Hoeneß vs. Eberl: Kommt es zum Machtkampf beim FC Bayern?
VonVjekoslav Keskic
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Bayern intern gespalten: Machtkampf zwischen Eberl und Hoeneß sorgt für Unruhe beim deutschen Rekordmeister.
München – Sportlich ist der FC Bayern auf Kurs. Nach zwei Niederlagen in Folge hat man einen wichtigen 3:2-Erfolg gegen St. Pauli eingefahren. Doch hinter den Kulissen gibt es Redebedarf, meint zumindest Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Im Fokus der internen Spannungen stehen Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sportvorstand Max Eberl. Laut Matthäus kriselt es zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten, insbesondere aufgrund finanzieller Themen.
Im Gespräch mit der BILD macht Matthäus seine Beobachtungen deutlich: „Ich glaube, Max Eberl und Uli Hoeneß sprechen nicht alles ab. Es sieht so aus, als würde die Chemie nicht ganz stimmen, als sei es nicht so harmonisch in der Führung, wie man es sich in einem Unternehmen – das der FC Bayern ja ist – wünscht.“
Hoeneß vs. Eberl: Kommt es zum Machtkampf beim FC Bayern?
Für Matthäus sei das größte Ärgernis für Hoeneß dabei klar die aktuelle Finanzpolitik des Vereins: „In Uli brodelt etwas, das merkt man. Auch, weil er sich Sorgen um die Finanzen macht. Das Festgeldkonto wird immer weniger, damit ist er nicht zufrieden.“ Matthäus findet für Hoeneß’ Unzufriedenheit deutliche Worte: „Das wäre ich auch nicht, wenn ich als Vater Geld verdient hätte und meine Kinder verprassen es.“
Vor allem die zuletzt massiv gestiegenen Gehaltskosten sorgen intern für Diskussionen. Eberl steht unter Zugzwang, die Personalausgaben drastisch zu reduzieren. Mit den jüngst langfristig verlängerten Verträgen von Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Alphonso Davies, allesamt absolute Topverdiener, hat Eberl die Kostensituation zusätzlich verschärft.
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Dazu passt, dass laut Informationen von kicker nun auch Bayern-Legende Thomas Müller von den Sparmaßnahmen betroffen sein wird. Der Vertrag des 35-Jährigen soll im Sommer nicht mehr verlängert werden. Müller, der ohnehin nur noch als Ergänzungsspieler agiert, gehört immer noch zu den Spitzenverdienern im Team. Matthäus sieht hier dringenden Handlungsbedarf – vor allem im Hinblick auf Müllers langfristige Rolle beim FC Bayern: „Thomas ist vielleicht sauer, weil ein Gespräch zu wenig stattgefunden hat. Bayern darf es auf keinen Fall verpassen, die Beziehung mit Thomas so zu pflegen, dass er später bereit ist, einen wichtigen Posten im Verein zu übernehmen.“
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Der frühere Bayern-Kapitän hat für Müller sogar eine klare Empfehlung parat: „Persönlich rate ich ihm, zwei Jahre in die USA zu gehen und seinen Horizont zu erweitern. Das tut ihm gut in seiner Entwicklung und kann ihn in die Position bringen, danach einen wichtigen Posten beim FC Bayern zu übernehmen.“
Kritische Phase für den Rekordmeister
Die kommenden Wochen dürften somit nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz äußerst spannend für den FC Bayern werden. Eberl und Hoeneß müssen dringend eine gemeinsame Linie finden, um die finanzielle Stabilität des Klubs langfristig zu sichern und weitere interne Unruhe zu verhindern. Gleichzeitig darf der Klub nicht riskieren, verdiente Spieler und Vereinsikonen wie Thomas Müller zu vergraulen – gerade in einer Phase, in der die sportlichen Erfolge nur oberflächlich von den internen Spannungen ablenken können.