Endspiel 2012 in München

Bayern-Mitarbeiter bekamen Drama beim „Finale dahoam“ gar nicht mit

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Das „Finale dahoam“ 2012 ist unvergessen. Florian Göttl, seinerzeit Physiotherapeut beim FC Bayern, berichtet von den skurrilen Ereignissen an jenem Tag.

München – Florian Göttl begann 2008 seine Karriere als Physiotherapeut beim FC Bayern München. Der geborene Münchner startete im Jugendbereich, wechselte zur zweiten Mannschaft und stieg ab der Saison 2011/12 zu den Profis auf.

Göttl lernte David Alaba schon in der Jugend des FC Bayern kennen

Bereits in der Jugendabteilung des FC Bayern behandelte Göttl zukünftige Stars wie David Alaba. Er baute ein enges Vertrauensverhältnis zu den Spielern auf, was er als essenziell für seinen Beruf erachtet.

„Als Physio brauche ich ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Leistungssportlern, denn sie müssen dir ehrlich sagen können, wo es zwickt, wo sie Schmerzen haben, wo ihr Körper Hilfe braucht – trotz Leistungsdruck“, erklärt Göttl gegenüber fussball.news, dem Fußballportal von IPPEN.MEDIA.

Mario Gomez (l.) und Franck Ribéry (r.) trauerten gemeinsam nach dem verlorenen „Finale dahoam“ 2012

Großes Lob für Jupp Heynckes

In seiner Zeit beim FC Bayern sammelte Göttl viele Erfahrungen mit verschiedenen Trainern. Besonders beeindruckte ihn Jupp Heynckes. „Er war wie ein Vater zu den Spielern“, erinnert sich Göttl, der heute eine eigene Praxis für Spitzensportler und Privatpatienten im Westen Münchens betreibt und Leiter der Physiotherapeuten-Einheit am Olympiastützpunkt Bayern in der Landeshauptstadt ist.

Der Weg zum Triple-Gewinn 2013 unter Trainer Jupp Heynckes war für den FC Bayern ein steiniger, schwerer Weg. Denn im Jahr 2012 erreichte der Verein in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League jeweils nur den zweiten Platz.

FC Bayern gibt Führung aus der Hand

Das „Finale dahoam“ 2012 gegen den FC Chelsea, das nach einer 1:0-Führung trotzdem noch im Elfmeterschießen verloren ging, bleibt Göttl für immer in Erinnerung. Da nicht alle Staff-Mitglieder des FC Bayern auf der Ersatzbank Platz nehmen konnten, verfolgte er das Spiel mit einem Kollegen von der Tribüne aus.

Thomas Müllers Tor in der 83. Minute ließ die Allianz-Arena erbeben, und der FC Bayern dominierte das Spiel. Kurz vor Schluss begab sich Göttl also mit seinen Kollegen zum Stadionaufzug, um rechtzeitig zum Abpfiff auf dem Spielfeld zu sein.

Bayern-Physio erinnert sich: „Haben bereits Humba getanzt“

„Die Freude war so groß, dass wir bereits im Aufzug Humba getanzt haben“, erinnert sich Göttl – und muss lachen.

Damals jedoch verflog die Freude schnell. Als die Aufzugtür sich öffnete, wollte Göttl zum Feiern auf den Platz. Im Vorbeilaufen blickte er auf TV-Bildschirme und blieb ungläubig stehen. 1:1? Wie konnte das sein?

Physiotherapeut Florian Göttl (2. v. l.) im Gespräch mit Jupp Heynckes und Manuel Neuer (r.). Vorne: Arjen Robben.

„Im Stadioninneren hört man die Fans in der Allianz-Arena nicht. Wir haben das Gegentor verpasst und mussten mehrfach auf den Fernsehbildschirm blicken, um den Ausgleich zu realisieren“, berichtet er.

Dann galt es, sich schnell wieder zu fokussieren. Der Zeugwart eilte bereits entgegen und bat um Verpflegung für die Spieler. Für eine mögliche Verlängerung war alles bereits vorbereitet: isotonische Getränke, Kohlenhydratriegel und Bananen.

Niederlage gegen Chelsea im Elfmeterschießen

Die Stärkung half dennoch nichts. Der FC Bayern verlor im Elfmeterschießen mit 4:5. Die Enttäuschung bei Spielern und Fans war groß.

„Als wir am Ende mit dem Mannschaftsbus Richtung Innenstadt fuhren, sahen wir unfassbar viele Menschen auf den Straßen. Aber sie waren so traurig, das war unglaublich – und wird keiner von uns so schnell vergessen“, berichtet Göttl.

Davies, Dier, Wagner & Co.: Die besten Winter-Transfers in der Geschichte des FC Bayern

Alphonso Davies (gekommen im Winter der Saison 2018/2019): Der wohl beste Winter-Transfer in der Geschichte des FC Bayern. Der Kanadier entwickelte sich nach seinem Wechsel zum absoluten Stammspieler.
Alphonso Davies (gekommen im Winter der Saison 2018/2019): Der wohl beste Winter-Transfer in der Geschichte des FC Bayern. Der Kanadier entwickelte sich nach seinem Wechsel zum absoluten Stammspieler. © IMAGO/Mladen Lackovic
Sandro Wagner (gekommen im Winter der Saison 2017/2018): Für 13 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim verpflichtet, erzielte Wagner in 30 Spielen zehn Tore für den FC Bayern.
Sandro Wagner (gekommen im Winter der Saison 2017/2018): Für 13 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim verpflichtet, erzielte Wagner in 30 Spielen zehn Tore für den FC Bayern. © nordphoto / Kurth
Luiz Gustavo (gekommen im Winter der Saison 2010/2011): Nach seinem Wechsel aus Wolfsburg mit insgesamt 100 Pflichtspielen für den FCB. Gewann 2013 das Triple.
Luiz Gustavo (gekommen im Winter der Saison 2010/2011): Nach seinem Wechsel aus Wolfsburg mit insgesamt 100 Pflichtspielen für den FCB. Gewann 2013 das Triple. © IMAGO / Lackovic
Eric Dier (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der robuste Innenverteidger war unter Ex-Bayern-Coach Thomas Tuchel gesetzt. Im Team gilt er als extrem beliebt.
Eric Dier (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der robuste Innenverteidger war unter Ex-Bayern-Coach Thomas Tuchel gesetzt. Im Team gilt er als extrem beliebt. © IMAGO / Jan Huebner
Yann Sommer (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Nach Manuel Neuers Verletzung absolvierte der Keeper in der Rückrunde alle 25 möglichen Spiele und wurde am Ende mit dem FCB Meister.
Yann Sommer (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Nach Manuel Neuers Verletzung absolvierte der Keeper in der Rückrunde alle 25 möglichen Spiele und wurde am Ende mit dem FCB Meister. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Joao Cancelo (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Der Portugiese kam für ein halbes Jahr von Manchester City. Am Ende der Saison holt er den Meistertitel.
Joao Cancelo (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Der Portugiese kam für ein halbes Jahr von Manchester City. Am Ende der Saison holt er den Meistertitel. © IMAGO/Teresa Kroeger/RHR-FOTO
Sacha Boey (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der Rechtsverteidiger kam für satte 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul und ist damit der teuerste Winter-Transfer der FCB-Geschichte.
Sacha Boey (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der Rechtsverteidiger kam für satte 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul und ist damit der teuerste Winter-Transfer der FCB-Geschichte. © IMAGO/Revierfoto
Bryan Zaragoza (gekommen im Winter 2023/2024): Der FC Bayern sieht im spanischen Dribbelkünstler großes Potenzial – auch wenn er in seinen ersten Monaten einen schweren Stand hatte und anschließend in die Heimat zurück verliehen wurde.
Bryan Zaragoza (gekommen im Winter 2023/2024): Der FC Bayern sieht im spanischen Dribbelkünstler großes Potenzial – auch wenn er in seinen ersten Monaten einen schweren Stand hatte und anschließend in die Heimat zurück verliehen wurde.  © IMAGO/Revierfoto

Nächstes „Finale dahoam“ steht womöglich an

Schon bald könnte der FC Bayern nun erneut ein „Finale dahoam“ bestreiten. Ob Göttl dann als treuer Fan in der Allianz-Arena dabei sein wird, ist noch nicht absehbar.

Seit diesem Jahr ist der 43-Jährige, der selbst Tennis spielt, als Physiotherapeut auf der WTA Tour tätig. Am 31. Mai, dem Tag des Champions-League-Finales, finden die French Open in Paris statt.

Ob es im Stade Roland Garros ebenfalls Stadionaufzüge gibt, will Göttl noch herausfinden.

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