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Der FC Bayern und Nick Woltemade haben sich auf einen Wechsel geeinigt, der VfB Stuttgart dagegen Veto eingelegt. Nun äußerte sich der Bundestrainer dazu.
Frankfurt / München / Stuttgart - Bundestrainer Julian Nagelsmann hat den in der Öffentlichkeit ausgetragenen Poker zwischen dem deutschen Rekordmeister und dem VfB Stuttgart um den zweifachen deutschen Nationalspieler Nick Woltemade nach eigenen Angaben sehr kritisch verfolgt. „Ich glaube, dass so ein Wechseltheater an einem Spieler nicht spurlos vorübergeht. Ich finde es immer sehr unglücklich, dass das alles öffentlich ausgetragen wird von allen Seiten“, so der 38-Jährige auf einer Pressekonferenz in Frankfurt anlässlich der Bekanntgabe seines Spielerkaders für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele in der Slowakei (4. September in Bratislava) und gegen Nordirland (7. September in Köln).
Keine Gewinner beim Transferpoker
Beim Tauziehen gebe es keine Gewinner: „Das ist für den Spieler schlecht, für die Vereine schlecht. Da will keiner sein Gesicht verlieren, und dann wird es super kompliziert“, so der Ex-Bayern-Chefcoach. Der FC Bayern hatte drei Angebote abgegeben, zuletzt über ein Gesamtvolumen von 65 Millionen Euro, die der VfB stets kategorisch ablehnte. Vieles wurde dabei über die Medien ausgetragen, auch Woltemades Berater Danny Bachmann mischte dabei kräftig mit und kritisierte den Noch-Verein seines Mandanten.
Die Ratschläge des Bundestrainers an seinen Spieler
Dennoch hat Nagelsmann Woltemade „ganz ruhig“ wahrgenommen. „Ich habe zweimal mit ihm gesprochen und gefragt, was so seine Ideen und Wünsche sind. Ich habe ihm auch Dinge mitgegeben – nicht, wohin er wechseln soll, das mache ich nicht, sondern dass mir wichtig ist, dass er spielt“, äußerte sich der Bundestrainer. Ich habe ihm gesagt, dass er gerne zu Bayern München wechseln kann – aber auch, dass er sich klarmachen muss, dass mit 25 Prozent Spielzeit die WM schon eng wird.“
Bleibe Woltemade in Stuttgart, wäre dies „alles andere als verkehrt. Wenn er zu Bayern München geht und er spielt, ist das auch gut für mich.“ Nagelsmann scherzend: „Wenn er da hingeht und spielt nicht, muss er im Winter wieder zurück.“ Fünf Tage vor dem Ende der Sommertransferperiode im deutschen Profifußball erscheint ein Wechsel jedoch mittlerweile unwahrscheinlich. Allerdings ließ VfB-Coach Sebastian Hoeneß den 23-Jährigen beim Pokal-Fight in Braunschweig (12:11 nach Elfmeterschießen) auch bis Mitte der zweiten Spielhälfte auf der Ersatzbank schmoren.
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