Hitzige Debatte um Lösungen

Neureuther wehrt sich gegen Vorwürfe und sorgt mit langem Ski-Statement für neuen Gesprächsstoff

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Muss sich der Ski-Sport an den spürbaren Folgen des Klimawandels anpassen? Felix Neureuther meint: definitiv! Mit einem Statement entfacht er eine hitzige Debatte.

Sölden – Am zurückliegenden Wochenende fand der alpine Ski-Weltcup im österreichischen Sölden ihren Anfang. Schon im Vorfeld des umstrittenen Rennens, der Riesenslalom wurde vorzeitig abgebrochen, hatten Klimaschützer auf dem Tiroler Gletscher protestiert. Der ehemalige deutsche Skirennfahrer Felix Neureuther stößt nun erneut eine Debatte an.

Felix Neureuther
Geburtsdatum:26. März 1984 (Alter 39 Jahre), Pasing, München
Ehemalige Disziplinen:Slalom, Riesenslalom
Karriere-Ende:17. März 2019

Ski Alpin: Felix Neureuther findet extrem kritische Worte

Zu seinen kritischen Aussagen bezüglich des Weltcupauftakts und den dazugehörigen Baumaßnahmen stehe er nach wie vor, schreibt Neureuther in einem Beitrag auf Instagram. In seinen Zeilen liefert der 39-Jährige Lösungsansätze, wie die Faszination und die Glaubwürdigkeit des Skisports trotz des Klimawandels in Zukunft sichergestellt werden kann.

Dabei stellt er die Fragen nach den Baggerarbeiten, die auf dem Tiroler Gletscher notwendig waren, um das Rennen überhaupt stattfinden zu lassen. Zudem stellt Neureuther infrage, ob sich die Bevölkerung bereits Ende Oktober überhaupt für den Skisport interessiere. Dazu gesellen sich Fragen nach dem Aufwand von Eltern und Kindern, sich für den Sport zu begeistern sowie dem Produkt Ski Alpin und dessen Begeisterungsfähigkeit für Unternehmen, Investitionen zu tätigen.

Felix Neureuther schießt gegen die FIS: „Totaler Quatsch“

Jene Fragen hätte man sich schon vor Jahren stellen müssen, kritisiert Neureuther. Es sei „totaler Quatsch“, wenn die FIS, internationale Ski-Verband, von einer Globalisierung des Skirennsports redet. „Aufgrund des Weltcupkalenders werden Veranstalter getrieben Maßnahmen zu ergreifen, die dem Skisport schaden.“

Dass der alpine Ski-Weltcup auch in diesem Jahr schon Ende Oktober und ausgerechnet in Sölden beginnt, hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. „Mitte/Ende November reicht ein Start des Skiweltcups vollkommen“, so Neureuther. Am Standort Sölden könne festgehalten werden, das Programm mit jeweils einem Riesenslalom für Frauen und Männer würde Neureuther aber um einen Slalom erweitern.

Felix Neureuther sorgt mit seinen neuesten Äußerungen für Aufruhr im Ski-Zirkus.

Felix Neureuther: Weltcupstart in Finnland nicht interessant für Bevölkerung

Laut dem aus dem Münchner Stadtteil Pasing stammenden Ex-Skirennläufer würde diese Umstellung das Interesse der Bevölkerung deutlich erhöhen. Man müsste daraufhin Mitte November nicht nach Finnland fliegen, um dort einen Weltcup vor maximal 1000 Zuschauern zu fahren. Im dortigen Levi findet traditionelle der erste Slalom der Saison statt.

Das Verbot des Stangentrainings hätte für die Sportler zudem mehr Erholungszeit zur Folge und würde verhindern, dass wie aktuell schon Zehnjährige im Sommer auf Gletschern trainierten. „Dieser Trend ist nicht gut!“, poltert Neureuther. „Diese frühe Professionalisierung des Sports vertreibt wahnsinnig viele Kinder!“

Der wichtigste Grund für die Verbote von Felix Neureuther

Der wichtigste Grund für ein Verbot wäre aber die Einsparung einer Menge CO2, weil Aufwand und das viele Reisen stark eingeschränkt wird. Mit seinen Ideen wolle er erreichen, „dass die Menschen da draußen noch mit gutem Gewissen Skifahren gehen“ könnten und der Sport „nicht noch elitärer wird“. (aoe)

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Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

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