Nur zehn Monate im Amt

Mintzlaff räumt Eberl-Fehler ein – Bayern-Entscheidung rückt näher

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Max Eberl war nur knapp zehn Monate lang Sportchef bei RB Leipzig. Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff bezeichnet die Bestellung von Eberl rückblickend nun als Fehler.

München - Irren ist menschlich – und passiert natürlich auch Spitzenkräften im Fußball. Ehrenpräsident Uli Hoeneß (71) gab vor wenigen Wochen zu, dass die Berufung von Oliver Kahn (54) als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern ein „großer Fehler“ gewesen sei. Jetzt spricht auch Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (48) über einen Fauxpas. Die kurze Amtszeit von Max Eberl (50) bei RB Leipzig nimmt er auf seine Kappe.

Mintzlaff über Eberl: „Rückblickend habe ich einen Fehler gemacht“

„Rückblickend habe ich einen Fehler gemacht“, sagte Mintzlaff der Sport Bild über die zehn Monate Eberls als Sportchef beim Bundesligisten. Aber nicht alles sei schlecht gewesen: „Positiv überwiegt, dass wir im Sommer 2023 richtig tolle Spieler verpflichtet haben, die zwar teuer waren, aber extrem gut zu uns passen.“

Als damaliger Geschäftsführer und Vorstandschef von RB hatte Mintzlaff Eberl im Dezember 2022 geholt. Schon Ende des vergangenen Septembers kam es zum Aus. Grund: fehlendes Commitment.

Schon früh soll sich Eberl in der Stadt Leipzig nicht wohlgefühlt haben. Er war regelmäßig bei seiner Lebensgefährtin in München. RB hätte sich gewünscht, dass Eberl seinen Lebensmittelpunkt in Leipzig habe und sich seiner Aufgabe komplett verschreibe.

Auch zwischenmenschlich passte es wohl nicht. Nach tz-Informationen suchte Eberl zwar während seiner Anfangszeit oft Mintzlaffs Nähe. Später soll er aber nicht mehr so frei in seinen Entscheidungen gewesen sein, wie er das gerne gehabt hätte. Es folgte das Aus trotz Vertrags bis 2026.

Oliver Mintzlaff (l.) räumte ein, dass die Berufung von Max Eberl ein Fehler war

Mintzlaff räumt Eberl-Fehler ein – Bayern-Entscheidung rückt näher

Auch die Bayern mussten in der Club-Führung 2023 „einschneidende Entscheidungen“, wie Präsident Herbert Hainer (69) in seinem Weihnachtsbrief an die Mitarbeiter schrieb. „Sie sind uns nicht leicht gefallen, doch zeichnet es den FC Bayern ebenfalls aus, dass der Club handelt, wenn es nötig ist. Die Weichen für die Zukunft sind nun gestellt.“

Dabei soll auch ein neuer Sportvorstand bald eine Rolle spielen. Als Topfavorit gilt Eberl, der Aufsichtsrat der Bayern tagt Ende Februar. Eine Ablösesumme wird fällig. Zumindest eine kleine finanzielle Wiedergutmachung für RB und Mintzlaff. Philipp Kessler, Manuel Bonke, Hanna Raif

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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