Unfaires Spiel mit Bundesliga-Rekordspieler des FC Bayern
VonPeter Grad
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In jeder Sommer-Transferperiode gibt es zahlreiche Spekulationen um Zu- und Abgänge beim FC Bayern. Nicht alle machen Sinn, manche sind schlichtweg unfair.
München – Laut aktuellen Medienberichten soll FCB-Sportvorstand Max Eberl derzeit - wegen des Zeitunterschieds in den USA - in Sachen Kaderplanung für die nächste Saison sogar Telefonate mitten in der Nacht führen. Nach der Absage von Wunschspieler Florian Wirtz und den Abgängen von Thomas Müller,Leroy Sané und Mathys Tel liegt dabei der Schwerpunkt auf der Verpflichtung eines oder mehrerer Offensivspieler. Die Namen von Nico Williams, Rafael Leão und Bradley Barcola tauchen dabei in großer Regelmäßigkeit auf. Aber die sportlich Verantwortlichen beim Rekordmeister sollen sich auch noch vermehrt auf Verstärkungen auf einer zweiten Position konzentrieren.
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Trotz Überangebot im Kader: FCB angeblich auf Rechtsverteidigersuche
Dabei soll es sich etwas überraschend um die des Rechtsverteidigers handeln. So berichtet aktuell der „Transferinsider“ Simon Phillips , dass der 22-jährige Franzose Malo Gusto vom FC Chelsea erneut ein Thema an der Säbener Straße sein soll. Der dreifache Nationalspieler soll exakt dem gesuchten Profil entsprechen: Jung, dynamisch und entwicklungsfähig.
Dabei hat der FC Bayern im Grunde genommen sogar vier Spieler auf dieser Position zur Verfügung: Joshua Kimmich bekleidet sie als Kapitän der Nationalmannschaft, zudem Josip Stanišić, Konrad Laimer und Sacha Boey. Letzter wird zwar als potenzieller Abschiedskandidat noch in diesem Sommer gesehen, aber nicht zuletzt deswegen, weil er die klare Nummer 3 hinter dem kroatischen Nationalspieler Stanišić und dem österreichischen Internationalen Laimer ist. Laut Statement Eberl einer zu viel auf dieser Position.
Rechte Außenverteidigerposition keine FCB-Schwachstelle
In zahlreichen Berichten ist nun zu lesen, dass der FC Bayern nach dem Abgang von Benjamin Pavard auf dieser Position eine Schwachstelle hätte. Diese Bewertung ist sowohl unzutreffend als auch unfair. Der 25-jährige Ex-FCB-Campus-Spieler Stanišić ist 24-maliger kroatischer Nationalspieler und WM-Dritter. Als er 2024 von seiner einjährigen Leihe vom Doublesieger Bayer Leverkusen zu seinem „Herzensverein“ nach München zurückkehrte, wurde seine Verlängerung bis 2029 bei Fans und Medien gefeiert. Seine internationalen Auftritte gegen Kylian Mbappé dienten allen als Beweis für seine große Qualität.
Beim FC Bayern erlitt er jedoch zum Saisonstart im letzten August einen Außenbandriss im Knie und musste deswegen fast ein halbes Jahr pausieren. Nachdem ihm diese lange Verletzung beim Comeback zunächst - verständlicherweise - anzusehen war, steigerte er sich zum Bundesligafinale immer mehr und wurde von Coach Vincent Kompany abwechselnd auf beiden Außenverteidigerpositionen wie auch in der Innenverteidigung eingesetzt. Extrem anspruchsvoll, was „Stani“ aber auf bemerkenswerte Weise meisterte.
Der kroatische Nationalspieler verkörpert zwar (noch) nicht die geforderte Weltklasse, was ein Malo Gusto allerdings auch keineswegs tut, ist aber auf dem besten Weg, eine internationale Karriere einzuschlagen. Seinen Leistungszenit hat Stanišić dabei wohl längst noch nicht erreicht, beim Übertritt in den Seniorenfußball galt er als Spätstarter, selbst bei den Bayern Amateuren konnte er zunächst in der Dritten Liga nicht überzeugen.
Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com
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Stanišić mit Bundesligarekord für die Ewigkeit?
Aktuell ist der 25-Jährige übrigens der einzige Bundesligaspieler, der die letzten fünf Deutschen Meisterschaften in Folge gewann und schon als Leverkusen-Rückkehrer egalisierte er einen Uralt-BL-Rekord von 1969. Bis 2024 war der Österreicher August „Gustl“ Starek der einzige Kicker in der BL-Historie, der zweimal in Folge mit unterschiedlichen Vereinen den Titel holte: 1968 mit dem 1. FC Nürnberg, 1969 mit den Bayern. Das Eigengewächs Stanišić toppte diesen Rekord in der abgelaufenen Saison noch einmal, indem er die letzten drei Titel abwechselnd mit verschiedenen Vereinen gewann. Ein Rekord für die Ewigkeit?
Zum Schmunzeln: „Malo Gusto“ (Spanisch) bedeutet „schlechter Geschmack“.