VonAlexander Kaindlschließen
Deutschland kämpft bei der Frauen-Weltmeisterschaft um den WM-Titel. Eine Spielerin hat in ihrem Leben auch außerhalb des Platzes großen Erfolg.
Wyong – Es wird ernst für Deutschlands Fußball-Damen! Am 20. Juli startet die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Australien und Neuseeland. Der DFB-Tross ist schon längst in Down Under, um sich an die dortigen Gegebenheiten zu gewöhnen. Am Montag, 24. Juli, startet dann auch die Elf von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ins Turnier. Zum Auftakt spielt Deutschland gegen Marokko.
| FIFA Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen | |
|---|---|
| Titelverteidigerinnen: | USA |
| Rekordsiegerinnen: | USA (vier Titel) |
| Austragungsort: | Australien und Neuseeland |
Die Frau mit dem 0,7er-Abi: Deutschlands Superhirn bei der WM
Dann wird auch ein Superhirn mit dabei sein: Nationalspielerin Lena Lattwein. Eigentlich mag sie darüber gar nicht immer wieder reden. Aber die 23-Jährige ist und bleibt so etwas wie die Musterschülerin des deutschen Fußball-Nationalteams. Die WM-Teilnehmerin vom VfL Wolfsburg macht nach abgeschlossenem Bachelor in Wirtschaftsmathematik inzwischen ihren Master in Controlling. Ihr Abitur baute Lattwein einst im saarländischen Illingen – mit einem Notenschnitt von 0,7 und der vollen Punktzahl von 900. Was für eine Leistung!
„Das Wort Streberin mag ich nicht“, sagte Lattwein nun der Deutschen Presse-Agentur. Sie ist aber überzeugt, dass Sport und Schule oder Studium sehr gut zusammenpassen, „weil es in beiden Bereichen doch ähnliche Dinge sind, auf die es ankommt. Also: Disziplin, ein gewisser Ehrgeiz und Spaß an der Sache.“
Lena Lattwein ist die DFB-Musterschülerin: „Man braucht natürlich eine gute Selbstdisziplin“
Aber wie schafft man es, Studium und Profifußball unter einen Hut zu bekommen? Und vor allem: Wie ist ein solches Traum-Abitur möglich? „Man braucht natürlich eine gute Selbstdisziplin und ein gutes Zeit-Management, gerade, wenn man auch noch Leistungssport macht. Aber ich bin unheimlich gerne zur Schule gegangen, und es ist mir leicht gefallen zu lernen“, so Lattwein.
Gleichzeitig verrät sie, dass es auch Fächer gab, die ihr nicht ganz so gut gefielen: An Musik oder Religion habe sie nicht „ultra viel Freude“ gehabt. „Aber so Fächer wie Mathe, Latein, Geschichte oder Chemie habe ich sehr gerne gemacht.“ Was fehlt? Klar, der Sport. Mit dem hat Lattwein aber ohnehin täglich zu tun.
Auszeit vor der WM: Deutschlands Fußball-Frauen im Sommerurlaub




Abitur mit der Note 1 oder WM-Titel? Lattwein findet es „cool, wenn man beides hat“
Inzwischen hat sie ihre internationale Fußball-Karriere weit vorangetrieben: Die gebürtige Neunkirchenerin war im vergangenen Jahr Vize-Europameisterin mit den DFB-Frauen, steht vor ihrem 30. Länderspiel – und vor allem im DFB-Kader für die Weltmeisterschaften in Australien und Neuseeland.
Auf die Frage, ob ein Abi mit der Note 1 oder der WM-Titel mehr wert sei, sagte die Mittelfeldspielerin: „Boah, das kann ich so gar nicht sagen. Ich denke: Im Leben ist beides gar nicht so wichtig, da gibt es entscheidendere Themen. Aber trotzdem würde ich sagen, es ist cool, wenn man es hat. Beides.“
Lattweins Tipp für Erfolg in der Schule: „Jeden Abend noch mal Stoff wiederholt“
Einen Tipp für die Schulzeit hat sie dann auch noch übrig: Ihre Zeit am Schreibtisch sei durch die Trainingszeiten zwar immer begrenzt gewesen. „Aber ich habe jeden Abend noch mal Stoff aus dem Fach wiederholt, das wir am nächsten Tag hatten. So gab es am Ende für die Klassenarbeiten nie viel auf einmal zu lernen“, so Lattwein. Ein Patentrezept für ein 0,7-Abi?
Ein bisschen rechnen müssen auch die Fußballfans bei der anstehenden WM: Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland, Australien und Neuseeland ist eine kleine Herausforderung. (akl/dpa)
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