Hoeneß spricht über Meinungsverschiedenheiten mit Eberl und die schwierige Transferphase des FC Bayern. Für Eberl hat er einen Rat.
München – In der Jubiläumssendung 30 Jahre „Doppelpass“ bei Sport1 ließ der Bayern-Ehrenpräsident durchblicken, dass es in der abgelaufenen Transferperiode durchaus Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem unter Druck geratenen Max Eberl gab. Dabei unterstellte Hoeneß dem Manager auch „empfindlich“ zu sein.
Der 73-Jährige machte erst einmal deutlich, dass finanzielle Vernunft bei Bayern München Vorrang vor sportlichen Wünschen hat und griff Eberls´ Wünsche an: „Er hätte gerne einen Spieler gekauft, aber wir kennen unseren Kassenstand. Der ist am Ende genauso wichtig, wie der sportliche Erfolg. Barcelona lässt grüßen. Wenn man kauft, kauft, kauft ... Plötzlich hat man 1,2 Milliarden Schulden. Auf Wiederschaun“, erklärte Hoeneß.
Hoeneß findet mehrere Kritikpunkte am Transfersommer des FC Bayern
Im Weiteren betonte der Ehrenpräsident, dass es völlig normal sei, wenn es zwischen Führungskräften zu Diskussionen kommt. Mit Karl-Heinz Rummenigge habe er sich auch „oft gestritten wie die Besenbinder, aber wenn die Tür hinter uns zuging, war das wieder okay“, so Hoeneß: „Max ist da ziemlich empfindlich.“
Auch anschließend ließ Hoeneß immer wieder Kritik an Eberl durchblicken. Mit Aussagen wie: „Es wäre für Max gut, wenn er endlich begreift, dass man die Dinge bei solchen Summen auf mehrere Schultern verteilen muss“ und „Wenn ich dem Max einen Rat geben darf: Er muss schauen, dass er im Juni und Juli die Transfers macht“, ließ der 73-Jährige immer wieder aufblitzen, dass er mit der Arbeit von Eberl nicht zufrieden ist.
Die kuriosesten Transfers am Deadline Day: Von Bayerns Jackson-Drama bis Bonucci-Sensation
Trotz der Kritik stellte sich Hoeneß auch hinter den Sportvorstand. In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen gegeben, dass Eberl sein Amt von sich aus niederlegen könnte. „Wenn er so denken würde, müssen sie ihn selber fragen“, sagte Hoeneß. Von Vereinsseite sei ein Rausschmiss Eberls jedoch kein Thema. „Wir (der Aufsichtsrat) haben natürlich kontrovers wie immer diskutiert, aber die Personalie Eberl war dabei überhaupt kein Thema, dass man sich von ihm trennt oder was.“
Und auch zeigt Hoeneß Verständnis für die schwierige Situation seines Sportvorstands. Insgesamt sei die Transferperiode für Eberl eine schwierige Zeit gewesen, „weil er von außen immer wieder unter Druck gesetzt wurde. Und es wurde immer gesagt: ,Den hat er nicht gekriegt, den hat er nicht gekriegt‘“, führte Hoeneß aus, der unter anderem für diesen Druck verantwortlich war.
Transferentscheidungen beim FC Bayern sind „Gemeinschaftssache“
Besonders die gescheiterten Transfers der beiden Nationalspieler Florian Wirtz und Nick Woltemade hatten in München für Wirbel gesorgt. Beide waren für hohe Summen nach England gewechselt. Aber auch bei vielen weiteren Transfers wurde der FC Bayern in diesem Sommer als Verlierer betitelt, da sich die Spieler jeweils für andere Vereine entschieden.
Abschließend machte der Ehrenpräsident deutlich, dass Transferentscheidungen bei Bayern München Gemeinschaftssache sind. „Es gibt keinen Eberl-Transfer, es gibt keinen Hoeneß-Transfer, es gibt keinen Rummenigge-Transfer, sondern einen FC-Bayern-Transfer. Der FC Bayern kauft Spieler, und nicht der Einzelne. Und wenn es nicht klappt, ist nicht der Einzelne Schuld, sondern wir alle“, stellte der 73-Jährige klar. (tb)