VfB-Boss Wehrle über Bayerns Wunsch-Stürmer

Woltemade zu Bayern? VfB-Boss Wehrle packt im Interview aus

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VfB-Stuttgart-Boss Wehrle über Bayerns Wunsch-Stürmer Nick Woltemade und die Verhandlungen exklusiv im Interview mit Hanna Reif.

Die Bayern wollen Nick Woltemade (23) und der will auch nach München. Aber der VfB Stuttgart will ihn nicht gehen lassen – eigentlich. Darüber und über die neue Stärke der Schwaben hat unsere Zeitung mit dem Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle (50) während des VfB-Trainingslagers am Tegernsee gesprochen.

Nick Woltemade
Herr Wehrle, das Trainingslager im Juli am schönen Tegernsee in drei Worten…?!
Top-Bedingungen, tolle Landschaft, super Platz.
Nicht Regen, Regen, Regen?
(lacht) Regen war schon auch ein großer Teil des Trainingslagers. Aber nicht der dominierende. Wir haben sehr gut arbeiten können – auch wenn’s mal nass war.
Immerhin: Nach dem Regen kommt meist der Sonnenschein – ein Omen für die Saison?
Vielleicht schon. Denn ich erinnere mich: 2023 haben wir unser Trainingslager in Österreich wegen Regen und Unbespielbarkeit des Platzes abgebrochen – und Sie wissen, wie gut unsere Saison 2023/24 gelaufen ist. Wir standen am Ende sogar vor den Bayern.
Wie fühlt sich denn die Vorbereitung als Pokalsieger an? Ist die Brust breiter?
Wir nehmen die positive Energie des Titels – dem ersten Pokalsieg nach 28 Jahren – natürlich mit. Man merkt den Jungs das Selbstvertrauen an. Vor zwei Wochen hatte der Film „VfB inTeam“ Premiere, Schwerpunkt war der Pokalsieg. Diese 90 Minuten waren sehr emotional für uns alle – und haben noch mal Lust auf mehr freigesetzt. Jeder weiß hier: es lohnt sich, Fußball zu spielen.
Trotzdem sagten Sie zuletzt, es brauche „Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, um die Lücke zu Bayern zu schließen.“
Wir müssen auf uns schauen – und wir sind Realisten. Wenn wir gute Arbeit leisten, sind wir in der Lage, in den nächsten Jahren wettbewerbsfähig zu sein und immer mal wieder europäisch spielen. Dass Bayern in einer ganz anderen Liga unterwegs ist, steht aber außer Frage. Da geht es um Eigenkapital, Umsatz, Marktwerte, Erlöse. Gerade in der internationalen Vermarktung sind Galaxien zwischen uns. Aber es ist auch nicht unser Ziel, Bayern zu verdrängen. Wir wollen den Abstand kontinuierlich verringern. Und das dauert eher Jahrzehnte als Jahre.
Es gibt aber auch eine Gruppe hinter den Bayern.
Dortmund, Leipzig, Leverkusen, auch Frankfurt haben mehr Mittel zur Verfügung als wir. Und ja, es gibt eine Korrelation zwischen finanzieller Stärke und sportlichem Erfolg. Dennoch haben wir bewiesen, dass auch wir mit weniger Mitteln Erfolge und Titel feiern können. Wenn sich ein Team zusammen kontinuierlich entwickelt, kann daraus Großes entstehen. Das ist unser Ansatz.
Wie wird denn der neue, ruhige VfB inzwischen wahrgenommen: Traut man dem „Frieden“?
Wir haben letztes Jahr über 150.000 Trikots abgesetzt – fast doppelt so viele wie in den Jahren zuvor. Es ist eine Euphorie da, die wir natürlich nicht bremsen wollen. Deswegen haben wir auch eine große Verantwortung: eine Mannschaft aufzustellen, die nächstes Jahr erfolgreich Fußball spielt.
Wäre der Gewinn des Supercups der nächste Schritt?
Für uns ist der Supercup ein besonderes Spiel, weil es das erste Pflichtspiel der Saison ist und wir letztes Jahr unglücklich im Elfmeterschießen gegen Leverkusen verloren haben. Jetzt, zuhause gegen den unangefochtenen Branchenprimus und vor ausverkauftem Haus, werden wir ein intensives Fußballspiel erleben. Alles weiter wird man sehen
Kann es von Vorteil sein, dass dieser Titel in Stuttgart als „Mission“ angesehen wird – und man ihn in München schon oft gewonnen hat?
Auch die Bayern würden den Titel gerne mitnehmen, da machen wir uns nichts vor. Genauso machen wir uns auch nichts vor, dass die Bayern der Favorit sind – kürzere Vorbereitungszeit hin oder her. Das ändert aber nichts daran, dass wir diesen Titel gerne hätten. Wie es sich anfühlt, den Supercup zu verlieren, kennen wir aus dem letzten Jahr. Das brauchen wir nicht nochmal.
Was passiert denn, wenn Nick Woltemade in diesem Spiel ein Tor schießt?
Dann freuen wir uns! Idealerweise ist es das entscheidende Tor. Und wir freuen uns übrigens auch, dass Nick nächste Saison mit uns Fußball spielen wird.
Hat das Duell für Sie noch mehr Brisanz, weil diese Causa seit Wochen die Schlagzeilen beherrscht?
Da wird natürlich von außen extrem viel reininterpretiert. Ich bleibe bei dem, was ich vor fünf Wochen gesagt habe: Wir wollen mit Nick in die nächste Saison gehen – und wenn etwas Außergewöhnliches passiert, sind wir bereit, uns an einen Tisch zu setzen. Daran hat sich nichts geändert. Außer der Tatsache, dass am 16. August das erste Pflichtspiel stattfindet – und wir dann eine Mannschaft zusammen haben wollen, mit der wir in die nächste Saison gehen.

Diese deutschen Nationalspieler feierten ihr Debüt unter Julian Nagelsmann

Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem durfte er öfters für den DFB auflaufen und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert.
Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem entwickelte er sich zu einem festen Bestandteil des DFB-Kaders und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert. © Imago
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Seitdem wurde er nicht mehr nominiert.
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Obwohl er bislang nicht erneut nominiert wurde, bleibt er mit seiner physischen Präsenz eine Option für die Offensive. © Imago
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen.
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen. © Imago
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert.
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert. © Imago
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024.
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024. © Imago
Im selben Spiel feierte auch VfB-Kumpel Deniz Undav sein Debüt. Auch der Stürmer fuhr mit zur Europameisterschaft 2024.
Am 23. März 2024 gab Deniz Undav beim 2:0 gegen Frankreich sein Länderspieldebüt. Als torgefährlicher Stürmer des VfB Stuttgart zeigte er seine Qualitäten und wurde für die EM 2024 berücksichtigt. © Imago
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen.
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen. © Imago
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.  © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen.
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen. © Imago
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen.
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wusste Julian Nagelsmann durch seinen Offensivdrang zu überzeugen.
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wurde für seine Leistungen in der Bundesliga belohnt und in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Nach langem Warten hinter Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen, durfte der erfahrene Keeper der TSG Hoffenheim unter Nagelsmann endlich ran.
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Der erfahrene Torhüter der TSG Hoffenheim war bereits zuvor regelmäßig im DFB-Kader, kam allerdings nie zu einem Einsatz.  © Imago
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart verpasste weitere Einsätze verletzt.
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart wurde für seine Leistung gefeiert und etablierte sich im DFB-Kader. © Imago
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team.
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team. © Imago
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.  © IMAGO
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.  © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Nnamdi Collins war bislang nur für die U-Nationalmannschaften aktiv. Nun steht er gleich bei seinem Debüt für das Team von Julian Nagelsmann in der Startelf.
Nnamdi Collins gab am 4. September 2025 sein Debüt für die Nationalmannschaft. Im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei startete er von Beginn an.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.  © IMAGO/Gladys Chai von der Laage
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.  © IMAGO/Maximilian Koch
Das klingt nach einer Deadline.
Das haben Sie jetzt gesagt.
Wurde das Wort außergewöhnlich intern definiert?
Nicht final. Weil wir ihn nicht abgeben möchten.
Jan-Christian Dreesen sagte am Mittwoch: „Bei den Fronten würde ich nicht von verhärtet sprechen.“ Sehen Sie das ähnlich?
Ja. Ich habe persönlich ein sehr gutes Verhältnis zu Jan-Christian Dreesen, mit dem ich lange im DFL-Präsidium gearbeitet habe. Unsere Gespräche waren immer von gegenseitiger Wertschätzung und Transparenz geprägt. Alles, was von außen herangetragen wird, gehört zu unserem Business dazu. Aber für mich zählt, was Jan zu mir sagt. Und bei ihm ist’s genauso.
Nervt das Drumherum? Oder amüsiert es vielleicht sogar?
Es ist Teil des Geschäfts. Wissen Sie, diese Woche habe ich gehört, dass ich mit Bayern verhandle, weil ein Auto mit Münchner Kennzeichen vor der VfB-Geschäftsstelle stand. Wie viele Einwohner hat München nochmal?! Teilweise ist es schon abenteuerlich, was da rein interpretiert wird.
Also: Kein neues Angebot, kein Gespräch?
Genau. Der Sachstand hat sich nicht verändert.
Es gibt also auch kein Basta?
Nein.
Gibt es ein Gefühl der Stärke, wenn man einen Bundesliga-Rekordtransfer einfach ablehnen kann?
Unser übergeordnetes Ziel ist es, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Da ist Nick ein ganz wichtiger Spieler – und er hat noch drei Jahre Vertrag. Wir müssen uns mit Angeboten nicht beschäftigen, denn wir haben zu keinem Zeitpunkt signalisiert, ihn verkaufen zu wollen. Bayern München möchte Jamal Musiala ja auch nicht verkaufen.
Fälle wie diese gab und gibt es auf dem Markt ja immer wieder. Wie geht man mit einem Spieler um, der eigentlich woanders spielen möchte?
Da sind wir alle Profis genug. Und ich bin mir sicher, dass auch Nick im kommenden Jahr im VfB-Trikot brennen wird. Auch ich habe zuletzt ein gutes Gespräch mit ihm geführt. Genauso wie die Mitspieler, die sich allesamt freuen, dass Nick bei uns ist – das haben sie auch schon oft kommuniziert. Weil er ein wertvoller Spieler auf dem Platz ist, aber auch als Typ für das Innenleben. Ein intelligenter junger Mann mit guten Ansichten zum Leben. Und er hat seine ganze Karriere noch vor sich.  
Wann greifen Sie als CEO denn normalerweise in einen Transfer ein – erst am Schluss?
Das ist ganz unterschiedlich und hängt von den Konstellationen und den jeweiligen Fällen ab. Wir haben einen Sportvorstand und einen Sportdirektor, die die operative Arbeit leisten. Aber wir stimmen uns immer ab. Manchmal wird es komplizierter, manchmal kennt der eine einen anderen besser. Wir machen das aber alles in enger Abstimmung. Bei uns gibt es keine Alleingänge.
In München geht es da oft um die Rollenverteilung. Wer in einer Mail in CC steht, wird öffentlich debattiert. Nimmt man so ein Detail als Gegenüber überhaupt wahr?
Ich hab’s gelesen – aber ich hab’s nicht verstanden. Denn das ist ja nichts Unübliches, ein völlig normaler Vorgang. Wenn ich mit Jan-Christian Dreesen telefoniere und danach eine Mail bekomme, in der die Kollegen in CC stehen, ist das ein vollkommen transparenter Vorgang.
Arbeitet es sich eigentlich auf dem Transfermarkt nach zwei starken Jahren und mit Porsche im Rücken leichter?
Wir haben uns nach Corona wirtschaftlich konsolidiert – ganz erheblich aufgrund des württembergischen Weltmarken-Bündnisses mit Porsche und Mercedes. Deswegen können wir jetzt deutlich mehr aus einer Position der Stärke heraus agieren.
VfB-Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle im Gespräch mit Redakteurin Hanna Raif.
Wie viel Sicherheit gibt einem die stabile Basis im Kader?
Viel. Es war unser Hauptziel, die Leistungsträger beisammenzuhalten. Trotzdem haben wir schon einige Neuzugänge – und es werden auch noch welche dazukommen.
Zieht der VfB auch aufgrund von Sebastian Hoeneß besonders?
Es ist hier generell mehr Substanz vorhanden als noch vor ein paar Jahren. Und der Trainer ist ein wesentlicher Faktor für unsere Entwicklung – auch für Neuverpflichtungen. Viele kommen, weil sie sagen: Unter Sebastian Hoeneß haben sich so viele Spieler schon so gut entwickelt – das will ich auch. Wir hatten im letzten Jahr sieben Nationalspieler!
Was ist sein bisher größter Verdienst?
Eine Mischung aus allem. Er ist ein herausragender Fußballlehrer, der eine klare Philosophie hat, aber den Jungs Interpretationsspielraum lässt. Außerdem hat er ein gutes Gespür für den Umgang mit den Spielern. Diese Kombination ist unschlagbar. Vor allem gepaart mit 100 Prozent Identifikation mit dem VfB. Ich sag’s mal so: Er versteht die Schwaben (lacht). Und die Schwaben ihn.

Interview: Hanna Raif

Rubriklistenbild: © IMAGO

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