Auch wegen 1860: FC Bayern mit auffälliger Neuerung
VonHanna Raif
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Florian Schimak
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Der FC Bayern wandelt sich – nicht nur, aber besonders im Inneren der Allianz Arena. Dort wurde in der Sommerpause eine umfassende Neugestaltung realisiert.
München – Wo ist denn Thomas Müller plötzlich hin? Über 15 Jahre war der Ur-Bayer fester Bestandteil der Allianz Arena. Nun sieht man ihn weder auf dem Rasen, noch an der Wand – wurde die Vereinslegende dort doch kurzerhand abgehängt. Allerdings hat dies nichts mit seinem Status zu tun, sondern hat einen anderen Hintergrund.
Seit dem 8. Juni war die Arena zu. Für 55 Tage nach dem Finale der Nations League hieß es: Sommerpause für Müllers ehemaliges Wohnzimmer und der Spielstätte des FC Bayern. Doch mit Füße hochlegen war in diesem Sommer nicht viel in Fröttmaning!
Allianz Arena wird umgebaut: Das ändert sich für Fans und Journalisten
In den knapp acht Wochen, in denen das Stadion sportlich nicht von den Bayern genutzt wurde, aber mit Guns N’ Roses erstmals ein Musikkonzert stattfand (20. Juni), wurde dort ordentlich umgebaut. Die Arena bekam ein aufregendes Facelifting! Pünktlich zur neuen Saison 2025/26 präsentiert sich das Münchner Stadion-Juwel mit gleich mehreren spektakulären Neuerungen, die nicht nur das Fan-Erlebnis auf ein neues Level heben sollen.
Der Haupteingang auf der Esplanade wird überdacht – endlich Schluss mit dem Warten im Regen! Gerade in diesem Sommer natürlich nicht ganz unwichtig. Außerdem wurde vor dem ersten Testspiel gegen Olympique Lyon (2:1) ein komplett neuer Rasen verlegt. Das „heilige Grün“ erstrahlte für Top-Neuzugang Luis Diaz direkt im neuen Glanz.
Spätstart, Fanliebling und Familiendrama – das Leben von Bayern-Königstransfer Luis Diaz
Doch nicht für die Fans und die Stars gab es ein Upgrade. Auch der Medienbereich wurde gehörig umgebaut und war am vergangenen Samstag fast nicht mehr wiederzuerkennen. Viel Holz, viele Rautenmuster und natürlich die Farbe Rot sprangen dort sofort ins Auge – und noch in die Nase. Auf den ersten Blick hatte der neu gestaltete Medienraum den Charme einer Lounge, die den Drang nach Espresso Martini befeuerte.
Bis zum Vorabend des Testspiels gegen OL wurde im neuen Presseraum noch gehandwerkelt, um ihn im neuen Look erscheinen zu lassen. So war am vergangenen Wochenende verständlicherweise noch nicht alles fertig, fehlten an den Wänden doch noch die Bildschirme, auf denen künftig wieder die Bayern-Highlights gezeigt werden können. Apropos Wände: Bis zur Sommerpause hingen auf dem Weg zur Pressetribüne auf der rechten Seite imposante Spielerbilder.
Zu sehen waren dort Legende wie Robert Lewandowski, Thiago, David Alaba oder – wie anfangs beschrieben – Müller. Stattdessen begleitet einen zukünftig ein rotes Rautenmuster auf seinem Weg zu seinem Presseplatz. Zumindest im Medienbereich gibt‘s also keine (Ex-) Stars mehr, in den Katakomben im Kabinentrakt befinden sich allerdings weiterhin Spielerbilder.
Thomas Müller plötzlich aus Allianz Arena verschwunden
Natürlich steckt hinter der Umgestaltung des Pressebereichs in der Arena ein gewisser Sinn. War dieser aufgrund der gemeinsamen Arena-Nutzung mit dem TSV 1860 München recht neutral gestaltet, nun dominiert nun endlich die Farbe Rot.
Im Zusammenspiel mit der Holzoptik soll dies eine hohe Wiedererkennung erzeugen – und den starken regionalen Bezug unterstreichen. Nach 20 Jahren tat der Neuanstrich dem Pressebereich sichtlich gut. Das soll allerdings erst der Anfang gewesen sein.
Das Konzept mit Holz, Raute und Rot wird bald auch in weiteren Bereichen der Allianz Arena Anwendung finden – etwa im brandneuen Welcome Center – und zieht sich wie ein roter Faden durch die öffentlichen Bereiche des Stadions. Generell wird die Raute, die eine Anspielung aufs Vereinslogo ist, eine wichtige Rolle spielen.
Neben dem Welcome Center auf Ebene 0, das für einen stylischen Empfang von Hospitality-Gästen und Medien sorgen soll, gibt‘s neue Fahrstühle, optimierte Parkhaus-Zufahrten und eine moderne LED-Beschilderung. Das sollen die An- und Abreise so einfach wie nie machen – so der Plan. Das fast schon obligatorische Stau-Chaos nach Champions-League-Partien wird das Ganze allerdings auch nicht auflösen können.
Probleme, mit denen sich einer nicht mehr beschäftigen muss. Denn auch wenn er dieser Tage hin und wieder noch an der Säbener Straße auftaucht, steht eins fest: Thomas Müller wird man in der Allianz Arena erstmal nicht mehr sehen, auf dem Platz – und an der Wand. (smk,hlr)