VonStefan Schmidschließen
Der Wechsel von Hugo Larsson nach Frankfurt ist die logische Konsequenz einer von Markus Krösche etablierten Transfer-Strategie bei der Eintracht.
Frankfurt – Als Markus Krösche zum 1. Juni 2021 sein Amt als Sport-Vorstand angetreten hatte, brachte dieser einen anderen Fokus in Sachen Transfers mit an den Main. Als bestes Beispiel für den erweiterten Fokus auf andere Märkte kann der kürzlich bestätigte Wechsel von Schweden-Talent Hugo Larsson zur SGE herangezogen werden. Neben dem Aufbau neuer Strukturen lässt sich an den Transferaktivitäten aber auch ablesen, dass Krösche es nicht versäumt hat, bereits bestehende Eintracht-Verbindungen weiter zu pflegen.
| Markus Krösche | |
|---|---|
| Geboren am: | 17. September 1980 (42 Jahre) in Hannover |
| Bei der Eintracht seit: | 1. Juni 2021 |
| Stationen als Funktionär: | Leverkusen (Co-Trainer), SC Paderborn (Geschäftsführer Sport), RB Leipzig (Sportdirektor), Eintracht Frankfurt (Sport-Vorstand) |
Krösche verschob Eintracht-Fokus auf dem Transfermarkt
Markus Krösche hat bereits jetzt schon tiefe Spuren bei Eintracht Frankfurt hinterlassen, denn in seine Amtszeit als Sport-Vorstand fällt der sensationelle Europa-League-Titel 2022. Doch auch im Hinblick auf die Kaderzusammenstellung wird Krösches Handschrift immer deutlicher, der seit dem Antritt seiner Tätigkeit sukzessive den Fokus auf dem Transfermarkt neu justiert.
Final neu definiert wurden die beobachteten Märkte laut Sport1-Informationen seit dem Abgang des früheren technischen Direktors Ben Manga, der im November 2022 zum FC Watford wechselte – mit im Gepäck: Scoutin Helena Costa. Die beiden sollen ihren Blick in erster Linie auf die Märkte in Südamerika, Frankreich und Südeuropa gerichtet haben. Krösche hingegen rückte den Spielermarkt in Skandinavien und den Balkan vermehrt in den Fokus.
Larsson-Transfer nicht der erste Beweis für Krösches Ausrichtung bei Transfers
Nun macht eine Schwalbe noch lange keinen Sommer und ein einzelner Transfer lässt noch lange keine lang angelegte Transfertaktik belegen. Doch neben den Larsson-Transfer, bei dem sich die Eintracht gegen namhafte Konkurrenz durchgesetzt hat, beweist ein Blick auf die Transfers der letzten Jahre durchaus die Fokussierung auf neue Spielermärkte. Schon im ersten Transfer-Sommer unter Krösche kam Jesper Lindström vom dänischen Verein Bröndby IF, dazu wurde der Norweger Jens Peter Hauge vom AC Mailand ausgeliehen.
Noch deutlicher wird das Bild, wenn man die Zugänge aus den Balkanländern unter die Lupe nimmt. Seit der Sommer-Transferperiode 2021 kamen mit Kristijan Jakic (Dinamo Zagreb), Simon Simoni (FK Dinamo) und Hrvoje Smolcic (HNK Rijeka) drei Spieler aus dem Balkan – genauso viele wie insgesamt in den zehn Jahren zuvor. Umgekehrt wurde die Zahl derer, die aus Südamerika an den Main wechselten, immer kleiner. Rafael Borré (River Plate) war der letzte Zugang aus Südamerika und auch die Zugänge aus Spanien sowie Portugal nahmen sukzessive ab.
Transfer-Strategie: Krösche erhält und pflegt alte Eintracht-Strukturen
Der Transfer von Rafael Borré zeigt aber auch, dass Krösche keineswegs nur seinen eigenen Plan durchdrücken will. Bei entsprechender Qualität ist der Sport-Vorstand durchaus in der Lage, vor seiner Zeit eingerichtete Verbindungen zu aktivieren und vielversprechende Spieler außerhalb Skandinaviens und des Balkans zu verpflichten.
Dies gilt zuvorderst auch für den französischen Markt, der sowohl vor als auch mit Krösche unter ständiger Beobachtung der Eintracht steht. Vergangenes Jahr gelang mit Randal Kolo Muani ein wahrer Glücksgriff, dessen lange kolportierter Abgang keineswegs in Stein gemeißelt sein soll. (sch)
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