Vertrag läuft aus

„Am Nasenring durch die Manege“ – Kahn kritisiert Bayern-Führung

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Oliver Kahn hat die Führung des FC Bayern wegen ihrer Handhabung der Vertragsangelegenheit von Mittelfeldspieler Joshua Kimmich gerügt.

München – Beim FC Bayern sind mehrere Vertragsfragen offen, in drei Fällen gingen die Verantwortlichen sogar ein gewisses Risiko ein.

Kahn kritisiert FC Bayern im Umgang mit Kimmich

Joshua Kimmich, Alphonso Davies und Leroy Sané sind lediglich bis zum 30. Juni 2025 an den FC Bayern gebunden, dennoch haben die Münchner vor Saisonbeginn keine Einigung mit den Profis über neue Verträge erzielt. Vielmehr lautet die Hoffnung, in der Winterpause die Gespräche voranzutreiben.

Da Kimmich, Davies und Sané ab dem 1. Januar frei mit anderen Vereinen über einen Transfer im Sommer verhandeln dürfen, besteht das Risiko, drei Stammspieler ablösefrei zu verlieren. Besonders im Falle von Kimmich stößt die Herangehensweise der Entscheider an der Säbener Straße bei Oliver Kahn auf Unverständnis.

Kahn: „Eigentlich fängst du zwei Jahre vorher an“

„Wenn du einen Spieler in sein letztes Vertragsjahr reinlaufen lässt, hat er alle Möglichkeiten, dich als Verein am Nasenring durch die Manege zu führen“, sagte Kahn am Sonntag im Sport1-Doppelpass. Kimmich nehme die Zukunftsfrage nicht auf die leichte Schulter, erklärte der frühere Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters (2021-2023). „Ich habe es selber mit Jo erlebt, der sich immer viele Gedanken macht, auch über das ganze Bild, um dann eine Entscheidung zu treffen.“

Oliver Kahn (Foto) kritisiert die Vorgehensweise des FC Bayern in den Vertragsgesprächen mit Joshua Kimmich

Unabhängig von Kimmichs Gedanken gelte es, frühzeitig mit dem Spieler die Weichen für eine Entscheidung über die weitere Zukunft zu stellen. „Man muss natürlich das Bestreben haben, gerade mit den wichtigsten Spielern zu verlängern. Selbst ein Jahr zuvor ist noch zu wenig, eigentlich fängst du zwei Jahre zuvor an, mit dem Spieler ins Gespräch zu kommen“, sagte Kahn. „Es kann natürlich sein, dass er dann demonstriert, nicht sprechen zu wollen, grundsätzlich gilt es aber, solche Situationen zu verhindern.“

Letzteres haben die Bayern-Bosse schleifen lassen, weshalb schnellstmöglich eine Entscheidung fallen soll. Ob und wann an der Säbener Straße die Sektkorken knallen werden, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Dwi Anoraganingrum

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