Adeyemi-Strafe verblüfft TV-Experten: „Er hatte ja keine Panzerfaust im Keller“
Die Verurteilung von Adeyemi sorgte für Aufmerksamkeit bei der DFB-Elf. Ein TV-Experte hinterfragte die Höhe der Strafe vor dem Qualifikationsspiel.
Leipzig – Karim Adeyemi erhielt einen Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes in Höhe von 450.000 Euro. Die Polizei konnte dem 23-jährigen BVB-Star zwei verbotene Gegenstände nachweisen: einen Schlagring und einen Taser (Elektroimpulsgerät). Beide Gegenstände sind in Deutschland ohne entsprechende Erlaubnis strafbar und können mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.
ZDF-Experte Christoph Kramer hat sich nun überrascht über die hohe Geldstrafe gegen Karim Adeyemi gezeigt. Der ehemalige Weltmeister kommentierte die 450.000 Euro Strafe gegen den Dortmunder Nationalspieler mit deutlichen Worten: „Er hatte ja keine Panzerfaust im Keller.“ Die Äußerung fiel während der ZDF-Übertragung des entscheidenden WM-Qualifikationsspiels gegen die Slowakei. Kramer, der selbst 12 Länderspiele für Deutschland bestritt, zeigte sich sichtlich irritiert über die juristische Aufarbeitung des Falls.
Transparanzhinweis
In der Erstveröffentlichung des Artikels stand, dass der Fall erst durch einen Anruf von St. Paulis Geschäftsführer Andreas Bornemann an DFB-Sportdirektor Rudi Völler bekannt wurde. Diese Information wurde korrigiert.
Lange Ermittlungen gegen BVB-Star
Die Ermittlungen gegen Adeyemi begannen bereits im Sommer 2024 und zogen sich über ein Jahr hin. Damals war der Nationalspieler nicht für das deutsche EM-Aufgebot nominiert worden und reiste stattdessen mit seiner Partnerin, der Rapperin Loredana, nach Griechenland. Der Strafbefehl wurde Ende Oktober 2025 vom Amtsgericht in Wetter erlassen und ist am 30. Oktober rechtskräftig geworden.
Viermal die 5 und einmal die 6: Deutschland-Noten gegen Luxemburg
Adeyemi muss 60 Tagessätze à 7.500 Euro zahlen, was seiner Einkommenshöhe entspricht. Trotz des Eintrags im Bundeszentralregister gilt er weiterhin nicht als vorbestraft, da dies erst ab 90 Tagessätzen der Fall wäre. Der DFB erfuhr erst sehr kurzfristig von dem Vorfall und war entsprechend überrascht. Intern geht man davon aus, dass Julian Nagelsmann bei früherer Kenntnis wohl auf eine Nominierung Adeyemis verzichtet hätte. (tb)