Er ist so etwas wie eine Allzweckwaffe und war zuletzt immer für den DFB nominiert worden. Von der jüngsten Nichtberücksichtigung ist Jonas Hofmann enttäuscht.
Leverkusen – Für Jonas Hofmann lief alles nach Plan: Seit Ewigkeiten Tabellenführer mit Bayer Leverkusen, gute Chancen auf das DFB-Pokalfinale in Berlin und auch in der Europa League zählt die Werkself zu den Top-Favoriten. In der Nationalmannschaft spielte der gebürtige Heidelberger zwar keine Hauptrolle, Neu-Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte ihn bisher aber immer nominiert. Dann, irgendwann im Frühjahr, kam der Bruch.
Jonas Hofmann: Vom unverzichtbaren Scorer zum Ersatzspieler
Hofmann war plötzlich kein Stammspieler mehr in Leverkusen. Bis zum 3. Februar stand der Offensivmann in 18 von 19 Bundesliga-Spielen in der Startelf. Gegen Darmstadt, den FC Bayern und Heidenheim saß er dann überraschend auf der Bank. Wirklich etwas vorzuwerfen hatte sich Hofmann nicht, steuerte er doch zuvor fünf Tore und acht Vorlagen zum Leverkusener Höhenflug in der Bundesliga bei.
Bei den Siegen gegen Mainz und Köln zählte Hofmann dann wieder zur ersten Elf, ebenso im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Agdam. Dort musste er allerdings nach 28 Minuten mit muskulären Problemen ausgewechselt werden. Generell war es kein guter 14. März für den ehemaligen Gladbacher: Wenige Stunden zuvor hatte Nagelsmann seinen DFB-Kader für die Partien im März vorgestellt. Zum ersten Mal unter seiner Regie fehlte Hofmann.
„Wenn er der Meinung ist“: DFB-Star schaltet nach Nagelsmann-Ausbootung in den Kämpfer-Modus
Auf seine Nicht-Nominierung reagierte der 31-Jährige natürlich enttäuscht. Nagelsmann habe die Entscheidung in einem Telefonat damit begründet, „dass das Momentum nicht auf der Seite der Spieler ist, die jetzt gerade nicht dabei sind“, sagte Hofmann in einer Medienrunde am Dienstag.
Des Weiteren gab er sich durchaus trotzig: „Wir stehen an erster Stelle. Ich weiß nicht, ob es gerade ein besseres Momentum für einen Spieler gibt. Wenn er der Meinung ist, dass mein Momentum gerade nicht auf der Seite ist, dann habe ich das zu akzeptieren und muss alles daran legen, dieses Momentum wieder auf meine Seite zu bekommen.“
Alle EM-Trikots des DFB seit 1972 in der Übersicht
Jonas Hofmann kämpft um EM-Ticket: „Liegt natürlich an einem selber, da die Leistungen zu bringen“
Hofmann träumt natürlich weiterhin von einem Kaderplatz bei der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. „Wenn man noch zwei Monate Zeit hat, dann sind noch genügend Spiele da, um sich zu zeigen, um auf den Zug wieder aufzuspringen“, sagte Hofmann: „Das war auch die Message, dass der Zug noch nicht abgefahren ist. Und deshalb liegt es natürlich an einem selber, da die Leistungen zu bringen.“
Trotz der persönlichen Enttäuschung verfolgte der Offensivspieler am Samstag den überzeugenden Sieg der deutschen Mannschaft in Lyon – und sang dabei sogar vor dem eigenen Fernseher stehend die Nationalhymne mit.
Hofmann singt Nationalhymne vor dem TV und freut sich für seine Leverkusener Kollegen
Seinen drei Leverkusener Teamkollegen Florian Wirtz, der in der 1. Minute die Führung erzielt hatte, Robert Andrich und Jonathan Tah attestierte er dabei jeweils ein „überragendes Spiel“. Wenn die Deutschen am Dienstagabend auf die Niederlande (TV-Infos zum Spiel) treffen, wird Hofmann sicher wieder die Daumen drücken.