Stürmer beruhigt

Bayern-Star Kane sorgt gegen Tottenham für bittere Premiere

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Harry Kane sorgte im Spiel gegen seinen Ex-Klub für eine unschöne Premiere. Die englische Presse stürzt sich daraufhin auf den Bayern-Stürmer.

München – Er schießt hoch, er schießt weit. Nur eben unabsichtlich. Als Harry Kane in der 15. Spielminute beim Testspiel-Sieg gegen Tottenham Hotspur (4:0) zum Strafstoß antrat, drehten viele im Geiste den Spielstand schon auf 2:0. Doch statt wie gewohnt das Spielgerät aus elf Metern souverän im Tor unterzubringen, flog der Ball ein gutes Stück über das Tor in die Reihen der Fans.

Harry Kane vergab im Testspiel gegen Tottenham Hotspur erstmals einen Strafstoß im Bayern-Trikot. Nach dem Spiel war die Laune trotzdem besser als das Bild vermuten lässt.

Eine Negativ-Premiere für Kane, der bis dahin noch keinen einzigen Strafstoß für den FC Bayern verschossen hatte. Dass dies ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Tottenham Hotspur geschah, war dann ein gefundenes Fressen für die englische Yellow Press, die sich mit großem Vergnügen auf den Fehlschuss stürzte und unter anderem von einem Schuss „in Reihe Z“ oder „zum Mond“ sprach.

Kane wegen erstem Elfmeter-Fehlschuss entspannt – englische Presse hämisch

Dabei müsste man gerade in England froh sein, dass einer der seltenen Fehlschüsse Kanes im Trikot der Bayern und nicht in dem der Three Lions „gelang“. Womöglich sitzt aber auch einfach noch der Stachel des WM-Viertelfinals 2022 zu tief. Im Spiel gegen Frankreich vergab Kane nämlich seinen letzten Strafstoß in einem Pflichtspiel – England verlor daraufhin mit 1:2.

Auf der anderen Seite ist die englische Presse ja durchaus auch nachtragend gegenüber den eigenen Spielern, und vielleicht hat sich der ein oder andere Journalist einfach an David Beckhams legendären Fehlschuss im EM-Viertelfinale 2004 erinnert. Und weil Nachsicht eine Tugend ist, dürfte jeder englische Spieler, der einen Strafstoß meilenweit über das Tor ballert und gleichzeitig nicht im Nationaltrikot steckt, eine Genugtuung für die englischen Medienvertreter sein.

Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München

Gerd Müller jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Die erste große Nummer 9 des FC Bayern trug den Namen Gerd Müller. Über ein Jahrzehnt lief der mittlerweile verstorbene „Bomber der Nation“ mit dieser Zahl auf, insgesamt schoss er in 611 Pflichtspielen 568 Tore für die Münchner. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Dieter Hoeneß bei einem Spiel des FC Bayern
Auch Dieter Hoeneß, jüngerer Bruder von FCB-Patron Uli, trug in den 80er Jahren das Jersey mit der 9. Der Mittelstürmer erzielte in seiner Zeit an der Isar 145 Tore und bereitete 14 weitere vor. © imago sportfotodienst
Roland Wohlfarth bei einem Spiel des FC Bayern
Roland Wohlfarth wechselte mehrfach seine Rückennummer, am häufigsten lief er aber mit der 9 auf. Bis zu seinem Abgang zum französischen Klub AS Saint-Etienne netzte der gebürtige Bocholter in 332 FCB-Spielen 156 Mal. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Michael Rummenigge bei einem Spiel des FC Bayern
Lediglich in der Saison 1983/84 zierte die 9 das Trikot von Michael Rummenigge, in der Spielzeit schoss der offensive Mittelfeldspieler in 44 Pflichtspielen 18 Buden. Am häufigsten spielte er übrigens mit der 10, sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund. © imago sportfotodienst
Bruno Labbadia bei einem Spiel des FC Bayern
Vor seiner Zeit als Bundesliga-Trainer war Bruno Labbadia in der höchsten deutschen Spielklasse als Stürmer unterwegs. Seine Zeit beim FCB fand mit der deutschen Meisterschaft 1993/94 ein erfolgreiches Ende. Auf dem Rücken: die Nummer 9. © Imago Images / Sven Simon
Alexander Zickler bei einem Spiel des FC Bayern
Mittlerweile als Co-Trainer bei RB Leipzig unter Marco Rose tätig, trieb Alexander Zickler in den 90er und 2000er Jahren in gegnerischen Strafräumen sein Unwesen. In der Spielzeit 94/95 auch zeitweise mit der legendären Nummer auf dem Rücken. Zehn Tore erzielte er in dieser Saison, insgesamt traf er für den FCB 70 Mal. © Imago Images / Sven Simon
Jürgen Klinsmann bei einem Spiel des FC Bayern
Als Trainer der DFB-Elf war Jürgen Klinsmann hauptverantwortlich für das Sommermärchen 2006, zuvor machte er sich als brandgefährlicher Mittelstürmer einen Namen. Schon beim VfB Stuttgart und bei Inter Mailand trug er die 9 auf dem Rücken, die Tradition setzte sich 95/96 auch in München fort. © imago sportfotodienst
Giovane Elber jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Der Brasilianer mit dem verschmitzten Grinsen kickte sechs Jahre für den deutschen Rekordmeister und durfte 131 Bundesliga-Treffer bejubeln. Bis heute Platz drei unter ausländischen Torschützen im deutschen Oberhaus. Egal ob mit links, rechts oder dem Kopf – bei allen hatte er die 9 auf dem Trikot.  © imago sportfotodienst
Luca Toni jubelt einen Treffer für den FC Bayern
Apropos Jubel: Wenn nach einem Tor mal wieder am Ohr geschraubt wurde, war Luca Toni für den FC Bayern zur Stelle. Von 2007 bis 2010 kickte der großgewachsene Italiener in München, gewann zwei Meistertitel und ein Mal den DFB-Pokal – natürlich trug er dabei die 9. © imago sportfotodienst
Mario Mandzukic jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Nachdem er beim VfL Wolfsburg gemeinsam mit Zvjezdan Misimovic und Grafite die Liga verzauberte, ging Mario Mandzukic für rund 13 Millionen Euro nach München. Mit dem kroatischen Angreifer gewann der FCB die Champions League, Mandzukic steuerte auf dem Weg zum Titel drei Treffer bei. Auch im legendären Finale gegen den BVB netzte er zum 1:0. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Robert Lewandowski bejubelt einen Treffer für den FC Bayern
Der jüngste Vorgänger von Harry Kane – und auch einer der erfolgreichsten. Kaum ein Angreifer prägte die Bundesliga und den FC Bayern über so eine lange Zeit wie Robert Lewandowski. 2022 ging er nach acht Saisons, 375 Pflichtspielen und 344 Toren ablösefrei zum FC Barcelona. Dort sicherte er sich, wie zuvor schon in München, das Oberteil mit der Rückennummer 9. © Imago / Action Pictures
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern
Nun also Harry Kane. Für kolportierte 100 Millionen Euro plus möglichen Boni kam der Engländer Mitte August von Tottenham an die Isar und soll die Münchner bestenfalls zu einigen Titeln schießen. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Dem FC Bayern und Kane selbst dürfte der Fehlschuss im letzten Test vor der Saison aber herzlich egal sein. „Ich bin froh, dass es in einem Vorbereitungsspiel passiert ist. Ich bin ausgerutscht, aber als Fußballer passieren manchmal Dinge, die man nicht kontrollieren kann“, gab der Stürmer nach dem Spiel zu Protokoll. Und auch ohne Kane-Treffer lieferten die Münchner eine souveräne Leistung ab. (sch)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner

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