VonManuel Bonkeschließen
Philipp Kesslerschließen
Verkaufskandidat Leon Goretzka glänzte beim 3:2 gegen Wolfsburg als Doppeltorschütze. Danach fanden seine Bayern-Kollegen lobende Worte.
München - Leon Goretzka hielt sich auch nach seinem Doppelpack an den Ratschlag seines Trainers. „Leon hat immer gearbeitet, war immer hungrig im Training. Er hat auf die richtige Art reagiert, mit den Füßen, nicht mit Worten“, sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany am Samstag nach dem 3:2 gegen den VfL Wolfsburg. Vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch (21 Uhr) in Rotterdam ernannte der Belgier den Mittelfeldspieler als Vorbild für dessen Kollegen: „Ich würde das jedem Profi empfehlen. Die Geschichte von Leon ist gut für die Mannschaft.“
Beim Sieg des FC Bayern gegen Wolfsburg: Leon Goretzka wird zum Matchwinner
Mit zwei Treffern kürte sich Goretzka gegen die Wölfe zum Matchwinner. Balsam für die Seele des im Sommer beinahe aussortierten ehemaligen deutschen Nationalspieler, der nach wie vor zu den Verkaufskandidaten zählt. Zu besseren Zeiten sprach Goretzka gerne in die Mikros der Medienvertreter. Auch nach dem Bundesliga-Sieg hatten sämtliche TV-Anstalten ihn für ein Interview angefragt, doch Goretzka schwieg und verabschiedete sich durch die Hintertür.
Daher sprachen eben andere über ihn. „Leon hat keine einfache Zeit gehabt“, sagte Sportvorstand Max Eberl. „Es ist bemerkenswert und bewundernswert, wie er sich reinschmeißt. Er hat sich nicht hängen lassen, er gibt Gas, er hat sich belohnt. Dementsprechend kann man von einem Musterprofi sprechen.“
Leon Goretzka soll den FC Bayern verlassen
Die sportliche Führung um Eberl hatte dem für die Heim-Europameisterschaft ausgebooteten Goretzka einen Wechsel im Sommer nahegelegt. Aleksandar Pavlovic gehört die Mittelfeldzukunft in München, Joao Palhinha kam für 50 Millionen Euro Ablöse vom FC Fulham. Und Joshua Kimmich ist unter Kompany in der Zentrale unumstrittener Stammspieler. Wohin also mit Goretzka (Vertrag bis 2026), der zudem ein üppiges Jahresgehalt kassiert?
Namhafte Interessenten gab es bislang nicht für den 29-Jährigen. Möglich, dass die Berater-Agentur, der sich Goretzka kürzlich angeschlossen hat, einen passenden Abnehmer findet. Seine zuletzt wieder besser werdenden Leistungen könnten dabei behilflich sein.
„Wir haben ihm den Rücken gestärkt und wussten, dass seine Zeit kommen wird“, sagte Kapitän Manuel Neuer. Aufgrund der Ausfälle von Palhinha und Pavlovic kam Goretzka in den vergangenen Wochen rutschte Goretzka wieder häufiger in die Startelf. Dass Mittelfeldspieler Konrad Laimer sich mittlerweile als Rechtsverteidiger etabliert hat, spielt ihm ebenfalls in die Karten.
Manuel Neuer und Joshua Kimmich loben Leon Goretzka
„Er ist schon ein Paradebeispiel für jeden in der Kabine, der vielleicht ein bisschen hintendran ist, der jetzt nicht so viel Spielzeit hat“, sagte Kimmich. „Es geht immer schnell. Und im Fußball geht es vor allem immer um Leistung. Und wenn du kontinuierlich gute Leistungen zeigst, dann stehst du auf dem Platz.“
Neuer hätte nichts dagegen, wenn sein Ruhrpott-Kumpel Neuer länger in München bleiben würde. „Wenn er so weiter spielt, spricht natürlich nichts dagegen“, so der 38-Jährige.
Fakt ist aber: Mit der Verpflichtung von Mittelfeld-Juwel Tom Bischof, der nach der Saison ablösefrei von Hoffenheim an die Isar wechselt, wird Goretzkas Konkurrenz im Zentrum größer. Die Zeichen stehen weiter auf Abschied. Manuel Bonke, Philipp Kessler
Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Heike Feiner


