Überraschende Aussage

Bayern-Präsident spricht plötzlich über Nagelsmann-Rückkehr

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Beim FC Bayern bleibt Julian Nagelsmann weiterhin ein Thema, obgleich der Rekordmeister mit Vincent Kompany den perfekten Trainer gefunden zu haben scheint.

München – Als Herbert Hainer über die aktuelle Lage beim FC Bayern spricht, spart der Präsident nicht mit Superlativen für eine der hauptverantwortlichen Personen: Vincent Kompany. Wenn auch immer sich die Möglichkeit für die Münchner Führungsriege ergibt, wird ein Loblied auf den Belgier angestimmt. Nicht verwunderlich: Lange lief es für die Roten auf und neben dem Platz nicht mehr so rund.

Das Thema Julian Nagelsmann scheint beim FC Bayern nach wie vor nicht gänzlich abgehakt zu sein.

So nannte Bayern-Präsident Herbert Hainer erst kürzlich gegenüber der Abendzeitung München die Einstellung von Kompany einen „Glücksgriff“. „Ich traue ihm zu, dass er eine Ära prägen kann wie Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld oder Pep Guardiola“, schwärmte Hainer. Schließlich sei die Mannschaft „unheimlich gefestigt“ und Kompany stelle sich „nie selber in den Vordergrund“, was die Spieler „zurückzahlen“ würden.

Herbert Hainer öffnet plötzlich wieder Tür für Bayern-Rückkehr von Julian Nagelsmann

Und dennoch scheint das Kapitel eines ehemaligen Trainers beim deutschen Rekordmeister nicht ganz abgehakt zu sein. Die Rede ist vom aktuellen Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft: Julian Nagelsmann. Als Hainer auf die langatmige Trainersuche der Bayern im vergangenen Jahr und die gescheiterte Rückkehr von Nagelsmann angesprochen wird, kommt es jedoch zu überraschenden Aussagen.

„Bei Nagelsmann wäre es viel zu früh gewesen“, sagte Hainer und ergänzte: „Er wird mal ein sehr guter Trainer. Die Erfahrung macht er jetzt bei der Nationalmannschaft.“ Das klingt nach Distanz – und doch bleibt eine Hintertür offen. Denn gänzlich ausschließen will Hainer eine zweite Amtszeit nicht. „Vielleicht kehrt er ja irgendwann einmal zurück zum FC Bayern.“

Diese Trainer wurden mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht – aber hatten keine Lust

Xabi Alonso galt lange Zeit als Wunschlösung des FCB für den vakanten Posten, vor allem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen auf den Basken scharf gewesen sein. Ende April gab der Meistertrainer auf einer Pressekonferenz aber seinen Verbleib in Leverkusen bekannt. „Mein Job hier ist noch nicht vorbei“, machte Alonso klar.
Xabi Alonso galt lange Zeit als Wunschlösung des FCB für den vakanten Posten, vor allem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen auf den Basken scharf gewesen sein. Ende April gab der Meistertrainer auf einer Pressekonferenz aber seinen Verbleib in Leverkusen bekannt. „Mein Job hier ist noch nicht vorbei“, machte Alonso klar. © UWE KRAFT / Imago Images
Eine der ersten Alternativen war laut mehreren Medien der aktuelle Bundestrainer Julian Nagelsmann. Anstelle eines zweiten Engagements bei den Münchnern – er war bereits von Juli 2021 bis März 2023 in der Verantwortung – verlängerte er seinen Vertrag beim DFB bis Sommer 2026.
Eine der ersten Alternativen war laut mehreren Medien der aktuelle Bundestrainer Julian Nagelsmann. Anstelle eines zweiten Engagements bei den Münchnern – er war bereits von Juli 2021 bis März 2023 in der Verantwortung – verlängerte er seinen Vertrag beim DFB bis Sommer 2026. © Jan Huebner / Imago Images
Auch Ralf Rangnick steht nicht für den Posten zur Verfügung. Anfang Mai gab er bekannt, „mit vollem Herzen österreichischer Teamchef“ zu sein. „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass das keine Absage an den FC Bayern ist, sondern eine Entscheidung für meine Mannschaft und unsere gemeinsamen Ziele“, wurde er in einer Verbandsmitteilung zitiert.
Auch Ralf Rangnick steht nicht für den Posten zur Verfügung. Anfang Mai gab er bekannt, „mit vollem Herzen österreichischer Teamchef“ zu sein. „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass das keine Absage an den FC Bayern ist, sondern eine Entscheidung für meine Mannschaft und unsere gemeinsamen Ziele“, wurde er in einer Verbandsmitteilung zitiert. © ActionPictures / Imago Images
Über ein Interesse an Stuttgart-Coach Sebastian Hoeneß wurde ebenfalls spekuliert. Der verlängerte bei den Schwaben allerdings vorzeitig bis 2027 und erklärte Mitte April nach der Bundesliga-Partie gegen Werder Bremen: „Sie können ganz fest davon ausgehen, dass ich nächstes Jahr auch Trainer des VfB Stuttgart sein werde. Wenn ich die Idee gehabt hätte zu wechseln, dann hätte ich sicherlich nicht meinen Vertrag verlängert.“
Über ein Interesse an Stuttgart-Coach Sebastian Hoeneß wurde ebenfalls spekuliert. Der verlängerte bei den Schwaben allerdings vorzeitig bis 2027 und erklärte Mitte April nach der Bundesliga-Partie gegen Werder Bremen: „Sie können ganz fest davon ausgehen, dass ich nächstes Jahr auch Trainer des VfB Stuttgart sein werde. Wenn ich die Idee gehabt hätte zu wechseln, dann hätte ich sicherlich nicht meinen Vertrag verlängert.“ © Sportfoto Rudel / Imago Images
Roberto De Zerbi machte sich bei Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion einen Namen, gilt als eines der größten Trainertalente Europas – und will wohl nicht weg von der englischen Südküste. „Wir werden mit Tony [Bloom, Klub-Chef, Anm. d. Red.] sprechen. Ich würde gerne in Brighton bleiben“, wurde De Zerbi Anfang Mai von Sky Sports News zitiert. Laut Sport Bild soll vor allem FCB-Sportvorstand Max Eberl die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben haben.
Roberto De Zerbi machte sich bei Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion einen Namen, gilt als eines der größten Trainertalente Europas – und will wohl nicht weg von der englischen Südküste. „Wir werden mit Tony [Bloom, Klub-Chef, Anm. d. Red.] sprechen. Ich würde gerne in Brighton bleiben“, wurde De Zerbi Anfang Mai von Sky Sports News zitiert. Laut Sport Bild soll vor allem FCB-Sportvorstand Max Eberl die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben haben. © Shutterstock / Imago Images
Auch der Spanier Unai Emery wurde rund um die Säbener Straße gehandelt – und auch er steht nicht zur Verfügung. Stattdessen machte der englische Traditionsklub Aston Villa Ende April publik, dass der Kontrakt mit Emery bis 2027 ausgedehnt wurde.
Auch der Spanier Unai Emery wurde rund um die Säbener Straße gehandelt – und auch er steht nicht zur Verfügung. Stattdessen machte der englische Traditionsklub Aston Villa Ende April publik, dass der Kontrakt mit Emery bis 2027 ausgedehnt wurde. © Shutterstock / Imago Images
Nachdem der FCB und Thomas Tuchel zuletzt wieder Gespräche über eine Verlängerung der Zusammenarbeit führten, bestätige dieser vor dem letzten Bundesliga-Spieltag 23/24 endgültig seinen Abschied. „Es bleibt bei der Vereinbarung vom Februar“, so der Coach, der somit seinen Posten räumen wird.
Nachdem der FCB und Thomas Tuchel zuletzt wieder Gespräche über eine Verlängerung der Zusammenarbeit führten, bestätige dieser vor dem letzten Bundesliga-Spieltag 23/24 endgültig seinen Abschied. „Es bleibt bei der Vereinbarung vom Februar“, so der Coach, der somit seinen Posten räumen wird. © Sammy Minkoff / Imago Images

Ob der FC Bayern und Nagelsmann wirklich nochmal zusammenfinden, ist zumindest fraglich. Zum einen dürfte nach dem damaligen Schock-Rauswurf für Nagelsmann die Erde an der Säbener Straße noch immer ziemlich verbrannt riechen. Zum anderen hat der 38-Jährige ja erst seinen Vertrag beim DFB bis 2029 verlängert. Klar ist aber auch: Nagelsmann wollte bei Bayern eine neue Ära prägen – diese Möglichkeit wurde ihm 2023 kurzerhand entrissen. Gut möglich also, dass auch für den ehrgeizigen DFB-Coach das Kapitel in München noch nicht endgültig abgehakt ist. (kus)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Bert Harzer

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