DAZN-Experte Hummels und die Tuchel-Abrechnung im Live-TV
VonAlexander Kaindl
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Jonas Hummels hat Bayern-Trainer Thomas Tuchel nach dem 2:2 in Freiburg heftig kritisiert – und auch die Frage nach der unmittelbaren FCB-Zukunft gestellt.
Freiburg – Vier Traumtore und am Ende wieder kein Sieg für den FC Bayern München: Der Rekordmeister musste sich beim SC Freiburg mit einem 2:2-Unentschieden zufrieden geben. Zu wenig, um im Kampf um die Meisterschaft nochmal ernsthaft Druck auf Tabellenführer Bayer Leverkusen auszuüben. Die Werkself hat nun sieben Zähler Vorsprung auf die Münchner, aber noch eine Partie weniger (Stand: 1. März).
Trainer Thomas Tuchel nach Bayern-Remis in Freiburg völlig ratlos
Als er sein Mikro abgab und in die Stadion-Katakomben entschwand, holte DAZN-Experte Jonas Hummels – Bruder von Weltmeister und BVB-Star Mats Hummels – zum Monolog aus. Es sollte eine Tuchel-Abrechnung werden. Die Analyse des früheren Profis, der die Partie auch als Co-Kommentator begleitete, hier im Wortlaut:
DAZN-Experte Hummels und die Tuchel-Abrechnung im Live-TV
„Also jetzt fand ich ihn im Interview relativ klar. Also er hat es klar angesprochen. Ich finde ihn sonst teilweise zynisch und sarkastisch, was ich lustig finde persönlich, weil das meine Art von Humor ist. Aber als Spieler weiß ich es nicht, als Offizieller sowieso nicht. Wenn ich ganz, ganz böse wäre, dann würde ich sagen: Er wirkt einen Ticken planlos. Wenn er sagt, der Innenverteidiger überläuft den Außenverteidiger, dann hat er völlig recht. Wir haben das übrigens oben auch schon gesagt: Die spielen nach 15 Minuten so, als würden sie in der 85. Minute 1:0 hinten sein. Aber dann frage ich mich, warum das immer wieder so passieren kann? Warum kann das in einem Auswärtsspiel gegen Freiburg, die aus einer Phase kommen, wo sie wenig Erfolg haben – klar sie haben diesen Europapokal-Erfolg, in die nächste Runde einzuziehen, im Rücken gehabt, aber ansonsten tun sie sich schwer – warum man in so einem Spiel nicht es hinkriegt, die Struktur selber vorzugeben? Warum muss man warten, bis zur Halbzeit, um eine Dreierkette zu bilden? Das, um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht. Und zur Körpersprache, wie gesagt, er bleibt bei den Toren sitzen, alle jubeln, er bleibt sitzen. Mir persönlich gefällt es nicht, überhaupt nicht. Das haben wir ja auch schon thematisiert. Und ja, es ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen, sich am Ende der Saison zu trennen. Die einzige Frage ist, was man jetzt bis zum Ende der Saison macht.“
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Wie geht es nun also weiter beim FC Bayern? Der neue Sportvorstand Max Eberl ist bereits auf Trainersuche, betonte vor der Partie in Freiburg jedoch, dass nun erstmal der Fokus auf dem Gastspiel im Breisgau und dem Champions-League-Achtelfinale gegen Lazio Rom in der kommenden Woche liege.
Sollten die Bayern gegen die Italiener frühzeitig aus der Königsklasse ausscheiden – was dann? Gut möglich, dass Hummels‘ Andeutung („Die einzige Frage ist, was man jetzt bis zum Ende der Saison macht“) dann aktueller ist denn je. (akl)