VonMarius Gogollaschließen
Angelique Kerber meldet sich nach ihrer Babypause wieder zurück. Mit ihrer Tochter will sie zu den Tennis-Turnieren reisen.
Puszczykowo/Sydney – Fast eineinhalb Jahre kein Match – für eine dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin, die ihre Karriere noch nicht beendet hat, eine lange Zeit. Doch Angelique Kerber hatte einen guten Grund. Anfang dieses Jahres kam ihre Tochter Liana auf die Welt.
Rund 10 Monate später will Kerber wieder als Tennis-Profi angreifen. Am 25. Dezember fliegt sie nach Australien, um ihre Rückkehr zu feiern. Wenn sie ins Flugzeug steigt, wird ihre Tochter dabei sein. In Zukunft heißt das für Kerber, dass sie ihre Karriere und ihre Rolle als Mutter gleichzeitig meistern muss.
Kerber: Die „größte Herausforderung“ ihrer Karriere
Mit dem Packen habe sie schon begonnen, erzählte Kerber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das sei schonmal die „erste Challenge auf dem Weg nach Australien“, schließlich kommt neben ihrem Gepäck noch ein Koffer für Tochter Liana hinzu.
„Ich freue mich natürlich riesig“, sagte die 35-Jährige. „Aber natürlich bin ich auch ein bisschen aufgeregt, weil ich nicht einschätzen kann, wo ich stehe, wie das alles sein wird“, gestand Kerber über die „größte Herausforderung“ ihrer Karriere. „Mit Liana wird es sicherlich ein bisschen anstrengender, auch was den Langstreckenflug und die Zeitumstellung angeht, aber ich versuche es gelassen anzugehen.“
Kerbers Auftakt zum neuen Karriereabschnitt in Sydney
Für den Auftakt ihres neuen Karriereabschnitts als Tennis-Profi und Mutter hat sich Kerber den United Cup ausgesucht, einen Teamwettbewerb für Damen und Herren. Dort wird die frühere Nummer eins der Welt laut dpa gemeinsam unter anderem mit Alexander Zverev, mit dem auch das Mixed möglich ist, für Deutschland antreten.
In Sydney trifft die deutsche Auswahl in der Gruppe D am 30. Dezember auf Italien sowie an Neujahr auf Frankreich und kämpft um den Viertelfinaleinzug. „Ganz Tennis-Deutschland kann sich auf ein Tennis-Highlight freuen“, sagte die deutsche Damen-Chefin Barbara Rittner zu Kerbers Comeback und ergänzte: „Wie auch immer es läuft, man sollte die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.“
Erstes sportliches Highlight für Kerber: Die Australien Open in Melbourne
Anfang Januar wird Kerber beim WTA-Turnier in Adelaide teilnehmen. Erstes sportliches Highlight sind dann die Australian Open, die am 14. Januar in Melbourne beginnen. Die vier Grand-Slam-Turniere, neben den Australian Open sind das die French Open, Wimbledon und die US Open, und die Olympischen Spiele im Sommer 2024 sind ihre großen Ziele. „Wir haben einen groben Plan, werden aber von Reise zu Reise schauen. Tendenziell will ich schon lieber ein bisschen weniger spielen als mehr“, erklärte sie.
Wie es dann im Touralltag aussehen wird, bleibe spannend, so Kerber. „Es wird nur mit Flexibilität funktionieren. Gerade in den ersten Tagen beim Turnier, bis die Findungsphase abgeschlossen ist, und wir alle im Team verstehen, wie es am besten passt.“ Auch in der Vorbereitung war von Kerber Spontanität gefragt. Da wurde ein Training auch mal eine Stunde später gestartet, weil die kleine Liana ihre Mutter noch brauchte.
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Kerber fühlt sich gut vorbereitet – „Muss mir aber auch Zeit geben“
Für ihr Comeback hat Kerber ihren langjährigen Wegbegleiter Torben Beltz als neuen alten Trainer zurückgeholt. Wie ihre Form nach der langen Vorbereitungszeit in ihrer Akademie im polnischen Puszczykowo ist, frage sie sich allerdings auch selbst, räumte sie ein.
„Ich bin vorbereitet und fit genug, um mir die beste Chance zu geben, wieder auf das Level zu kommen, auf dem ich aufgehört habe“, sagte Kerber, die letztmals im Sommer 2022 bei ihrem Drittrunden-Aus in Wimbledon ein offizielles Match bestritt, und fügte an: „Ich muss mir aber auch Zeit geben. Ich habe jetzt eineinhalb Jahre kein Match mehr gespielt und in meiner Karriere noch nie so eine lange Auszeit gehabt. Daher kann ich nicht erwarten, in Australien direkt mein bestes Tennis zu spielen.“
Unterstützung durch die Familie als „entspanntere Lösung“
Auf ihren Turnier-Reisen will Kerber auf die Unterstützung ihrer Familie als „entspanntere Lösung“ setzen. „Die Familie kennt die Kleine, hat den Rhythmus und die Abläufe miterlebt“, sagte Kerber: „Dann weiß ich, wenn ich auf den Platz gehe, ist alles unter Kontrolle und Liana in guten Händen. Das ist für mich das Wichtigste.“
Bevor es am ersten Weihnachtsfeiertag nach Australien geht, verbringt Kerber den Heiligabend mit ihrer Familie in Polen. „Wir feiern zum ersten Mal mit der Kleinen, was das Weihnachtsgefühl dieses Jahr noch schöner macht“, blickte sie auf das Fest voraus. (mag)
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