Kompany stolz auf die FCB-Campus-Talente – tritt aber auch auf die Bremse
VonPeter Grad
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Auch vor dem mit Spannung erwarteten Supercup-Spiel beim VfB Stuttgart ist der Nachwuchs ein Thema beim FC Bayern. Auf der PK vor der Partie äußerte sich Trainer Kompany.
München - Zwei Themen dominieren derzeit die Schlagzeilen rund um die Säbener Straße. Die Verpflichtung des Wunschspielers Nick Woltemade, ausgerechnet vom Gegner des Franz-Beckenbauer-Supercups, dem VfB Stuttgart. Und das andere Dauerthema des diesjährigen Sommers beim Rekordmeister: Die Integration der talentierten Campus-Talente in das Profiteam des FC Bayern, wofür es teilweise heftige Kritik hagelte.
So wurde FCB-Chefcoach Vincent Kompany auf der Pressekonferenz vor dem Stuttgart-Spiel von den anwesenden Medienvertretern zur Situation der Münchner Nachwuchsspieler gefragt.
Vincent Kompany gibt den Mahner
Der belgische Trainer ordnete die aktuelle Situation der Campus-Kicker des Rekordmeisters ein: „Wir sind sehr stolz, wenn wir junge Spieler aus dem Campus in die erste Mannschaft bringen können, wie Lennart Karl. Aber nicht nur ihn, wir hatten sogar Spieler aus der U17 vor vier, fünf Monaten nach oben gebracht.“ Gab jedoch gleichfalls zu bedenken: „Aber natürlich kann nicht jeder immer gleich ein Bayern-Spieler werden.“
Der 39-Jährige äußerte sich dazu noch etwas detaillierter: „Es kommt auch auf die Position an, nicht jeder kann sofort spielen. Und es ist auch normal, dass nicht jeder ohne Umwege sofort bei den Profis ankommt. Aber auf lange Sicht sind wir gut aufgestellt, was die Jugend anbetrifft und sie werden ihre Chance bekommen im Laufe der Spielzeit, nicht in jedem Spiel gleich.“
Kompany zur Aufstellung gegen den VfB
Wie gewohnt ließ sich der Bayern-Coach bei der Aufstellung für den ersten Saisonhöhepunkt nicht in die Karten schauen, was mögliche Einsatzminuten der Campus-Spieler betrifft, aber auch generell: „Zur Aufstellung von morgen sage ich überhaupt nichts. Es geht nicht um einzelne Spieler, sondern wir wollen gewinnen. Uns bringt es keinen Vorteil bei diesem Vorhaben, die Aufstellung zu verraten, also werden wir das nicht tun.“
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Die jungen Spieler müssen laut Kompany geduldig „auf ihre Chance“ warten – „und dann da sein. Lasst uns und ihnen bitte ein bisschen Zeit geben – und dann werden wir neue, deutsche Talente beim FC Bayern haben. Das ist ein langfristiger Prozess, es geht nicht um einen kurzen Hype, sondern um eine erfolgreiche Karriere für sie.“
FCB-Sport-Direktor Christoph Freund zu Adam Aznou
Bekanntermaßen brachte der hoffnungsvolle 19-jährige Marokkaner Adam Aznou diese Geduld nicht auf, wechselte lieber in die Premier League zum FC Everton. Dazu Christoph Freund: „Auch ein Spieler muss überzeugt sein, wie ein Verein plant. Es war sein großer Wunsch, diesen Transfer zu tätigen, das war nicht unser Plan. Aber am Ende des Tages haben wir gemeinsam entschieden, dass es für alle das Beste sein muss, auch für ihn. Er muss ja überzeugt sein, voller Energie und Leidenschaft dahinter stehen, was er macht. Daher haben wir uns auf einen Transfer geeinigt.“
Allerdings gibt es aktuell einige große Campus-Talente, bei welchen sich die Geduld schon bald auszahlen könnte. Dazu gehört natürlich der große Gewinner der FCB-Saisonvorbereitung, Lennart Karl, aber auch Jonah Kusi-Asare, Wisdom Mike, Felipe Chávez und einige andere Hochtalentierte.