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Zwei Segeljachten kamen beim Ocean Race in Kontakt mit Orcas. Die Schwertwale rammten die Boote – und bissen sogar in die Ruder.
Gibraltar – Ein unüblicher Zwischenfall sorgte beim Ocean Race für einen kurzzeitigen Stopp zweier Boote: Schwertwale haben zwei Segeljachten der Klasse V065 westlich von Gibraltar im Atlantik am Donnerstagnachmittag angegriffen. Das Gebiet um Gibraltar ist bekannt für Orca-Angriffe auf Boote. Dabei rammen ein einzelner Orca oder eine Gruppe der Schwertwale den Rumpf oder das Ruder von Booten.
| The Ocean Race | |
|---|---|
| Sportart: | Segeln |
| Erste Austragung: | 1973 |
| Bootstypen: | Volvo Ocean 65 (V065) und Open 60 |
Skipper van Beek über Orca-Angriff: „Das war ein beängstigender Moment“
Von der Begegnung betroffen waren die Teams JAJO (Niederlande) und Mirpuri Trifork Racing (Portugal). Am Donnerstag gegen 15.50 Uhr deutscher Zeit fand die Attacke im Atlantischen Ozean statt. Die Orcas stießen dabei gegen die Boote, in einem Fall rammten die Tiere sogar das Boot und bissen in die Ruder. Nach dem Vorfall meldeten sich die beiden Teams umgehend bei der Rennleitung. Die gute Nachricht: Weder Menschen, Tiere noch die Boote kamen bei dem Vorfall zu Schaden.
Der Skipper des niederländischen Teams JAJO, Jelmer van Beek, berichtete von dem Angriff auf See: „Vor 20 Minuten wurden wir von Orcas angegriffen. Sie kamen direkt auf uns zu und schlugen auf die Ruder ein. Es war beeindruckend, die Orcas zu sehen. Wunderschöne Tiere, aber auch ein gefährlicher Moment für uns als Team.“ Die Segel-Crew behielt die Nerven – und reagierte ruhig: „Wir nahmen die Segel herunter und verlangsamten das Boot so schnell wie möglich. Nach ein paar Angriffen zogen sie sich glücklicherweise zurück. Das war ein beängstigender Moment“, sagte Skipper van Beek.
"This was a scary moment" 😰
— The Ocean Race (@theoceanrace) June 23, 2023
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Deutscher Segler Boris Herrmann im selben „Orca-Gebiet“ unterwegs
Das Ocean Race ist eines der bedeutendsten Segelregatten der Welt. Wegen Budgetproblemen wurde das Rennen der V065-Klasse bei der diesjährigen Austragung auf einen Sprint Cup verkürzt, bei dem die Teams nur einen Teil der Weltumsegelung bestreiten. Normalerweise werden sieben Etappen einmal um den Globus absolviert. Bei der Open 60-Bootsklasse mit voller Weltumsegelung ist auch das Team Malizia um den deutschen Segel-Star Boris Herrmann mit von der Partie.
Die Etappe des Teams führte durch dasselbe Gebiet im Atlantik, in dem die Attacke der Schwertwale stattfand. Mit Glück für das Team Malizia: Sie blieben von einer Begegnung mit den Schwertwalen verschont. In der Vergangenheit sorgten Vorfälle mit Orcas schon für dramatische Szenen. Boote wurden dabei in einigen Fällen erheblich beschädigt. „Mindestens drei gingen schon unter“, heißt es in einer Mitteilung der Ocean-Race-Veranstalter.
Der deutsche Profi-Segler Herrmann nahm im Jahr 2021 bei einer Solo-Weltumsegelung im Rahmen der Regatta Vendée Globe teil. Der 42-jährige Oldenburger war damals auf Podiumskurs – bis eine fatale Kollision mit einem Fischerboot Herrmann kurz vorm Ziel ausbremste. (dpa/likr)
Rubriklistenbild: © IMAGO / Andreas Beil; Screenshot: The Ocean Race/YouTube