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Mehrere Anbieter für die Spiele der Bundesliga? Dies könnte aufgrund eines Entschlusses des Bundeskartellamts ab der Saison 2025/26 ein Ende haben.
Frankfurt – Gute Nachrichten für alle deutschen Fußballfans. Ab der kommenden Periode für die TV-Rechte der DFL fällt die sogenannte „No-Single-Buyer-Rule“ weg. Dies bedeutet, dass es ab der Saison 2025/26 wieder möglich sein könnte, dass alle Spiele der Bundesliga bei einem Anbieter gezeigt werden. Dies gab das Bundeskartellamt bekannt.
Umstrittene TV-Regel: Das Ende der „No-Single-Buyer-Rule“
Viele Fans der Bundesliga sind genervt davon, dass sie bei unterschiedlichen Anbietern ein Abonnement haben müssen, um alle Spiele der Bundesliga sehen zu können. Aktuell muss ein Fan der Bundesliga sowohl ein Sky- als auch ein Dazn-Abo besitzen, um alle 306 Spiele einer Bundesligasaison sehen zu können.
Dies könnte sich ab der Saison 2025/26 ändern, wie aus einem Beschluss des Bundeskartellamts hervorgeht. Das Ende der „No-Single-Buyer-Rule“ könnte zu einem Ende der Zersplitterung der TV-Rechte führen, was für viele Fans eine Vereinfachung wäre. Die Übertragungsrechte der Live-Spiele in der Bundesliga können wieder an nur einen Anbieter vergeben werden.
DFL begrüßt die Rückkehr zur alten Regelung – wird diese auch umgesetzt?
Das Kartellamt teilte nach einer vorläufigen Prüfung mit, dass „diese Änderung mit Blick auf die geänderten Marktverhältnisse im Bereich der Live-Übertragungen für den Zeitraum der anstehenden Vergabeperiode“ toleriert werden könne. „Wir begrüßen den Wegfall“, sagte DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel am Dienstag. Die Änderung bedeute, „dass einer alles kaufen kann. Es bedeutet aber nicht, dass einer alles kaufen wird.“
Daher sei nicht automatisch gegeben, dass die Spiele der Bundesliga ab der Saison 2025/26 nur über einen Anbieter laufen werden. Eine Entscheidung darüber soll im zweiten Quartal fallen, wenn die DFL die TV-Rechte bis zur Saison 2028/29 vergeben will. Aktuell geht man bei der DFL davon aus, dass das neue Rechtepaket für die zwei höchsten deutschen Spielklassen für 1,1 Milliarden Euro pro Saison über den Tisch geht. Das würde einem Minus von 100 Millionen Euro im Vergleich zum vorherigen Zyklus entsprechen.
Die #DFL veröffentlicht die Rahmenbedingungen für den Verkauf der Medienrechte 2025/26 bis 2028/29.
— Chaled Nahar (@ChaledNahar) January 30, 2024
Eine mögliche Verbesserung im Alltag der TV-Fans: Bei einer Einigung mit einem Sender/Dienst könnten theoretisch wieder alle Spiele bei einem einzigen Anbieter liegen. pic.twitter.com/PR9NSwCVEX
Bekommt die Sportschau doch ihre „Bestandsgarantie“?
Zuletzt sorgten sich einige Fußballfans um die Zukunft der ARD-Sportschau. Merkel wollte für in der jüngeren Vergangenheit „keine Bestandsgarantie“ für die kommende Rechteperiode abgeben. Im Zuge des Urteils vom Bundeskartellamt betonte er jedoch, dass es „auch dieses Mal wieder Bewährtes beinhalten, das sich an Fans der Bundesliga richtet, die dieser Liga treu seit Jahren, eher schon Jahrzehnten folgen und die auch gewisse Sehgewohnheiten etabliert haben“.
Zwei entsprechende Rechtepakete schrieb die DFL für die Free-TV-Erstverwertung am Samstag aus: von 18.00 bis 20.15 oder von 19.15 bis 20.15 Uhr. Für diese können alle Free-TV-Sender ein Angebot abgeben. Die DFL werde „ein Produkt ausschreiben, das sich an die Fußballfans aller Generationen richten und dazu noch zukunftssicher sein muss“, sagte Merkel. (jari)
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