ungewohnt schrilles Rot, garniert mit einem schwarzen Balken in der Mitte. Finalniederlage gegen Spanien. © Bildmontage IMAGO / Bernd König + IMAGO / Sven Simon
Polen und die Ukraine waren Gastgeber der EM 2012, bei der die DFB-Elf wieder auf eher schlichte Trikots setzte. Das Heimjersey war fast komplett in Weiß gehalten, hatte dazu leichte schwarze Streifen. Auswärts war ein knalliges Grün ziemlich auffällig. Fast wie die Leistungen: Halbfinalniederlage gegen Italien.
Polen und die Ukraine waren Gastgeber der EM 2012, bei der die DFB-Elf wieder auf eher schlichte Trikots setzte. Das Heimjersey war fast komplett in Weiß gehalten, hatte dazu leichte schwarze Streifen. Auswärts war ein knalliges Grün ziemlich auffällig. Fast wie die Leistungen: Halbfinalniederlage gegen Italien. © Bildmontage IMAGO / Sportimage + IMAGO / DeFodi
Der zwei Jahre zuvor geholte WM-Pokal zierte beim Heimtrikot die deutsche Brust, das Auswärtsleibchen wurde bei der EM 2016 in Frankreich in Grau und Grün gehalten. Grau für die Hinterhöfe und Bolzplätze, Grün für die Rasenplätze der Vereinsmannschaften. Wieder Niederlage im Halbfinale, diesmal gegen Frankreich.
Der zwei Jahre zuvor geholte WM-Pokal zierte beim Heimtrikot die deutsche Brust, das Auswärtsleibchen wurde bei der EM 2016 in Frankreich in Grau und Grün gehalten. Grau für die Hinterhöfe und Bolzplätze, Grün für die Rasenplätze der Vereinsmannschaften. Wieder Niederlage im Halbfinale, diesmal gegen Frankreich. © Bildmontage IMAGO / Fotostand + IMAGO / Fotoarena
Das Grün im Auswärtstrikot wich bei der kontinental ausgetragenen EM 2021 wieder dem schwarzen Grund. Ansonsten spielte das DFB-Team in Weiß mit länglichen schwarzen Streifen. Die Ära Jogi Löw endete, Deutschland schied im Achtelfinale gegen England aus.
Das Grün im Auswärtstrikot wich bei der kontinental ausgetragenen EM 2021 wieder dem schwarzen Grund. Ansonsten spielte das DFB-Team in Weiß mit länglichen schwarzen Streifen. Die Ära Jogi Löw endete, Deutschland schied im Achtelfinale gegen England aus. © Bildmontage IMAGO / Sven Simon + IMAGO / ULMER Pressebildagentur

Internationale Pressestimmen zum DFB-Sieg über die Niederlande: Österreich und Schweiz

Kronen-Zeitung: „Deutschland dreht Hit gegen ÖFB-Gegner Niederlande“

Standard: „Deutschland schlägt auch die Niederlande“

Blick: „Deutschland bezwingt Holländer dank Millimeter-Tor“

Rubriklistenbild: © HJS / Imago

Kommentare