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Waldemar Anton feierte seine EM-Premiere und sorgt gleichzeitig für Ärger in Stuttgart. Der Grund: Sein bevorstehender Wechsel zum BVB.
Stuttgart - Am späten Samstagabend, dem 29. Juni, wurde es in der 88. Spielminute Realität: Waldemar Anton betrat das Spielfeld des Dortmunder Westfalenstadions und feierte somit im DFB-Trikot sein Debüt bei der EM 2024. Deutschland besiegte Dänemark mit 2:0 und zog ins Viertelfinale ein, was landesweit für Jubel sorgte, einschließlich in Stuttgart.
Waldemar Anton verlässt den VfB Stuttgart und schließt sich Borussia Dortmund an
Antons Einwechslung für Leroy Sané wurde in der baden-württembergischen Landeshauptstadt jedoch mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Beim größten Public Viewing in Stuttgart, auf dem Schlossplatz, soll es sogar vereinzelte Pfiffe gegen Anton gegeben haben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ab der nächsten Saison wird der Verteidiger häufiger in Dortmund spielen, da er vom Neckar an die Ruhr zum BVB wechselt.
Dieser Abgang ist ein schwerer Schlag für den VfB Stuttgart, da niemand damit gerechnet hatte: weder die Verantwortlichen noch die Fans. Kaum verwunderlich, da Kapitän Anton mit zahlreichen Treuebekenntnissen die Hoffnung auf etwas Fußballromantik wiederbelebt hatte. Auch die Tatsache, dass er sich in seinem erst in diesem Jahr verlängerten Vertrag eine Ausstiegsklausel (22,5 Millionen Euro) verankern ließ, änderte daran nichts.
VfB-Verantwortliche sind über Antons bevorstehenden Wechsel verärgert
Die Tatsache, dass diese Klausel nun aktiviert wurde, hat auch die VfB-Verantwortlichen überrascht. Die Abgänge von Hiroki Ito (FC Bayern München) und Serhou Guirassy (vermutlich auch zum BVB) waren laut Informationen unserer Redaktion eingeplant. Aber Antons bevorstehender Wechsel traf die Stuttgarter Verantwortlichen hart, da der Abwehrchef in der nächsten Saison wieder eine wichtige Rolle im Team hätte spielen sollen. Besonders verärgert waren die Verantwortlichen über die Art und Weise des Wechsels, insbesondere darüber, dass keine Vorwarnung vom Spieler kam.
Trotzdem hegen die VfB-Chefs keinen Groll gegen Anton. Es gab ein klärendes Gespräch, und beide Parteien trennen sich im Guten. Wie die Stuttgarter Fans in Zukunft mit dem Abgang umgehen werden, bleibt abzuwarten. Zumindest bis Deutschland im EM-Viertelfinale in Stuttgart spielt. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Anton dann vom Heimpublikum mit offenen Armen empfangen wird.
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