VonJosé Carlos Menzel Lópezschließen
Von der Krisenstimmung, die einige Experten kürzlich an der Säbener Straße ausmachten, ist beim FC Bayern nichts mehr zu sehen. Es läuft rund bei den Münchnern.
München/Barcelona – Exakt 41 Tage ist es her, da sah die Welt beim FC Bayern noch ganz anders aus. Julian Nagelsmann saß nach einer bitteren 0:1-Pleite gegen den FC Augsburg gedankenversunken auf dem Pressepodium und verabschiedete sich mit den folgenden Worten in die Länderspielpause: „Ich denke über alles nach, auch über mich.“
Anderthalb Monate später sieht es ganz danach aus, als ob der Fußballlehrer die richtigen Schlüsse aus besagter Introspektion gezogen und seine Mannschaft damit wieder auf Kurs gebracht hätte. Kein Wunder also, dass Nagelsmann das Camp Nou mit einem breiten Grinsen verließ, denn auch er wusste: Von der ganz großen Krise ist der FC Bayern im Eiltempo zu ganz großer Klasse zurückgekehrt.
FC Bayern: Vom Krisen-Klub zum Champions-League-Kracher
Leon Goretzka, seines Zeichens ein kluger Kopf, brachte die Gründe für die Rückkehr zu alter Stärke auf den Punkt: „In der Phase, in der es nicht so gut lief, war auch viel Pech dabei. Das ist vielleicht etwas einfach, aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt und deshalb sind die Spiele unglücklich gelaufen. Insgesamt haben wir eine andere Konsequenz, sowohl beim Verteidigen als auch vor dem Tor. Der größte Schritt nach vorne ist, dass wir es schaffen, die Dinge zu Ende zu verteidigen und wir auf diese Weise wenig Gegentore bekommen.“ Zuletzt in der Regel gar keine.
Maßgeblich verantwortlich für die neue Hochphase an der Säbener Straße sind natürlich die Spieler, immerhin stehen sie auch auf dem Platz. Die nötigen Instrumente gibt ihnen jedoch das Trainerteam rund um den Chefcoach Julian Nagelsmann an die Hand, der während der Ergebniskrise die richtigen Hebel zu betätigen wusste und damit durchaus gestärkt aus diesem Tal hervorgegangen ist.
FCB-Sportvorstand Salihamidzic lobt Coach Nagelsmann: „Hat klare Ansagen gemacht“
Wer das auch nach der Gala beim FC Barcelona in der Champions League noch nicht wusste, dem machte es Hasan Salihamidzic gerne deutlich: „Die Jungs haben alle sehr gut zusammengearbeitet“, setzte der Sportvorstand an, um dann eine Lanze zu brechen für den zuletzt auch mal als „Talent“ betitelten Nagelsmann. „Der Trainer hat klare Ansagen und insgesamt einen sehr guten Job in den vergangenen Wochen gemacht“, unterstrich Salihamidzic.
Es scheint ganz so, als ob das Nagelsmannsche Fußballvokabular unterdessen auf den Sportvorstand abgefärbt hat, anders ließ sich Salihamidzics Wortwahl bezüglich der neuen Stärken im Münchner Spiel nämlich nicht erklären.
Man habe mit viel „Intensität“ und „Galligkeit“ agiert, hob er in bestem Nagelsmann-Duktus hervor: „Wenn wir das in die nächsten Spiele mitnehmen, dann sieht es gut aus“, so der Ex-Kicker mit Blick auf die bevorstehende Partie am Samstag gegen Mainz, bei der die Bayern bereits wieder die Tabellenführung in der Bundesliga übernehmen könnten.
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FC Bayern: Aus der „Endzeitstimmung“ ist eine Aufbruchstimmung geworden
„Das haben wir nicht in der Hand“, erinnerte Salihamidzic auf die nach wie vor einen Punkt vor dem Rekordmeister liegende Berliner Union. „Wir denken von Spiel zu Spiel. Klar streben wir danach, auf Platz eins zu überwintern, aber das ist in der Bundesliga immer harte Arbeit.“
Das Wichtigste: Die „Endzeitstimmung“, wie Thomas Müller die Zeit rund um die Wiesn beschrieb, ist mittlerweile zu Aufbruchstimmung geworden. „Man muss ja schon sagen“, so der Ur-Bayer: „Seit der Länderspielpause machen wir einen richtig guten Job.“ Was bis zur nächsten Länderspielpause, der Katar-WM ab Mitte November, aus FCB-Sicht gerne beibehalten werden soll. (lop)
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