VonMelanie Gottschalkschließen
Sergio Perez kann aktuell nicht mit seinem Formel-1-Teamkollegen Max Verstappen mithalten. Die „Erklärung“ von Helmut Marko sorgt jedoch für Entsetzen.
München – Der Formel-1-Rennstall Red Bull ist in diesem Jahr nicht aufzuhalten. 14 Rennen gab es in der laufenden Saison bisher, 14 Mal stand ein Fahrer von Red Bull ganz oben auf dem Treppchen. Beim Großen Preis von Italien in Monza heimste Max Verstappen gar einen neuen Rekord ein, Teamkollege Sergio Perez wurde Zweiter.
Im Gegensatz zum Niederländer plagten den Mexikaner allerdings im Laufe der Saison immer mal wieder Probleme, zeitweise lief es durchwachsen für den 33-Jährigen. Helmut Marko, Motorsportchef des Rennstalls, versuchte sich deshalb nach dem Rennwochenende in Italien an einer Erklärung. Die ging aber gründlich daneben.
| Helmut Marko | |
|---|---|
| Geboren am: | 27. April 1943 (Alter 80 Jahre), Graz, Österreich |
| Rennstall: | Red Bull Racing |
| Funktion: | Motorsportchef |
Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko tätigt rassistische Aussage
Bei ServusTV bescheinigte der 80-Jährige Perez zunächst eine gute Leistung: „Der GP von Italien war sicherlich eines der besten Wochenenden von Checo Perez. Wir wissen um seine Probleme im Qualifying.“ Die Erklärung für seine „Probleme“ im Qualifying wurde dann aber heikel: „Er ist Südamerikaner, und er ist halt im Kopf nicht so völlig fokussiert, wie es beispielsweise Max oder wie es Sebastian (Vettel, Anm. d. Red.) war.“
Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich die rassistische Aussage Markos wie ein Lauffeuer in den Sozialen Medien, Fans reagierten fassungslos auf die verbale Entgleisung des Red-Bull-Motorsportchefs.
Fans empört über Aussage von Helmut Marko
RBR Daily, eine von Fans geführte Seite auf X mit rund 35.000 Followern, schrieb beispielsweise in einem Statement: „Wir, die Admins der Seite, verurteilen Helmut Markos jüngste rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen über Checo aufs Schärfste. Solche Kommentare werden nicht toleriert.“ Um seine Leistungen zu kritisieren, sei ein rassistisches Klischee herangezogen worden, was absolut „schädlich und unentschuldbar“ sei. „Wir lehnen jede Form von Diskriminierung entschieden ab, und Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben in unserer Gemeinschaft keinen Platz“, hieß es abschließend.
Vielleicht wurde Marko erst da bewusst, wie fragwürdig seine Aussage zu Sergio Perez tatsächlich war. Vier Tage nach dem Interview bei ServusTV wurde deshalb eine Stellungnahme des 80 Jahre alten Motorsportchefs von Red Bull auf der Homepage des Senders veröffentlicht, in der er sich für seine Entgleisung entschuldigte.
🚨 STATEMENT: As the admin of RBR Daily, we strongly condemn Helmut Marko's recent racist and xenophobic statements about Checo
— RBR Daily (@RBR_Daily) September 6, 2023
Such comments will not be tolerated. A racial stereotype was used to criticise his performance which is absolutely disgraceful and inexcusable.
We…
Hemlut Marko rudert nach rassistischer Aussage zurück
Dort heißt es: „Bezugnehmend auf mein Interview in der Sendung Sport und Talk, bei ServusTV am Montag, dem 4. September, möchte ich klarstellen, dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass man Menschen, egal welcher Kultur, welcher Nationalität oder ethnischen Herkunft nicht generalisieren kann.“
Und weiter: „Ich wollte unterstreichen, dass die Leistungen von Checo, obwohl er ein tolles Rennen in Monza gefahren ist, dieses Jahr großen Schwankungen ausgesetzt sind. Es war falsch, einen Bezug zu seiner Herkunft herzustellen. Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen.“ Ob sich Marko nach seiner Aussage auch persönlich mit seinem Fahrer Sergio Perez auseinandergesetzt hat, ist bisher nicht bekannt. (msb)
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