„Arsenal weiß...“ – Bayern-Boss richtet Kampfansage nach London
VonManuel Bonke
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Florian Schimak
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Der FC Bayern hat die Generalprobe für den Champions-League-Kracher beim FC Arsenal mit Bravour bestanden. Sehr zum Vergnügen von CEO Jan-Christian Dreesen.
München – Als Schiedsrichter Sven Jablonski am Samstag sechs Minuten Nachspielzeit anzeigte, ging ein Raunen durch die bibbernde Allianz Arena. Immerhin führte der FC Bayern zu diesem Zeitpunkt bereits mit 6:2 gegen den SC Freiburg. Und die fulminante Aufholjagd des deutschen Rekordmeisters nach einem 0:2-Rückstand nach 18 Minuten hatte die Münchner Fan-Herzen erwärmt – aber die Lust auf ein weiteres Ausharren bei Minus-Graden hielt sich trotzdem in Grenzen. Ab nach Hause und schonen für das schwierige Champions-League-Auswärtsspiel beim FC Arsenal am Mittwoch, das war eher die Devise.
Das Londoner Team trägt bekanntlich den Spitznamen „Gunners“, doch die wirklichen Kanoniere finden sich in Europa derzeit in der bayerischen Landeshauptstadt. Selbst für die Über-Bayern ist es nicht selbstverständlich, einen Zwei-Tore-Rückstand in dieser Art und Weise zu drehen, wie es die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany bei der Königsklassen-Generalprobe tat.
„Wir werden nie nervös“: Bayern-Boss vor Arsenal-Duell selbstbewusst
„Wir haben viel Selbstvertrauen und werden nie nervös“, stellte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen richtig fest und schickte gleich mal Grüße auf die Insel: „Arsenal weiß, dass wir gut in Form sind. Wir gehen das Spiel mit Respekt an, Arsenal ist nicht ohne Grund Tabellenführer der Premier League. Das wird sicherlich ein Brett!“ Wie dick das Brett sein wird, dass die Bayern zu bohren haben, bewiesen die Gunners am frühen Sonntagabend. Mit 4:1 bezwang Arsenal im Nordlondon-Derby die Tottenham Hotspurs.
Und dennoch: Die Bayern müssen sich nicht verstecken. Große Hoffnungen, dass die Münchner nach der Partie als alleiniger Tabellenführer von der Königsklassen-Spitze grüßen, macht die Offensivabteilung um Michael Olise. Der Franzose war an fünf der sechs Tore direkt beteiligt: Die Treffer zum Ausgleich (22.) und Endstand (84.) erzielte er selbst, die Tore von Lennart Karl (22.), Dayot Upamecano (55.) und Nicolas Jackson (78.) bereitete er vor. Lediglich am Tor von Harry Kane (60.) hatte er keinen direkten Anteil.
Gleich zwei Stars verdienen sich die 1: Bayern-Noten gegen Freiburg
„In einer schwierigen Phase machen zwei Spieler etwas Besonderes und dann kommen wir aus dieser Situation raus. Dann kommt unser Momentum wieder. Das ist auf jeden Fall Qualität“, analysierte Chefcoach Vincent Kompany das Spiel und meinte neben Matchwinner Olise Überflieger Karl, die beide für den wichtigen Ausgleich vor der Pause gesorgt hatten.
Möglich, dass gegen Arsenal dann England-Experte Kane wieder in die Rolle als Unterschiedsspieler schlüpft. Die Gunners sind der Lieblingsgegner des Torjägers: Der frühere Tottenham-Profi hat in 21 Duellen mit dem ehemaligen Stadt-Rivalen 15 Tore erzielt. Das Wiedersehen am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) will er trotzdem nicht zu hoch hängen: „Ich bin in guter Form, die Mannschaft ist in guter Form. Aber ich will das Ganze nicht überbewerten.“
Kane sprach mit großem Respekt von der starken Defensive Arsenals und den „gefährlichen“ Standards (siehe Seite 30): „Und dann haben sie auch ein paar großartige Spieler im Angriff, die uns Probleme bereiten können.“ Er erwarte eine „Schlacht“, aber: „Wir gehen mit dem Gefühl rein, auch ihnen weh tun zu können.“ (bok, smk, kf)