Als der kranke Bundestrainer spricht, liefern die deutschen Basketball-Stars eine starke Geste
VonAdrian Rehling
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Dieser Zusammenhalt ist titelreif. Selbst eine schwere Erkrankung kann die deutschen Basketballer bei der EM nicht aus der Bahn werfen – ganz im Gegenteil.
Update vom 10. September, 22.09 Uhr: Die Ansagen von Ibrahimagic haben gefruchtet. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft gewinnt nach einem harten Fight mit 99:91 und steht damit im EM-Halbfinale. Dort geht es gegen Co-Gastgeber Finnland (Freitag, 16 Uhr – alle TV-Infos hier).
Update vom 10. September, 20.30 Uhr: „Neu-Trainer“ Alan Ibrahimagic ist gefordert. Die DBB-Auswahl liegt im EM-Viertelfinale gegen Slowenien nach dem ersten Viertel mit 21:32 in Rückstand. Besonders die deutsche Defensive findet noch überhaupt keinen Zugriff gegen Doncic und dessen Teamkollegen.
Erstmeldung vom 9. September: Riga – Es wurde kein großes Tamtam gemacht. Stattdessen eine ausgewählte Runde an Journalisten im Hotel Park Inn by Radison Valdemara, der Teamunterkunft der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Deren Bundestrainer Alex Mumbru hatte etwas zu sagen. Eine Mitteilung, die durchaus Schlagzeilenpotenzial hatte. Die Reaktion der Mannschaft: Großartig.
Doch der Reihe nach: Ende August musste Mumbru in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Diagnose: Pankreatitis, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Erst nach sechs Tagen konnte der Spanier die Klinik wieder verlassen, kehrte zur DBB-Auswahl zurück und versuchte, diese im Achtelfinale gegen Portugal (85:58). Doch der Körper machte nicht mit wie erhofft, weshalb Mumbru wieder ins zweite Glied rückte.
Schröder, Wagner, Lo und Co. stehen wie eine Wand hinter Bundestrainer Mumbru
Stattdessen übernahm der bisherige Interimstrainer Alan Ibrahimagic. Ohnehin der verlängerte Arm des Bundestrainers, seit Beginn des Turniers nun in der Hauptrolle. Deswegen hatte die Mitteilung von Mumbru zwar das erwähnte Schlagzeilenpotenzial – mehr aber auch nicht. In der Heimat des Trainers, Mumbru ist Spanier, sahen das die Journalisten scheinbar ein wenig anders. Es wurde berichtet, dass ihr Landsmann „zurücktrete und von der EuroBasket“ abreise.
Fake News, die der 46-Jährige so nicht stehen lassen wollte und sich in der Medienrunde dementsprechend erklärte: „Ich bleibe der Head Coach, aber ich fühle mich im Moment nicht zu 100 Prozent gesundheitlich fit. Ich werde weiterhin dabei sein und mit allen sprechen können, aber Alan ist derjenige, der vorne steht und die Ansprachen hält.“ So dann auch im EM-Viertelfinale gegen Slowenien am Mittwoch (20 Uhr – alle TV-Infos hier).
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Bei diesen Aussagen quasi als Wand und rückendeckend hinter ihm stehend: Die deutschen Basketball-Stars. Entschlossene Blicke bei Dennis Schröder, Franz Wagner und Co., die Mumbru mit Bezug auf die Falschmeldungen wie folgt erklärte: „Das hat das Team verärgert. Wir sind eine Familie: Wenn einer angegriffen wird, dann stellen sich alle dagegen.“ Deutlicher geht die Botschaft wohl kaum.
Nationalspieler Maodo Lo sprang seinem Bundestrainer als Wortführer zur Seite: „Man muss anerkennen, was für eine wahnsinnige Leistung es ist, dass er trotz seiner gesundheitlichen Situation hier ist und uns weiterhin unterstützt. Wir Spieler wollen das aus Solidarität ausdrücken.“ Eine starke Geste, die eine ebenso starke Botschaft versendete: Das deutsche Basketball-Team und der gesamte Stab drumherum „sind eine Familie“. (rele)