VonIngo Durstewitzschließen
Der derzeit am Knie verletzte Pilsen-Stürmer könnte im Winter als Kolo-Ersatz folgen.
Ein paar Wochen streichen noch ins Land, ehe das winterliche Transferfenster in der Fußball-Bundesliga öffnet, am 1. Januar 2024 wird es soweit sein. Doch die Manager der Klubs sind natürlich schon lange vorbereitet, erst recht Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche, der stets seiner Zeit voraus ist. Der 43-Jährige hat den Tag X und die Tage danach schon lange im Blick, schließlich ist dem Sportchef am letzten Tag der sommerlichen Transferperiode der beste Stürmer abgeholt worden. Randal Kolo Muani. Für 95 Millionen Euro. Von Paris Saint Germain. Kolo Muani, das nur am Rande, fristet ein ziemliches schattiges Dasein in der französischen Hauptstadt, die Fans sind enttäuscht ob des sündhaft teuren Neuzugangs, auch Trainer Luis Enrique hatte deutlich mehr erwartet. Kolo Muani hat in sieben Ligaspielen nur zwei Tore gemacht, auch international läuft es in der Equipe Tricolore eher bescheiden. Am Samstag beim historischen 14:0-Erfolg gegen Gibraltar schmorte der 24-Jährige 90 Minuten auf der Bank. Das ist nicht so ganz nach seinen Vorstellungen.
Für die Eintracht ist das nur Schnee von gestern, Kolo ist Vergangenheit. Dafür die Kasse prall gefüllt, schließlich gab es ja auch für den zu SSC Neapel gewechselten Jesper Lindström ein paar Milliönchen (34) und für den zum FC Sevilla übergesiedelten Djibril Sow ebenso (zwölf). Leer gingen die Hessen hingegen bei Daichi Kamada aus, der ablösefrei zu Lazio Rom wechselte, dort aber mächtig unglücklich ist. Demnach sollen die Italiener sogar überlegen, den japanischen Spielmacher schon im Sommer wieder abzugeben. Nicht viel besser ergeht es Djibril Sow in Spanien, der zwar regelmäßig spielt, aber mit dem FC Sevilla auf einem enttäuschenden 13. Platz rangiert. Noch schlimmer ergeht es Lindström in Italien, der dänische Nationalspieler kommt nur zu kurzen Minuteneinsätzen. Das sieht nach einem recht großen Missverständnis aus.
Ob er sofort helfen könnte?
Die Eintracht, das ist bekannt, fahndet nach Kolo-Ersatz, aktuell ist Rafiu Durosinmi von Viktoria Pilsen in den Fokus gerückt. Der 20-Jährige hat für die Tschechen in elf Ligaspielen sechs Tore erzielt und weitere sechs vorbereitet. Das ist keine ganz schlechte Quote. Zurzeit liegt der Nigerianer allerdings mit einer Knieverletzung auf Eis. Die 1,92-Meter-Kante hat sich im Oktober einen Bänderriss im Gelenk zugezogen, genauer definiert wurde die Blessur freilich nie. Um einen Kreuzbandriss wird es sich wohl eher nicht handeln, sonst wäre das Interesse der Eintracht gewiss schon erkaltet. Dennoch ist die Geschichte ob der etwas diffusen Verletzung heikel.
Deshalb bleibt abzuwarten, ob sich Durosinmi wirklich als Soforthilfe entpuppen könnte. Der englischen „Daily Mail“ zufolge hat der Angreifer auch das Interesse des Premier-League-Klubs Brighton & Hove Albion geweckt, tendiere aber klar zu einem Wechsel zur Eintracht.
Die würde für einen winterlichen Wechsel sehr wohl eine Stange Geld in die Hand nehmen müssen, rund acht Millionen Euro. Immerhin: Für den Afrika-Cup im Januar, zu dem die Eintracht drei Leistungsträger (Skhiri, Chaibi, Marmoush) abstellen muss, ist Durosinmi nicht nominiert. Er würde ob seines Profils sehr wohl ins Eintracht-Konzept passen. Genauso wie Vangelis Pavlidis von AZ Alkmaar. Auch der Grieche gehört nach wie vor zum Kreis der potenziellen Kolo-Nachfolger.
